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Gute Vorsätze: Besser mit Geld umgehen

Foto: Fabian Blank

Geld stinkt nicht, so will es eine Volksweisheit. Ob das so stimmt, sei mal dahingestellt, aber jedenfalls steht man in unserer Gesellschaft ohne Geld schlecht da. Umso verwunderlicher ist es da doch, wohin die ganze Knete nach Monatsanfang immer so schnell verschwindet. Wenn dir das bekannt vorkommt, geht es dir wie mir. Deshalb habe ich mir in diesem Jahr vorgenommen, besser auf mein Geld aufzupassen und es bewusster auszugeben. Meine Herangehensweise habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

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Wo geht mein Geld hin?

Sich einen Überblick verschaffen

Die wichtigste Frage zuerst: Wo geht der ganze Segen hin? Klar, Miete, Geld für Essen, Klamotten, hier und da mal auf ein Konzert oder ein Abend in der Kneipe. Dann noch Handyvertrag, Spotify, Netflix, Fitti-Mitgliedschaft… Was einzeln nicht nach viel klingt, wird in der Summe ‘ne ganz schöne Nummer – was nicht heißen soll, dass sich diese Ausgaben nicht lohnen würden. Aber einen Überblick solltest du schon haben. Als erstes hilft es hier, den eigenen Kontoauszug auf regelmäßige Abgänge zu untersuchen und sich so einen ungefähren Überblick deiner monatlichen Fixkosten zu erstellen. Vielleicht entdeckst du auf diese Weise schon den ein oder anderen überflüssigen Kostenpunkt?

Buch führen

Neben den Fixkosten kommen aber noch die ganzen Hier-und-da-Ausgaben dazu – gerade die sind tückisch. So sehr ich das Büdchen meines Vertrauens auch schätze, muss ich sagen, dass ich dort doch übermäßig viel Geld lasse für Annehmlichkeiten, die ich nicht zwingend brauche. Das heißt nicht, dass du dir nie mehr Schokoriegel oder ein wohlverdientes Feierabendbier gönnen sollst. Aber schreib einfach mal einen Monat lang auf, was du wo ausgibst – insbesondere die kleinen Ausgaben, an die man eigentlich wenig Gedanken verschwendet. Hier mal ein Coffee2Go, dort ein Döner, das läppert sich. Wie du das anstellst, bleibt ganz dir überlassen. Ob klassisch mit Notizbuch und Stift oder modern per App am Smartphone – Hauptsache du weißt wo deine Kohle endet.

Wo soll mein Geld hin?

Ein Budget aufstellen

Wenn du schließlich weißt wo dein wohlverdientes Geld hingeht, ist es an der Zeit diese Ströme in die richtige Bahn zu kanalisieren. Wofür willst du wie viel Geld ausgeben? Wo hast du das Gefühl, Geld zu verschwenden? Anfangen solltest du hier bei notwendigen und nicht zu vermeidenden Ausgaben wie Miete, Versicherungen, Lebensmittel etc. Aber schon beim letzten Punkt hast du ja eine Menge Spielraum: Kaufst du beim Discounter, im großen Supermarkt oder auf dem Biomarkt. Nichts davon ist die falsche Entscheidung, sondern eine Frage der Priorität. Ist ja dein Geld. Aber wenn du an der einen Stelle mehr ausgibst, bleibt an der anderen eben weniger übrig.

Meiner Erfahrung nach gibt es mehrere Herangehensweisen an diese Budgetierung. Zum einen kannst du verschiedene Ausgabenkategorien definieren, wie zum Beispiel Miete, Lebensmittel, Klamotten, Freizeit, Hygieneprodukte etc. Dann ordnest du jeder Kategorie einen Monatssatz zu, der aber immer realistisch sein sollte. Wenn dein Budget für Klamotten dann zur Mitte des Monats aufgebraucht sein sollte, hast du trotzdem immer noch genug Geld für Lebensmittel und vielleicht ist auch noch ein Kneipenabend drin. Falls in einer Kategorie zum Monatsende etwas übrig bleiben sollte, kommt das in die „Gespart“-Kategorie oder geht als Überhang in den nächsten Monat, je nach Kategorie.

Alternativ kannst du einen etwas weniger technischen Ansatz wählen. Dazu definierst du die Geldsumme, die du monatlich zur Verfügung hast (abzüglich der Fixkosten) und teilst diese durch 30. Was dann übrig bleibt, ist dein durchschnittlicher Tagessatz. Diese Methode erfordert meiner Erfahrung nach etwas mehr Selbstdisziplin, ist aber dafür bei weitem nicht so kleinteilig wie eine detaillierte Buchhaltung.

Weniger Impuls, mehr Priorität

Ein wichtiges Stichwort habe ich eben schon genannt: Selbstdisziplin. Wer mich kennt, mag hier zwar von Böcken und Gärtnern sprechen, aber sei’s drum. Letztlich ist doch die Frage, wofür du über alle Notwendigkeiten hinaus dein Geld ausgeben willst: einen schönen Urlaub, ein Festivalwochenende, ein neues Instrument oder ganz was anderes? In jedem Fall hilft es, diese Dinge aufzuschreiben und zu listen, damit du weißt, wofür du längerfristig sparst. Ich selbst kenne es nur zu gut, wenn man diese Ziele im Impuls vergisst und das Geld dann doch für irgendeinen Spontankauf draufgeht. Wenn du das Geld für dein neues Spielzeug dann erst nach doppelt so langer Sparzeit zusammen hast, wie ursprünglich vorgenommen, kann das schon mal frusten.

Wo kann ich sparen?

Zuhause kochen

Essen ist Alltag, dementsprechend geht dafür auch jeden Tag Geld drauf. Wie viel du täglich für Essen ausgibst, ist allerdings eine ganz andere Geschichte. Denn jeden Tag Essen zu gehen, selbst in der Mensa oder beim Döner um die Ecke, kostet langfristig eine ganze Stange Geld. Angenommen du kaufst jeden Werktag einen Coffee2Go für 2 Euro, ein Brötchen für 1,80 Euro und dann noch an drei Tagen ein Mittagessen für 7 Euro, sind das zusammen schon 40 Euro. Damit kriegst du locker einen guten Wocheneinkauf hin. Einen Haufen Inspiration, was du dir jeden Tag so zubereiten kannst, findest du beispielsweise in einschlägigen YouTube-Kanälen, wie etwa Brothers Green Eats.

Essen selbst zuhause zubereiten kostet zwar in der Regel mehr Zeit und Aufwand, lohnt sich aber extrem. Wenn du die entsprechenden Behälter und den Platz im Kühlschrank hast, kannst du auch extra viel kochen und dir am nächsten Tag eine Portion mit auf Arbeit oder in die Uni nehmen (auch wenn deine Mitbewohnerinnen dich dann als Prep Mom bezeichnen…). Klar, kalt schmeckt es vielleicht nicht so gut wie frisch zubereitet, aber du sparst Geld und weißt, was drin ist. Außerdem macht Kochen auch richtig Spaß und gibt dir eine Möglichkeit, dich kreativ auszuleben, aber ich schweife ab.

Wenn du ein Organisator bist, kannst du dir einen Speiseplan für die ganze Woche erarbeiten, oder du gehst danach, worauf du in dem Moment Lust hast (hier aber wieder Vorsicht vor Impulskäufen). Richte deine Kochambitionen aber immer auch danach, was du gerade im Kühlschrank hast und was verbraucht werden sollte, bevor du es wegwerfen musst. Laut einer WWF-Studie werden in Deutschland jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, davon allein 4 Millionen Tonnen in Nordrhein-Westfalen!

Unnötige Mitgliedschaften kündigen

Es muss ja nicht gleich die Jamba-Spar-Abo-Falle sein, aber Mitgliedschaften und Gebühren können dein Konto ganz schön leersaugen. Viele Fitness-Studios leben von der mentalen und körperlichen Faulheit ihrer Mitglieder. Ich spreche da aus Erfahrung. Wenn du regelmäßig hingehst und dir der Sport gut tut – cool beans! Aber wenn dir die Mitgliedschaft nur das Geld aus der Tasche zieht, dann überdenk sie noch einmal. Sport kannst du auch draußen mit Freunden oder im Verein machen. Da ist dann auch der Sozialdruck höher und damit vielleicht auch die Erfolgschance?

Ebenso verhält es sich mit Medienanbietern wie Netflix, Spotify, Amazon Prime, Audible und so weiter. Ich selbst möchte auf mein unbegrenztes Musikstreaming nur ungern verzichten, deshalb ist es mir das Geld wert, aber das muss jeder für sich entscheiden. Letztlich musst du wissen, ob du einen solchen Dienst für das, was du investierst, auch ausreichend nutzt, beziehungsweise das Gefühl hast, genug für dein Geld zurückzubekommen.

Kaputte Sachen reparieren (lassen)

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Konzerne profitieren von niedrigen Rohstoffpreisen und können Neuware zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen, wohingegen eine Reparatur beim Fachmann, sei es nun der Schuster, der Mechaniker oder der Elektriker, häufig unnötig teuer scheint. Dennoch sollte man sich von kleineren Mängeln und Gebrechen vieler Gegenstände nicht zu einem vermeintlich günstigen Neukauf verleiten lassen. Dein Lieblingsoberteil hat ein Loch? Dann näh es doch einfach selbst, oder lass es dir von jemandem zeigen. Ebenso verhält es sich mit dem guten alten Fahrrad. Reifen lassen sich flicken, Zahnräder und Ketten neu anbringen. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn man etwas repariert und es danach wieder funktioniert.

Aber auch viele kleine Technikgeräte können mit ein paar gekonnten Handgriffen und Ersatzteilen wieder zum Laufen gebracht werden (während des Garantiezeitraums solltest du jedoch vorsichtig sein, da durch unprofessionelle Eingriffe häufig die Garantie erlischt). Je nach Komplexität des Gerätes kannst du das entweder selbst machen und dir das notwendige Know-how in einem Video-Tutorial aneignen, oder einen ambitionierten Hobby-Bastler ranlassen. Die findest du häufig in den immer mehr werdenden Repair-Cafés, in denen du allerlei Gerätschaften und Gegenstände von ehrenamtlichen Bastlern und Tüftlern reparieren lassen kannst. Neben dem Erhalt deines Eigentums gewinnst du so noch neue Bekanntschaften und technisches Wissen dazu, was dir im Falle eines Neukaufs vorenthalten geblieben wäre (eine Liste mit vielen Repair-Cafés in Deutschland findest du hier). Die Ressourcen unserer Erde sind endlich und wir alle sind dazu angehalten, verantwortungsbewusst mit ihnen umzugehen.

Leihen statt kaufen

Eine weitere Möglichkeit, wie man Geld sparen kann, ist es, sich nicht häufig gebrauchte Gegenstände einfach zu leihen. Klassische Beispiele sind hier Dinge wie Leitern, Akkuschrauber oder Wasserwagen – alles, was man eben nur zu bestimmten Gelegenheiten braucht. Solche Sachen kannst du dir entweder in deinem Freundeskreis, aber auch in deiner Nachbarschaft leihen. So lernst du auch noch deine Nachbarn kennen.

In unserem modernen 21. Jahrhundert gibt es aber natürlich auch elegantere Lösungen, als einfach auf gut Glück in der Mietskaserne loszuklingeln. Der Verein Pumpipumpe aus der Schweiz vertreibt beispielsweise Sticker für deinen Briefkasten oder dein Klingelschild. Damit kannst du durch kleine Symbole im Hausflur oder an der Haustür verkünden, was du an Gerätschaften verleihen kannst. Vielleicht kannst du so auch deine Nachbarn von dieser Methode überzeugen? Wenn man möchte, kann man seine Sticker dann sogar online registrieren und so die eigene Nachbarschaft digital ausweiten.

Daneben gibt es aber auch diverse soziale Netzwerke für die Nachbarschaft. Auch hier gibst du an, was du zu verleihen hast und siehst im Gegenzug, was deine Nachbarn anzubieten haben. Außerdem werden über diese Netzwerke auch immer wieder Veranstaltungen wie Hoffeste, Kochabende oder Gartenpartys in der jeweiligen Nachbarschaft organisiert, sodass du hier wieder Geld sparen und Leute kennenlernen miteinander verbinden kannst.

Do It Yourself

Eine der grundsätzlichsten und aufwendigsten, aber auch nachhaltigsten Methoden ist es, Dinge einfach selber zu machen. Hier kommt sicher als erstes das gute alte Stricken in den Sinn: Ob Socken, Schals oder Mützen, mit ein bisschen Übung gelingt dir das schnell und du hast eine gute Beschäftigung, während der du Podcasts hören oder Serien suchten kannst. Und falls dir als Weihnachtsgeschenk nichts anderes einfällt, gehen selbstgemacht Socken immer. Anspruchsvollere Klamotten kannst du selbst nähen, Schnittmuster findet man dazu heutzutage einfach online, entweder frei verfügbar oder gegen eine einmalige Gebühr.

Auch im Haushalt kannst du einiges selbst erledigen, was über das wohlbekannte Paletten- oder Bierkastenbett hinausgeht. Statt dir mittelmäßig lackierte und dezent überteuerte Spanplattenregale an die Wand zu tackern, kannst du dir einfach ein paar gute Bretter und Winkel im Baumarkt zuschneiden lassen, selbst zusammenzimmern und deine vier Wände so verschönern (die Bohrmaschine gibt’s bei den Nachbarn). Lampenschirme lassen sich selbst flechten, auch ein Hochbett soll schon mit ein wenig Mut und Internetbildung entstanden sein. Klar, das mag gerade anfangs vielleicht etwas rustikal und pragmatisch wirken, aber mit ein wenig Übung und Mühe kannst du deine neuen Möbel auch aufhübschen: Mal sie bunt an und lass deiner Kreativität freien Lauf, oder recycle alte Lifestyle-Magazine in einer Art Pappmaché-Überzug. Klarlack drüber, fertig ist die Laube! Gerade eine Plattform wie Pinterest bietet dir hier unter den entsprechenden Stichworten mehr Inspiration, als du je in deinem ganzen Internet-Leben durchforsten kannst.

Kauf Second Hand

Zugegeben, das ist jetzt kein richtiger Geheimtipp mehr, aber Second Hand ist immer noch Trend. Auch hier wandert der erste Gedanke sicher in Richtung Klamotten, doch Möbel und Haushaltswaren lassen sich ebenfalls sehr gut aus zweiter Hand shoppen, häufig in noch guter bis sehr guter Qualität und zu günstigen Preisen. So trägst du dazu bei, Gegenstände länger im Umlauf zu halten und der Konsumgesellschaft entgegenzuwirken und sparst nebenher im Vergleich zum Neukauf noch Geld. Außerdem kannst du dich als der individuelle Trendsetter präsentieren, der du eben bist – ob nun in deinem Outfit oder dem Interieur deiner Bleibe. Aber auch Bücher, Filme, Spiele, Technikkram kannst du gut und günstig gebraucht kaufen.

Gönn dir Qualität

Wohin nun aber mit dem ganzen Segen, den man sich da zusammengespart hat? Das Geld kannst du ruhig ausgeben, du hast es dir ja selbst verdient. Aber hier greift wieder die eingangs erläuterte Prioritätenliste: Worauf hast du schon die ganze Zeit gespart? Gönn es dir! Achte aber, sofern möglich, darauf, dass du auch gute Qualität kaufst. Denn in den meisten Fällen wirst du dadurch noch wesentlich länger Freude an der Sache haben, auch wenn du einmalig tiefer in die Tasche greifen musst. Und an manchen Dingen, so will es der gesunde Menschenverstand, sollte man nicht sparen (gute Matratze, Schuhwerk, diese eine Lederjacke, die du schon immer haben wolltest). Aber das kannst du dir jetzt ja leisten. Und wenn es doch mal kaputt gehen sollte, ab zur Reparatur.

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