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Nachhaltigkeit im Alltag: So geht’s!

Foto: Mert Guller

Nachhaltigkeit ist kein besonders neues Konzept, aber in unserem noch jungen 21. Jahrhundert von immenser Bedeutung. Die Welt steht ökologisch auf der Kippe, die Klimakrise ist in vollem Gange und es ist an jedem einzelnen von uns, das Ruder noch rumzureißen. Klar, an den großen Schrauben müssen Politik und Wirtschaft drehen, aber Kleinvieh macht eben auch Mist. Wie du mit kleinen Änderungen in deinem Alltag schon einen großen Impact haben kannst, erfährst du hier.

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Was ist Nachhaltigkeit?

Kurz gesagt beschreibt Nachhaltigkeit das Prinzip, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als zur Verfügung stehen. Was für deinen persönlichen Finanzhaushalt schon ein guter Leitsatz ist, erweist sich in global-ökologischer Dimension als absolute Notwendigkeit. Denn der übermäßige Verbrauch von fossilen Brennstoffen sowie die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte zu inhumanen Bedingungen in den Produktionsländern führt über kurz oder lang zu gesellschaftlicher Ungleichheit, Instabilität und außerdem zu ökologischen Langzeitschäden, die unser Leben auf diesem Planeten schwierig bis unmöglich gestalten werden. Mehr Informationen von Leuten, die das besser erklären können, findest du hier, hier und hier.

Nachhaltige Mode

Foto: Charles Etoroma

Kleidung ist in der modernen Industriegesellschaft ein absolutes Massenprodukt geworden. 2016 kaufte jeder Deutsche im Schnitt 60 Kleidungsstücke im Jahr, das sind fünf pro Monat. Davon wird ein Großteil nur ein-, zweimal oder überhaupt nicht angezogen und landet vielleicht sogar ungetragen im Müll. Nachhaltig mit deinen Klamotten umzugehen heißt daher zum einen, deine bereits vorhandenen Kleidungsstücke bewusster zu nutzen und aufzutragen und zum anderen, beim Kauf von neuen Klamotten auf deren Herkunft, Produktionsbedingungen und Materialien zu achten. Das mag am Anfang noch etwas aufwändig erscheinen, geht dir mit der Zeit aber in Fleisch und Blut über.

Second Hand Mode

Foto: Becca Mchaffie

Statt dich mit fabrikfrischen Klamotten einzudecken, kannst du natürlich auch gebrauchte Kleidung shoppen. Da der Second-Hand-Trend immer noch anhält (spricht man dann eigentlich noch von einem Trend?), findest du vor allem in größeren Städten gut situierte Geschäfte mit Klamotten aus zweiter Hand in gutem Zustand, mit denen du dazu einen höchst individuellen Stil auf die Beine stellen kannst, wenn du es drauf anlegst. Außerdem erzeugst du indirekt weniger CO2, da deine neuen Klamotten nicht etwa per Paket von A nach B verschickt werden müssen. Nur Vorteile also.

Dinge gebraucht kaufen oder reparieren

Foto: Matt Artz

Die Wegwerfgesellschaft ist überhaupt so ein Thema. Klar, viele Produkte, vor allem technische, sind so produziert, dass eine Reparatur durch Laien schlichtweg unmöglich und eine professionelle Reparatur im Vergleich zum Neukauf ganz einfach zu teuer ist. Viele Haushaltsgegenstände, Klamotten, Fortbewegungsmittel und kleinere technische Apparatschaften lassen sich aber ganz hervorragend mit ein paar gekonnten Handgriffen reparieren. Wie das geht, guckt man sich entweder in YouTube-Tutorials (wie hat die Welt davor funktioniert?) an oder lässt es sich in einem der immer mehr werdenden Repair-Cafés in der Bundesrepublik zeigen. Die funktionieren getreu dem Motto „Each One Teach One“, indem kaputte Gegenstände mit fachkundigen Freiwilligen zusammengeführt werden, die das corpus delicti dann nach Möglichkeit reparieren. Neben einem materiellen Werterhalt schaffst du so außerdem neue Beziehungen in deiner Nachbarschaft, denn so ein Repair-Café ist auch eine ideal Möglichkeit, um mit fremden Leuten ins Gespräch zu kommen. Eine durchsuchbare Liste mit Repair-Cafés in Deutschland findest du hier.

Nahverkehr und Fahrrad nutzen

Foto: Markus Spiske

Ich weiß, es gibt Angenehmeres als sich bei hohen Temperaturen in einen vollgestopften Regionalzug zu quetschen oder beim Radfahren einen halben Herzinfarkt aufgrund wilder Überholmanöver motorisierter Verkehrsteilnehmer zu erleiden – but do it for the kids! Zwar ist der CO2-Ausstoß pro Fahrzeugkilometer in Deutschland seit 1995 nicht unerheblich gesunken, doch hilft das nicht, wenn insgesamt mehr Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind. Klar, das ist ein globales Problem, aber man kehrt halt erstmal vor der eigenen Haustür, woll? Mit dem Rad tut man außerdem etwas für die eigene Fitness, spart sich Parkgebühren und sieht mehr von Stadt und Land.

Nachhaltig heiraten

Foto: Denny Müller

Mittlerweile hast du vielleicht mitbekommen, dass Nachhaltigkeit ein Thema ist, das alle Lebensbereiche durchdringt – so auch die eigene Hochzeit. Denn zwischen Ringen, Luftballons, Essen und festlicher Kleidung versteckt sich eine Menge Potential, die Umwelt mit der Eheschließung nicht zu belaten. Sei es nun ein saisonaler Blumenstrauß, Eheringe aus fairem Gold oder Rikscha statt Limousine – so wird der schönste Tag noch ein bisschen schöner.

Nachhaltigkeit auf dem Festival

Foto: Lukas Vering

Es braucht keinen Doktor in Raketenwissenschaften um festzustellen, dass so ein mittelgroßes Musik-Festival – nüchtern betrachtet – keinen großen Mehrwert für die zur Event-Location erkorene Umwelt darstellt. Haufenweise liegengelassene Pfanddosen, ganz zu schweigen von demolierten Zelten und abgefackelten Einweggrills. Dazu kommt noch die Belastung von zigtausend Litern alkoholgetränkten Urins, denen in der Natur freier Lauf gelassen wird. Mit ein paar einfachen Entscheidungen kannst du dein Festival-Erlebnis noch etwas grüner gestalten.

Nachhaltig ernähren

Foto: Marten van den Heuvel

Bei der täglichen Ernährung kannst du ebenfalls sehr viele Regler auf nachhaltigen Konsum umstellen, vielleicht sogar die meisten. Dabei kannst du zum einen darauf achten, was du zu dir nimmst: Tierische Produkte haben in der Regel eine weitaus schlechtere Klimabilanz, als rein pflanzliche. So werden für die Zucht von einem Kilogramm Rindfleisch im Schnitt 4000 Liter Wasser verbraucht. Hinzu kommen Methanausstoß der Tiere, Vertriebswege, Abgase bei der Zubereitung und so weiter. Mit einer pflanzenbasierten Ernährung lebst du (in der Regel) nicht nur gesünder, sondern produzierst durch deinen Konsum wesentlich weniger CO2. In die gleiche Sparte fallen ökologisch verträglich hergestellte Lebensmittel, die du an verschiedenen Siegeln erkennst.

Der andere Aspekt in einer nachhaltigen Ernährung ist die Herkunft deiner Lebensmittel. Ein Apfel aus Hessen muss nicht so weit in den Supermarkt in Bochum transportiert werden wie ein Apfel aus Südafrika – logisch. Diese Maßnahme mag zunächst unkompliziert klingen, geht auf lange Sicht aber nicht ohne Verzicht auf die Bühne. Denn der effizienteste Weg, regional einzukaufen, ist es, sich am Saisonkalender zu orientieren. Und das heißt eben Obst vor allem im Sommer zu essen und im Winter auf Grünkohl und Kartoffeln zurückzugreifen. Zumindest beim Spargel klappt es aber ja mit der Saisonalität schon sehr gut.

Plastik vermeiden

Foto: Dustan Woodhouse

Mittlerweile sollte es wirklich jeder mitbekomme haben: Plastik ist unserem Ökosystem nicht gerade zuträglich. Die Meere sind voll mit altem Plastikmüll, der mehrere Jahrtausende braucht, bis er vollständig abgebaut ist und bis dahin in Fischmägen oder um Schildkrötenhälse gewickelt weiter vor sich hin schwimmt. Klar, Plastik hat viele Vorteile als Verpackungsmaterial, gerade bei verderblichen Waren, die luftdicht abgepackt werden müssen. Zumindest was Lebensmittel angeht, hast du in vielen deutschen Großstädten da aber mittlerweile eine Alternative: Unverpackt-Läden. Hier gehst du mit Behältern von zuhause (Einmachgläser, Jutebeutel usw.) hin und füllst ab, was du brauchst. Vorteil: Neben der Vermeidung von unnötigen Verpackungen kaufst du nur genau die Menge, die du brauchst und nicht die, die dir von einem gesichtslosen Produzenten vorgeschrieben wird.

Wenn du noch mehr darüber wissen willst, was es mit Nachhaltigkeit, Fair Trade und Klimakrise auf sich hat, schau doch mal auf diesen Seiten vorbei:

https://utopia.de/

https://www.greenpeace.de/

https://www.nabu.de/

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