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Gasgrill, Elektrogrill oder Holzkohlegrill: Welcher ist der beste?

Foto: Vincent Keiman
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Grillen kann wirklich jeder! Und zwar längst nicht nur Fleisch. Mit ein paar Tipps und der richtigen Ausrüstung sind fantastische Varianten vom vegetarischen Fingerfood bis zum süßen Nachtisch auf dem Grill möglich. Unsere Serie „Grillen für Anfänger“ hilft, den eigenen Grill-Skill schnell zu verbessern. Im ersten Teil unserer Grill-Serie stellen wir die „Gretchenfrage“. Was ist denn nun besser: Gasgrill, Holzkohlegrill oder Elektrogrill?

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Gas-, Kohle- oder Elektrogrill: Schmeckt man den Unterschied?

Foto: Marc Lorenz

Hier müssen wir schon gleich mit einem verbreiteten Mythos aufräumen: Beim Geschmack des Grillgutes gibt es bei korrekter Anwendung keinen Unterschied zwischen den einzelnen Grill-Arten. Auf einem Holzkohlegrill schmecken Produkte nicht anders, nicht „rauchiger“ als beim Gas- oder Elektro-Pendant. Gut durchgeglühte, grillfertige Grillkohlen und –brikettes enthalten keinerlei (Rauch-)Aromen. Ausnahme: Kohlegrills, die mit Holz befeuert werden. Hier nähert man sich der „Smoker-Technik“, was in einem späteren Teil unserer Serie vorgestellt wird. Bei den klassischen Grillmethoden sind allein Temperatur, Technik sowie die Art und Qualität des Grillgutes für das Geschmackserlebnis zuständig.

Welche Ausstattung braucht der Grill?

Foto: Marc Lorenz

Ein Grill mit Deckel ist das A und O! Egal ob mit Kohle, Gas oder Elektrizität geheizt wird: Nur so gelingt es, Temperaturen konstant hoch zu halten und das ideale Grillergebnis zu erzielen. Als Faustregel gilt: Bei jedem Öffnen des Deckels verlängert sich die Grillzeit um etwa fünf Minuten. Wer nicht eh einen Camping- oder Balkontisch in der Nähe hat, sollte bei der Ausstattung seines Grills auf robuste seitliche Ablageflächen und Grillbesteckhalter achten, um Teller und Werkzeug stets griffbereit zu haben. Wer seinen Grill dauerhaft unter freiem Himmel lagert, sollte sich vor dem Kauf über passende, atmungsaktive Wetterschutzhauben informieren. Nur so kann sich ansammelndes Kondenswasser verdampfen und die Rostbildung verhindert werden.

Wie viel kostet ein guter Grill?

Foto: Marc Lorenz

Bereits unter 100 Euro sind geeignete Holzkohlegrills mit Deckel und Ablageflächen zu haben. Sie verrichten gute Dienste, verfügen über ausreichend große Grillflächen und sind bei fachgerechter Lagerung und Pflege durchaus langlebig. Ungefähr in dieser Preisklasse starten auch gute Elektro-Varianten. Die Leistung sollte hier bei mindestens 2.000 Watt liegen. Sie gibt es als Tischgrill oder mit darunter verbautem Grillwagen mit Rollen und Ablageflächen. Allerdings ist die Grillfläche hier oft kleiner als beim Holzkohlegrill. Vergleichbare Gasgrills kosten zwar mehr (ab ca. 180 Euro), amortisieren sich aber insbesondere mit Pfand-Gasflaschen extrem schnell.

Wie bedient man welchen Grill?

Foto: Andreas Zabel

Der Elektrogrill scheint schnell und einfach einsatzbereit: Schalter umlegen und los geht’s. Großer Vorteil: Das Brennmaterial geht nicht zur Neige. Großer Nachteil: Das System braucht meistens extrem lange, um auf hohe Temperaturen zu kommen. Für gute Röstaromen sind Temperaturen von 220 °C und mehr ideal. Das kann bei Elektrogrills Wartezeiten von über 30 Minuten bedeuten. Zwar gibt es hier auch schon innovativere Varianten, die sogar maximal-Temperaturen von bis zu 300 °C erreichen. Die Anschaffungspreise sind allerdings entsprechend hoch.

Deutlich schneller einsatzbereit ist der Gasgrill: Aufdrehen, Zündknopf drücken, Deckel schließen und nach rund fünf bis zehn Minuten ist der Grill auf Betriebstemperatur. Ebenso wie bei den meisten Elektro-Varianten kann die Leistung sehr leicht über Regler eingestellt werden. Thermometer im Deckelbereich informieren über die aktuelle Temperatur.

Wesentlich aufwendiger ist die Inbetriebnahme und Steuerung beim Holzkohlegrill. Zunächst müssen Kohle und Briketts entzündet werden (Tipp: Anzündkamine verwenden), danach dauert es je nach Menge und Sorte bis zu 30 Minuten bis ein geeignetes „Glutbett“ erreicht wurde. Die Temperatur wird über regelbare Luftöffnungen am Grillkorpus eingestellt. Hier ist ein wenig Übung erforderlich. Schwierig wird’s wenn die Glut heruntergebrannt ist, das Grillfest aber noch weitergehen soll. Man kann zwar frühzeitig Kohle nachlegen, muss allerdings mit dem Grillgut unbedingt warten, bis sich ein neues Glutbett gebildet hat! Gerade beim Anbrennen von Holzkohle und Briketts entstehen giftige Gase, die in die Lebensmittel gelangen können.

Wie reinigt man den Grill?

Foto: Andreas Zabel

Klarer Pluspunkt des Holzkohlegrills ist seine Reinigung. Nachdem alles abgekühlt ist, können Asche und Kohlereste zusammengekehrt und über eine Öffnung oder ein Schubladensystem entnommen werden. Ebenfalls sehr schnell ist der Elektrogrill wieder sauber: Unter den Heizspiralen befindet sich in der Regel eine Wasserschale, die austretende Flüssigkeiten und Reste des Grillguts auffängt. Sie wird nach der Abkühlphase nur entleert, kurz ausgespült und ist wieder einsatzbereit. Sollten die Heizspiralen „etwas abbekommen“ haben, können diese nach dem Abkühlen mir Schwamm und Bürste schnell und bequem gereinigt werden.

Deutlich aufwendiger ist das Saubermachen beim Gasgrill. Mit Abdeckungen wird verhindert, dass Flüssigkeiten direkt auf die „Brennerrohre“ tropfen. Diese Abdeckungen sorgen zudem für eine möglichst gleichmäßige Hitzeverteilung auf der Grillfläche und sehen nach der Benutzung entsprechend aus. Sie sollten regelmäßig von Resten befreit werden, nicht nur aus hygienischen Gründen sondern auch, um einem „Fettbrand“ vorzubeugen. Gleiches gilt für die Auffangschalen, die sich meistens unter dem Brennraum befinden.

Fazit: Für wen eignet sich welcher Grill?

Foto: Sebastian Drolshagen

Für einen Elektrogrill sollte man sich nur entscheiden, wenn aufgrund der Wohnsituation nicht mit offenem Feuer gegrillt werden darf. Der Elektrogrill braucht viel Zeit, um auf Temperatur zu kommen. Pluspunkte sammelt er allerdings bei der Reinigung und mit dem Umstand, dass hier kein Brennmaterial „nachgefüllt“ werden muss. Zudem kann er – je nach Zulassung – sogar als Tischgrill „indoor“ betrieben werden.

Für den Holzkohlegrill können sich alle bedenkenlos entscheiden, die nur hin und wieder grillen möchten, vor einer langen Inbetriebnahme nicht zurückschrecken und gewillt sind, sich mit Temperaturregelung durch Luftzufuhr zu beschäftigen. Großer Pluspunkt: Je nach verwendetem Brennmaterial schafft der Holzkohlegrill leicht Temperaturen über 350 °C. Die braucht man allerdings vergleichsweise selten, ist aber sehr froh sie zu haben, wenn man auf seinem Grill mal Pizzen zubereiten möchte. Allerdings sprechen die Unterhaltskosten klar gegen den Holzkohlegrill. Wer dennoch diese Variante wählt, sollte sich vor dem Kauf einmal die breite Palette der Keramikgrills anschauen. Die gibt es inzwischen zu recht interessanten Preisen und bieten den entscheidenden Vorteil, dass die Wärme sehr lange gespeichert werden kann. Zusätzlich sind im Zubehör Erweiterungen erhältlich, mit denen diese Grills auch als Smoker genutzt werden können.

Der Gasgrill eignet sich sehr für Rationalisten, die gerne und mehrmals in der Woche grillen. Er ist komfortabel, hocheffizient, im Handumdrehen einsatzbereit und kinderleicht zu bedienen. Optionale „Backburner“ mit elektrisch angetriebener Rotisserie, Seitenkocher für Saucen, Aufläufe oder Gemüsevarianten machen den Gasgrill zur echten Outdoor-Küche. Allerdings sind Reinigung und Wartung viel aufwendiger als bei den „Kontrahenten“.

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