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Die Grüne Lunge: Wälder und Parks in Düsseldorf

Schloss Benrath | Foto: Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH – Fotograf U. Otte

Das Rheinland und das Bergische haben einiges zu bieten an öffentlichen Grünanlagen, Parks und Wäldern und weiteren Orten, wo man die Seele baumeln und sich Mutter Natur hingeben kann. Wir haben für dich recherchiert, wo du die schönsten Spots zum Spazieren und Flanieren findest. Geh mal vor die Tür – in Düsseldorf!

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Schlosspark Benrath

Tief im Düsseldorfer Süden liegt das Schloss Benrath, erbaut im 18. Jahrhundert als kurfürstlicher Sommersitz, mit der dazugehörigen, 63 Hektar großen Parkanlage, die sich vom Benrather Zentrum bis zum Rheinufer erstreckt. Das Grün ist streng gestaltet. Was Andre le Notre erstmals im Park von Versailles getan hatte, war seinerzeit zur großen Mode geworden: streng geplanter, geometrisch gegliederter, durch Bauten geprägter Garten. Nicolas de Pigage verwirklichte all das auch in Benrath.

Im Gegensatz zu manch anderem Grün in der Stadt wirkt der Schlosspark Benrath äußerst gepflegt. An der Westseite liegt der „englische“ Garten, heute auch Blumengarten genannt, mit dem Eremitenhäuschen (vom Volksmund „Hexenhäuschen“ getauft). Im östlichen Teil findet sich der „französische“ Garten mit ornamental gefassten Kaskaden und seitlichen Rabatten. Aber nicht nur Blumen, Hecken und akkurat geschnittenes Grün prägen die Anlage. Zahlreiche hohe Bäume, die meisten davon Rotbuchen, spenden im Sommer reichlich Schatten – mancher Besucher wähnte sich da schon in einem „echten“ Wald. Wasser ist ein anderer wichtiger Bestandteil des Parks – es umgibt das Schloss zu beiden Seiten.

Vorne wurde ein großer Weiher angelegt, in dessen Mitte eine goldene Kugel prangt, aus der eine Fontäne schießt. Hinter dem Schloss findet sich ein langgezogenes Wasserbecken, das manche der 32 im Park ansässigen Vogelarten gerne mal für ein Bad nutzen. Alljährlich im Sommer finden vor dieser zauberhaften Kulisse freiluftige Klassik-Konzerte statt. Der Clou: Das Publikum bringt sich sowohl Sitzgelegenheiten (seien es nun Decken oder Stühle) als auch Verpflegung selber mit. Und auch das Jahr über ist für Kultur gesorgt. In der Orangerie ist die Stadtteil-Bücherei untergebracht. Der Marstall, einst Pferdestall, dient heute der renommierten Tanzkompanie Neuer Tanz als Probe- und Aufführungsbühne.

Und im Schloss selber geht es museal zu: Im Ostflügel residiert das Museum für Europäische Gartenkunst, im Westflügel das Museum für Naturkunde. Im Mittelteil kann man im Rahmen regelmäßiger Führungen erfahren, wie der „Sommersitz im Grünen“ früher genutzt wurde. So viel Angebot kostet Zeit – und macht hungrig. Das Schlosscafé schafft mit Kaffee, Kuchen und mehr Abhilfe. Und einen Katzensprung von Schloss entfernt gibt es im Eiscafé Corradini in der Benrather Fußgängerzone auch exquisites Eis!
Benrather Schloßallee 100-106, Düsseldorf, schloss-benrath.de

Unterbacher See

Bis zu 13,4 Meter tief, 87 Hektar groß, größte Ost-West-Länge 2300 Meter, größte Nord-Süd-Länge 600 Meter – das sind die Eckdaten des Unterbacher Sees. Bis 1973 wurde dort, wo mittlerweile der Naherholung gefrönt wird, Kies und Sand gefördert. Statt der Bagger sind heute die Freizeitsportler allgegenwärtig. Nirgends in Düsseldorf ist das Angebot unterschiedlicher Freiluft-Sportarten so groß wie hier! Da ist zum einen der Wassersport, klar! Sommers laden zwei Freibäder (Strandbad Nord und Süd, letzteres mit FKK-Strand) zum Schwimmen ein, zudem kann gesegelt und gesurft werden. Und auch ordinäre Ruder- und Tretboote stehen gegen Entgelt für kurze Kreuzfahrten bereit.

Rund um den See tummeln sich derweil Radler, Jogger, Nordic Walker und Spaziergänger. Wer gerne den festen Boden unter den Füßen verliert, der ist im Hochseilgarten querfeldein (Am Kleinforst 260) an der richtigen Adresse. Dort kann man sich auch im Bogenschießen üben, den Bau eines Floßes ebenso wie Kanu fahren erlernen. Gemütlichere Gemüter geben sich dem Angeln hin, spielen Minigolf oder mieten einen der Grillplätze am Nordufer direkt neben dem Bootshafen. Wer kein Selbstversorger ist, findet rund um den See auch mehrere Einkehrmöglichkeiten. „Peters Biergarten“ sowie das Café Ponton, dessen Terrasse auf dem Wasser schwimmt, sind unweit des Strandbads Süd zu finden.

Am anderen Ufer locken der Biergarten des Strandbads Nord sowie das Se[h]restaurant, in dem der Service leider häufig hoffnungslos überfordert ist. Wer länger am Unterbacher See bleiben möchte, kann das auch tun. Auf beiden Seiten befinden sich Saison-Campingplätze mit insgesamt ca. 550 Plätzen (der Campingplatz Süd bleibt allerdings Dauercampern vorbehalten). Bei all den Aktivitäten, denen Mensch hier nachgehen kann, ist es fast schon erstaunlich, dass der See gleichzeitig Biotop-Charakter hat. 15 von 42 in Düsseldorf heimischen Fischarten kommen hier vor – darunter Hecht, Flussbarsch, Aal, Karpfen oder Schleie. Zu ihnen gesellen sich seltene Wasservogelarten wie Rothalstaucher, Schellente und Zwergsäger.
Kleiner Torfbruch 31, Düsseldorf, unterbachersee.de

Lantz’scher Park

Foto: Düsseldorf Marketing
& Tourismus GmbH – Fotograf U. Otte

Fernab der Innenstadt findet sich dieses Parkjuwel, in dem man auch an einem schönen Sommertag das finden dürfte, was in zentraler gelegenen Grünanlagen stets Mangelware ist: ein freies Plätzchen. Mit der Ruhe ist es trotz des Mangels an Mensch dennoch nicht allzu weit her – leider liegt der Lantz’sche Park nämlich direkt in der Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens. Lange bevor der erbaut wurde, lange bevor man überhaupt nur ans Fliegen dachte, im 13. Jahrhundert nämlich, soll an dieser Stelle ein wasserumwehrter Rittersitz gestanden haben. Im frühen 19. Jahrhundert erwarb der Kolonialwarenhändler und Stadtpolitiker Heinrich Balthasar Lantz das Gelände und errichtete das Herrenhaus, das noch heute existiert.

Peu à peu entstand rund um das Gebäude eine wunderbare Parkanlage, Aussichtshügel wurden aufgetürmt, Linden-Alleen angelegt, später wurde auch eine Begräbniskapelle errichtet. Nach dem Tod des letzten Familienmitglieds kaufte die Stadt Düsseldorf 1972 das Anwesen und machte es sechs Jahre später der Öffentlichkeit zugänglich. Der renommierte Galerist Alfred Schmela bezog das Herrenhaus und organisierte im Außenraum viel beachtete Skulpturenausstellungen. 1980 starb er. Seitdem steht das verzaubert anmutende Herrenhaus leer. Prunkstück der über 14 Hektar fassenden Parkanlage im Stadtteil Lohausen ist der auffällig alte Baumbestand. Und einige historische wie zeitgenössische Plastiken beherbergt das Grün auch noch.
Lohauser Dorfstraße, Düsseldorf, duesseldorf.de

Wildpark

Inmitten des Grafenberger Waldes und unweit der dortigen Galopprennbahn liegt der Wildpark – ein attraktives Ausflugsziel für Familien mit Kindern wie Kinderlose – allein Hunde müssen daheim bleiben, sie dürfen auch angeleint nicht auf das Gelände. Letzteres ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet und erhebt keinen Eintritt. Mit einer Größe von 40 Hektar unterscheidet sich der Wildpark entschieden von einem Zoo. Hier werden die Tiere nicht auf kleinster Fläche eingepfercht und den Besuchern präsentiert – sie entscheiden vielmehr selbst, wann sie sich den Menschen nähern und sich von ihnen streicheln und füttern lassen. In weitläufigen, naturnah gestalteten Gehegen sind Rothirsche, Rehe, Muffel- und Damwild wie auch Wildschweine zu Hause.

Wenn in den Monaten Oktober und November schnarchende Geräusche durch den Park dringen, hat die Brunft des Damwildes begonnen. Da die Hirsche in der Paarungszeit aufgrund von Rivalenkämpfen aggressiv und auch gegenüber Menschen unberechenbar sind, bleibt ihr Freigehege mehrere Wochen lang geschlossen, während der Rest des Wildparks weiterhin besucht werden kann. Zwischen Ameisenhaufen, Bienenhaus, Waldschule und Naturteich leben übrigens Fasane und Rebhühner ebenso wie Füchse, Iltisse, Wildkatzen und Waschbären. Letztere sind allerdings überwiegend im Tiefschlaf anzutreffen, zu dem sie sich meist in Astgabelungen zusammen rollen.

Wichtige Hinweise: Damwild und Wildschweine sollen nur in Maßen gefüttert werden und zwar ausschließlich mit Rohkost. Möhren, Kohlrabi, Kartoffeln, Äpfel und Birnen werden gern genommen. Gleiches gilt für Eicheln und Kastanien. Nudeln hingegen enthalten zu viele Kohlehydrate und sind daher nicht als Nahrung für Wildtiere geeignet. Hungrigen Zweibeinern sei der Bauernladen Benninghoven (Ratinger Weg 16) ans Herz gelegt. Dort kann man neben Obst, Gemüse, Säften, Wein, Fisch und Geflügel auch köstliche Kuchen, Torten und Teilchen erwerben.
Rennbahnstraße 60, Düsseldorf, duesseldorf.de

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