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Politische Romane: 12 Bücher, die unter die Haut gehen

Foto: Siora Photography
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Bücher, die politische Themen behandeln, gibt es viele. Aber nicht alle sind gut. Das ist bei unseren Tipps für euch anders. Diese politischen Romane lassen euch einen Blick über den Tellerrand werfen, regen zum Nachdenken an, sind teils witzig, teils tragisch, teils fiktional, teils auf wahren Begebenheiten beruhend. Aber vor allem eins: berührend.

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Politische Romane

Drachenläufer

Foto: Amazon

Eins sei vorweg gesagt: spaßig wird es in diesem Buch von Autor Khaled Hosseini nicht. Es ist von Dramatik durchzogen, von der ersten bis zur letzten Seite. Aber es ist extrem gut! Amir und Hassan sind beste Freunde, wachsen gemeinsam in Afghanistan auf und doch trennt sie eine grundlegende Sache: unterschiedliche Ethnien. Denn Hassan, Sohn des Hausdieners von Amirs Vater, gehört den Hazara an und wird deswegen diskriminiert. Amir ist hingegen Paschtune und findet in Hassans Vater Ali eine Art Ersatz-Papa – die Beziehung zu seinem eigenen Vater ist nicht gerade von besonders viel Liebe geprägt. Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen machen Amir und Hassan alles zusammen, führen eine ambivalente Freundschaft und haben besonderen Spaß an der Tradition des Drachensteigens. Als die beiden an einem Turnier teilnehmen, bei dem der Gewinner die Schnüren aller anderen Drachen schneiden muss, feiern die beiden gemeinsam einen großen Erfolg. Um seinem Freund eine Freude zu machen, läuft Hassan quer durch das Kabul der 1970er Jahre, um den letzten abgestürzten Drachen als Trophäe für Amir zu erlaufen. Doch dann wird er Opfer eines Verbrechens, welches das Leben beider Jungs von einem Moment auf den anderen komplett verändert. Eine Geschichte über das Leben in Afghanistan, einen Antihelden, Freundschaft, das Erwachsenwerden, Klassensysteme, die Taliban, Liebe und Migration – alles in einem. Das Buch wurde auch schon verfilmt, hat dann aber einen anderen chronologischen Ablauf.
Zum Buch auf Amazon*, 384 Seiten

No friend but the mountains

Foto: Amazon

Dieses Buch geht unter die Haut, denn es beschäftigt sich mit der radikalen australischen Flüchtlingspolitik und beruht auf wahren Ereignissen – und hat genau deswegen den Literaturpreis in Australien bekommen. Behrouz Boochani ist ein kurdischer Journalist aus dem Iran. Weil er in seinem Heimatland politisch verfolgt wurde, machte er sich 2013 auf den Weg nach Australien. Davon erzählt er in No friend but the mountains. Boochani macht die grausame Erfahrung, wie es ist, tagelang in einem Transporter zu sitzen, mit viel zu vielen Menschen für den knappen Platz. Er ertrinkt fast bei dem Versuch, mit einem Schiff nach Australien zu reisen, wird dann von einem australischen Kriegsschiff aufgelesen und daraufhin nach Manus gebracht, eine Insel im Norden von Papua-Neuguinea. Dort muss er in einem Lager leben, dessen Bedingungen als menschenrechtswidrig angesehen werden. Boochani schildert diese Flucht und das Leben in dem Lager, das mittlerweile durch ein Folgelager ersetzt wurde. Das Buch schrieb er auf seinem Smartphone, da er die Insel bis heute nicht verlassen darf. Zeitgeschichte, die betroffen macht. Achtung: bisher nur auf englisch erschienen.
Zum Buch auf Amazon*, 416 Seiten

1984

Foto: Amazon

Es ist und bleibt einfach ein Klassiker unter den Dystopie-Romanen. George Orwell hat sich mit 1984 selbst ein Denkmal geschaffen, ist sein Thema des übermächtigen Überwachungsstaates doch weiterhin brandaktuell – und das, obwohl der Roman 1949 veröffentlicht wurde. Winston Smith ist Mitglied der einzigen Partei, die die Privatsphäre der Menschen extrem einschränkt. Momente für einen alleine gibt es nicht mehr, stets beobachtet Big Brother. Zudem fährt die Partei ein klares Programm der Gehirnwäsche, um Treue und Gehorsam zu erreichen. Das führt soweit, dass Kinder ihre eigenen Eltern verraten, wenn diese einen Gedanken geäußert haben, der nicht der Parteilinie entspricht. Für den Rest sorgt dann die Gedankenpolizei. Eine Name, der von Orwell wohl passender nicht hätte gewählt werden können. Als Smith die junge und schöne Julia kennenlernt und sich in sie verliebt, beginnt ein Versteckspiel und eine Rebellion gegen den übermächtigen Gegner. Mit einem berührenden Ende. Ein Buch, das sich großen Themen stellt. Was ist Freiheit, was ist Sicherheit und welche Rolle spielt ein Parteiensystem dabei?
Zum Buch auf Amazon*, 384 Seiten

Der Junge im gestreiften Pyjama

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Bruno ist neun Jahre alt und Sohn des Kommandanten eines Konzentrationslagers. Als der Vater von Berlin nach “Aus-Wisch” gerufen wird, um dort zu arbeiten, müssen Bruno und seine ganze Familie mitziehen. Viel gibt es für Bruno nicht zu erleben an dem neuen Ort, weshalb er draußen spielt und dabei an einen Zaun gerät, hinter dem viele Leute in gestreiften Pyjamas herumlaufen, unter anderem auch der Junge Schmuel. In der Folge trifft sich Bruno jeden Tag heimlich mit Schmuel und unterhält sich mit ihm durch den Zaun. Doch Schmuel ist anders als Bruno, geprägt von dem Leben im KZ. Es entwickelt sich eine Freundschaft, mit der Folge, dass Schmuel Bruno ebenfalls gestreifte Kleidung besorgt und Bruno durch den Zaun klettert. Ein fiktiver Roman, der die Grausamkeit der NS-Zeit behandelt und die Menschlichkeit der Insassen in den Mittelpunkt stellt. Ein weiteres starkes Buch von Autor John Boyne ist Der Junge auf dem Berg. Hier verliert der französische Junge Pierrot seine Eltern und zieht zu seiner Tante. Auf den Berghof – Sommerresidenz von Adolf Hitler, der eine besondere Anziehungskraft für Pierrot hat.
Zum Buch auf Amazon*, 288 Seiten

Heimkehr in ein fremdes Land

Foto: Amazon

Afrikanische Autoren haben es nicht immer einfach, auf dem europäischen Kontinent Fuß zu fassen. Jemand, der das aber geschafft hat, ist Chinua Achebe. In seinem Roman Heimkehr in ein fremdes Land beschreibt Achebe den Konflikt, der durch die unterschiedliche Entwicklung der Kontinente hervorgerufen wird. Es geht um Kolonialismus, die Sehnsucht nach mehr Moderne und gleichzeitig das Bewahren von Traditionen. Um Chancen und Gefühle, die vor allem die eigene Heimat und die eigene Identität behandeln. Obi Okwonkwo verlässt sein Dorf im östlichen Nigeria, um in Großbritannien zu lernen. Später soll er mit der dort erworbenen Bildung und der genossenen Erziehung zurückkommen und als Politiker für das Dorf einstehen. Doch in der Zwischenzeit kamen Missionare in das Gebiet und krempelten das Leben dort ordentlich um – im Hintergrund immer mit dem Vorwurf der Rückständigkeit und der Ignoranz der gewachsenen Gesellschaft. Als Obi nun zurückkehrt, findet er einen anderen Ort vor, als den, den er im Gedächtnis hatte. Und ist zugleich trotzdem hohen Erwartungen ausgesetzt, die er nicht erfüllen kann. Das Buch ist Teil einer Trilogie, die aufeinander aufbaut sehr lesenswert ist.
Zum Buch auf Amazon*, 192 Seiten

Die Hungrigen und die Satten

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Wer sagt, dass politische Romane nicht auch witzig sein dürfen? Genau, niemand. Das hat Timur Vernes natürlich schon lange bewiesen, feierte er mit Er ist wieder da doch einen Riesen-Hit. Sein Werk Die Hungrigen und die Satten ist da definitiv ein würdiger Nachfolger. Hier verbindet sich Lustig mit Traurig und stellenweise durchaus Böse. Das Thema ist aktuell wie nie. Deutschland hat eine so oft geforderte Obergrenze für Asylsuchende eingeführt und sich abgeriegelt, bis nach Nordafrika, wodurch an der Grenze große Flüchtlingscamps entstehen. Die Schutzsuchenden warten in den Camps, bis Moderatorin Nadeche Hackenbusch in das Camp reist. Diesen Umstand nutzt ein junger Flüchtling aus, mobilisiert 150.000 andere Flüchtlinge und macht sich auf zum Marsch in Richtung Europa. Es folgen Live-Berichterstattung, hilflose Politiker und die Frage, in was für einem Land man leben möchte.
Zum Buch auf Amazon*, 512 Seiten

Schnee

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Es klingt wie ein normaler Krimi. Eine Reihe von Selbstmorden erschüttert die Polizei in Istanbul. Und Ka wird für seine Zeitung von Frankfurt nach Istanbul geschickt, um darüber zu berichten. Seltsam ist, das einige der Mädchen Suizid begangen haben, da sie gezwungen wurden, ihr Kopftuch abzulegen. Eigentlich hofft er jedoch, eine ehemalige Kommilitonin wieder zu treffen und die Liebe zwischen ihnen zu entfachen. Denn Ka lebt in Deutschland im Exil, für die Türkei hat er eine zu sozialistische Einstellung. Ein Krimi, der sich mit innenpolitischen Konflikten in der Türkei beschäftigt, Spannungen und Ängsten, dem Spannungsfeld zwischen dem Westen und dem Osten und dem Kopftuchstreit. Lesenswert!
Zum Buch auf Amazon*, 520 Seiten

Vaterland

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Ein Schreckensszenario mit dem nicht nur die Serie The Man in the high Castle spielt. Auch im Roman Vaterland haben Adolf Hitler und sein Nazideutschland den zweiten Weltkrieg gewonnen. Nun geschieht ein Mord an einen Staatssekretär in Polen. Der Kripo-Sturmbannführer Xaver März soll diesen Fall aufklären und entdeckt Zusammenhänge, die die Parteispitze nicht gerade positiv erscheinen lässt. Ein Kriminalroman in einer Welt, in dem das deutsche Staatsgebiet im Osten bis nach Ufa und im Südosten bis nach Tiflis reicht und in der der Holocaust geleugnet wird. Und immer diese Frage: Was wäre wenn…
Zum Buch auf Amazon*, 448 Seiten

Die Verängstigten

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Angst und die Angst vor der Angst sind der Kern dieses eindrucksvollen Werkes der Schriftstellerin Dima Wannous. Die 30-jährige Suleima lernt Schriftsteller Nassim kennen und es entwickelt sich eine langjährige Beziehung. Beide leben in Syrien, das unter der Diktatur Assads leidet. Es gibt Überwachung, es gibt Gehirnwäsche. Als Nassim verhaftet und im Gefängnis gefoltert wird, flieht er nach seiner Entlassung nach Deutschland und lässt Suleima zurück. Eines Tages erhält sie ein Manuskript von Nassim, in der die Protagonistin sehr viele Ähnlichkeiten zu Suleima hat. Suleima beschäftigt sich intensiv mit dem Manuskript und arbeitet berührend schwere Erinnerungen auf. Ein Buch, das dabei hilft zu verstehen, was der Krieg in Syrien mit den Menschen macht. Angst frisst die Seele auf. Nicht umsonst war das Buch 2018 nominiert für den Preis der arabischen Fiktion.
Zum Buch auf Amazon*, 256 Seiten

Herkunft

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Das Buch steht auf der Shortlist zum deutschen Buchpreis 2019 und ist sicherlich kein normaler Roman. Ein Teil scheint eine Biographie zu sein, andere Passagen erinnern an ein Theaterstück. Im Mittelpunkt steht der erste Zufall des Lebens: der Ort, an dem man geboren wird. Beim Autor Sasa Stanisic ist das eigentlich Jugoslawien. Doch das gibt es nicht mehr. Was nun? Was bedeutet Heimat, was ist die Sprache, die Jugend und was änderte sich, als Angela Merkel die Grenzen öffnete? Ein besonderes Buch, stellenweise witzig, dann wieder nachdenklich.
Zum Buch auf Amazon*, 244 Seiten

Onkel Toms Hütte

Foto: Amazon

Der absolute Klassiker unter den politischen Romanen. Harriet Beecher Stowe veröffentlichte dieses Werk bereits 1852 und beschreibt das Schicksal der afroamerikanischen Sklaven in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Onkel Tom ist Sklave und wird gut behandelt von seinem Herrn Mr. Shelby. Doch dann muss Onkel Tom verkauft werden und muss seine Frau und seine Kinder zurücklassen. Sein neuer Herr St. Claire möchte Onkel Tom eigentlich freilassen, stirbt aber vorher, sodass Onkel Tom zu Mr. Legree kommt, der seine Sklaven unmenschlich behandelt. Auch Tom bekommt das zu spüren, bleibt sich aber bis zum Ende in seinem christlichen Glauben treu. Bis heute ein Buch, das die Sklaverei in den USA beeindruckend behandelt, die politische Meinung zum Thema Sklaverei stark beeinflusste und eine Rolle spielte beim Bürgerkrieg zwischen den Nord- und den Südstaaten.
Zum Buch auf Amazon*, 244 Seiten

Der Tätowierer von Ausschwitz

Foto: Der Tätowierer von Ausschwitz

Grausamkeit und Liebe in einem Buch vereint. Das gelingt Heather Morris in ihrem Buch Der Tätowierer von Ausschwitz. Lale Skolov kam 1942 nach Ausschwitz, er wurde derjenige, der den neuen Häftlingen die Nummern auf die Unterarme tätowierte. Dadurch hatte er auch gewisse Vorteile, die er nutzte, auch um anderen das Leben zu retten. Dann lernte er die junge Gita kennen. Die beiden verliebten sich, eine Beziehung entstand, mitten im Konzentrationslager – und über die Grenzen hinaus. Große Gefühle, sowohl positive wie auch negative, eindringlich erzählt. Beruhend auf wahren Begebenheiten.
Zum Buch auf Amazon*, 304 Seiten

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