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Nachhaltigkeit beim Festival: So einfach geht’s!

Foto: Lukas Vering

Festival vorbei, time of your life gehabt – und dann? Einfach alles liegen lassen! Von leeren Raviolidosen über kaputte Pavillons bis hin zum Zelt, für dessen Abbau man nach drei Tagen Dauerfeiern schlichtweg zu faul ist. Zigarettenstummel, Einmal-Grill, Plastiktüten. Die Müllberge nach Großveranstaltungen sind schwindelerregend, ihre Belastung auf die Umwelt ebenso. Wir zeigen Maßnahmen, die du beim nächsten Festival-Camping für einen grünen Fußabdruck ergreifen kannst.

Wo viele Menschen zusammenkommen, entsteht viel Müll – nirgendwo ist das sichtbarer, als auf einem Campingplatz am Montagmorgen nach einem gut besuchten Festival am Wochenende. Was sich hier an Abfall auftürmt, mutet wie die Deponie einer ganzen Kleinstadt an. Ähnlich wie der Festivalbesucher, ist auch die betroffene Umwelt rund ums Gelände danach belastet, ausgelaugt, zerschunden. Einige Festivals werden aktiv: Das dänische Roskilde spendet u.a. übriggebliebene Lebensmittel und liegengelassene Schlafsäcke und belohnt ökologisches Verhalten von Besuchern mit Goodies. Das Melt! bei Dessau sorgt sich intensiv um Abfallkonzept und Verkehrsleitung, das Wacken setzt auf Wind- und Solarenergie, das Dortmunder Juicy Beats hat die Initiative „A Greener Beat“ gegründet, um nachhaltige Ideen zu sammeln und umzusetzen. Der Veranstalter steht sicher in der größeren Verantwortung für die Nachhaltigkeit seines Festivals, doch auch jeder einzelne kann dazu beitragen. Klar, aufs Festival kommt man, um mal richtig im Chaos zu versumpfen, sich gehen zu lassen und ohne Hemmschwelle zu veräußern. Rücksichtloser Egomane muss man darum aber nicht sein, zumindest auf die Umwelt kann man Acht geben.

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Leihen statt kaufen

Nachhaltiges Handeln startet schon vor dem Festival. Stichwort: Ausleihen! Denn an Ausrüstung muss man nicht alles selber besitzen. Zelt, Bollerwagen, Gummistiefel, Campingstuhl usw. muss man nicht neu anschaffen, vielleicht gibt’s auch Bekannte, die was verleihen können. Oder man schafft sich mit Freunden gemeinsames Material an. Auf dem Zeltplatz selbst finden sich zudem genug Nachbarn, die man nett um Utensilien anschnorren kann. Luftpumpe, Powerbank oder Hammer zum Heringe einschlagen wären perfekte Beispiele.

Foto: Lukas Vering

Qualität zahlt sich aus

Festival-Camping artet schnell zur Materialschlacht aus. Es wird verschwendet und durchgebrannt, was geht. Zelte, Tische, Stühle – alles bleibt stehen. Am häufigsten gesehen: Billige Weißdachpavillons, die bei der ersten Böe zusammenklappen und drum mit Gaffatape panzerfest verbunden wurden und nicht abzubauen sind. Schlau ist, wer von vornherein wertiges Material anschafft. Etwa einen faltbaren Pop-up-Pavillon, der robuster, leichter aufzubauen und dank Tragetasche praktischer zu transportieren ist. Generell: nichts zurücklassen. Auch wenn es kaputt ist, ist es deine Verantwortung.

Mehrweg statt Einweg

Thema Materialschlacht, die Zweite: Einmalschrott aus dem Inventar verbannen! Plastikteller, Plastikbesteck, Plastikbecher, Plastikalles – gar nicht erst kaufen. Pappteller sind schon besser, Mehrweggeschirr aus Emaile oder Bambus rockt noch mehr.

Vor Ort einkaufen

Auf richtig großen Festivals gibt’s inzwischen temporäre Supermärkte – hier kann man gezielt den Proviant erstehen, den man braucht und nicht Massen an Zeug mitschleppen und die Hälfte unangerührt aufm Acker liegen lassen. Hier finden sich auch Pfandautomaten und Grillareas, die Einweggrille obsolet machen.

Einfach mal nicht grillen

Wer generell mal aufs Grillen verzichten kann, punktet: Man vermeidet nicht nur wenig umweltfreundliche Einweggrills, die oft auch noch den Boden verkokeln, sondern auch die Grillkohleüberreste, die nicht selten irgendwann auf der Wiese landen. Einfach mal was nicht machen – hilft auch schon!

Auf Mikroplastik verzichten

Apropos „nicht machen“: Glitzer und Konfetti. Klar, sieht schön aus und macht Freude, aber ist euer Komfort bei Verzicht wirklich eingeschränkt? Die Umwelt dankt.

Foto: Lukas Vering

Wasser vor Ort zapfen

Reduzieren kann man auch beim Thema PET-Flaschen. Davon werden oft etliche angekarrt, um den Wasserhaushalt einigermaßen mit dem Alkoholgehalt in Einklang zu bringen. Statt für jeden Schluck Wasser eine neue Flasche aufzudrehen, lohnt sich ein faltbarer Wasserkanister oder einfach die gleichen drei PET-Flaschen immer wieder zu befüllen. Trinkwasserstellen (aka Wasserlöcher) finden sich mittlerweile auf jedem vernünftigen Festival. Gleiches Wasser kann man dann auch für die allgemeine Körperhygiene verwenden.

Bio-Shampoo benutzen

Körperhygiene – danke fürs Stichwort! Wer sich Haar und Achsel lieber direkt neben dem Zelt wäscht, kann immerhin biologisch abbaubares, naturverträgliches und mikroplastikfreies Shampoo verwenden. Nicht selten sieht man zudem Abschminktücher, die den Boden wie Herbstlaub zieren. Muss nicht sein. Einfach mal nen Waschlappen und sanfte Seife benutzen.

Toiletten besuchen

Passend zum Thema: Pinkelpausen! Auch wenn man schon mal hört, dass Urin ein toller Dünger ist, freut sich die Natur selten über literweise Körperflüssigkeit von Menschenhorden, die ein Wochenende lang Alkohol und anderen Müll in sich hineinschlauchen. Also schön aufs Dixie mit dir! Häufig sieht man auch die sogenannten Goldeimer. Die mobilen Kompostklos auf Sägespänebasis verwandeln ohne Chemie deinen Haufen in Humus und spenden Erlöse.

Foto: Lukas Vering

Müll beieinander halten

Praktisches für den Alltag: Müllsack aufhängen (zum Beispiel an der kommunalen Pavillonstange) bewirkt oft wie von alleine, dass Camper ihren Abfall nicht einfach von sich stoßen, sondern in die Tüte werfen. Auch: Aschenbecher aufstellen! Es gibt auch welche, die in die Bierdosenhalter vom Campingstuhl passen. Kippenstummel sind voller Schadstoffe und verrotten erst nach einer Dekade. Schön aufsammeln!

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Letzte Predigt: Anreise. Der An- und Abreiseverkehr plus die daraus entstehenden Staus sind arge Umweltbelaster. Wer intelligent packt, kriegt seine ganzen Plörren aber auch problemlos bei der Anreise per Zug oder Bus mit. Jeder, der umsteigt, verkleinert die entstehenden Verkehrsverstopfungen. Nicht selten bringen Sonderbusse Besucher viel näher ans Ziel, als das Auto, das kilometerweit weggeparkt werden muss. Wer auf den PKW nicht verzichten kann, sollte dafür Fahrgemeinschaften bilden, die vorab über Foren, Facebook oder andere Dienste organisiert werden.

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