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10 deutsche Filme, die tatsächlich gut sind

Foto: Ajeet Mestry
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Der deutsche Film hat teilweise einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, wie wir finden. Denn das deutsche Kino hat in den letzten Jahren einige ziemliche Kracher rausgehauen. Hier kommen unsere Empfehlungen in Sachen deutsche Filme.

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Deutsche Filme auf Netflix

Herr Lehmann

Herr Lehmann (Christian Ulmen) heißt eigentlich Frank. Da er aber bald 30 wird, ziehen seine Freunde ihn mit dieser Namensnennung bei gleichzeitigem Duzen konstant auf, und nicht nur das regt Herrn Lehmann auf. Da wären auch noch die Eltern, die mehr oder weniger unangekündigt in seinem halbwegs geordneten Leben in Berlin auftauchen und denen er eine erfolgreiche Karriere vorspielen will. Außerdem hat er gerade erst mit der Köchin Katrin (Katja Danowski) angebandelt, was die allgemeine Situation nicht gerade vereinfacht. Die Verfilmung von Sven Regeners (Element of Crime) Debütroman ist rundum gelungen und wirft einen pointierten Blick auf ein West-Berlin kurz vor der Wende.
Herr Lehmann: 112 Minuten, 2003

Lammbock

Wie kommt man im Studium an Geld? Klar, man könnte im Café jobben, Pizza ausliefern oder auch eine Stelle als Hiwi ergattern. Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) haben da eine andere Methode. Gemeinsam betreiben sie den Pizza-Lieferdienst „Lammbock“, der dabei aber nur als Tarnung für ihren florierenden Cannabis-Handel herhält. Blöd nur, dass sich dann Läuse auf die betriebseigene Plantage einschleichen. Dass sich dann noch ein verdeckter Ermittler einschleicht, macht die Sache nicht unbedingt einfacher. „Lammbock“ hat ohne Frage Kultstatus und glänzt vor allem in den gewitzten Dialogen mit zahlreichen Tarantino-Anleihen.
Lammbock: 92 Minuten, 2001

Pappa ante portas

Klar, ohne Loriot wäre diese Liste nicht vollständig. Der Großmeister des deutschen Humors beweist in „Pappa ante portas“ einmal mehr sein Auge für die vielen, kleinen Banalitäten des zwischenmenschlichen Alltags. Heinrich Lohnse (Loriot) wird als Einkaufsdirektor der Deutschen Röhren AG vorzeitig in den Ruhestand entlassen und weiß – „About Schmidt“ lässt grüßen – nicht so recht etwas mit sich anzufangen. Sehr zum Ungemach von Ehefrau Renate (Evelyn Hamann), die sich in ihrem bisher geordneten Alltag von der neuen Präsenz gestört fühlt. Der pointierte Witz aus den Fernsehbeiträgen steht zwar auch hier im Mittepunkt des Geschehens, doch Loriot gelingt es, mit „Pappa ante portas“ mehr zu liefern, als nur eine Aneinanderreihung verschiedener Sketche.
Pappa ante portas: 85 Minuten, 1991

Bang Boom Bang

„Bang Boom Bang“ – das ist wohl der Ruhrgebiets-Kultfilm schlechthin. Worum geht es? Der etwas hängengebliebene Dirk, Spitzname Keek (Oliver Korritke) hat vor ein paar Jahren mit Karlheinz „Kalle“ Grabowski (Ralf Richter) eine Bank ausgeräumt, wobei Kalle jedoch geschnappt wurde und ins Kittchen gewandert ist. Keek, der eigentlich auf das Geld aufpassen sollte, hat das jedoch im Laufe der Jahre ordentlich verprasst. Dumm nur, dass Kalle jüngst aus dem Knast ausgebrochen ist und jetzt seine Kohle will. Weitere bekannte Gesichter: Diether Krebs als Verbrecherboss Werner Kampmann, Martin Semmelrogge als dauernervöser Handlanger Schlucke, Alexandra Neldel als Auszubildende Melanie und niemand geringeres als Til Schweiger als der Amateur-Kicker Brown.
Bang Boom Bang: 107 Minuten, 1999

Systemsprenger

Was tun mit Kindern, die durch alle Raster des öffentlichen Bildungs- und Sozialsystems fallen? Ein solcher „Systemsprenger“ genannter Fall steht im Zentrum des gleichnamigen Ausnahmefilms von Nora Fingscheidt. Protagonistin des Films ist die 9-jährige Benni (grandios: Helena Zengel), die durch unkontrollierbare Wutausbrüche von einer Wohngruppe und Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht wird. Die alleinerziehende Mutter Bianaca (Lisa Hagemeister) ist überfordert. Schließlich engagiert das Jugendamt den Anti-Aggressions-Trainer, der mit Benni einen dreiwöchigen Aufenthalt in einer Waldhütte durchführt – ohne Internet, ohne Fernseher, ohne fließendes Wasser. Doch auch danach ist nicht alles eitel Sonnenschein. „Systemsprenger“ hat 2019 national und international die Kritiker durch die Bank weg begeistert. Der brandaktuelle Stoff ist harter Tobak und sicher nichts für einen Gute-Laune-Filmabend. Doch vor allem die Leistung von Jungschauspielerin Helena Zengel reißt einen vom Hocker.
Systemsprenger: 120 Minuten, 2019

Das Leben der Anderen

Der Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) soll Ost-Berlin Mitte der 80er den Schriftsteller Georg Dreymann (Sebastian Koch) bespitzeln und belastendes Material über ihn zusammentragen. Im Dach des Wohnhauses von Dreymann richtet Wiesler eine Abhörstation ein, nachdem er die Räume des Schriftstellers technisch präpariert hat. Schnell merkt er aber, dass Kulturminister Hempf (Thomas Thieme) den Auftrag nicht nur aus politischen, sondern auch aus persönlichen Gründen gegeben hat. Denn er hat ein Auge auf Partnerin Dreymanns geworfen, die Schauspielerin Christa Sieland (Martina Gedeck). Zudem stellt Wiesler fest, dass sich seine eigene Weltsicht durch das Abhören des freigeistigen Dreymanns nach und nach ändert. „Das Leben der Anderen“ räumte seinerzeit Preise links und rechts ein, unter anderem den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
Das Leben der Anderen: 137 Minuten, 2006

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Was nützt die Liebe in Gedanken

Die tragische Liebe ist doch eines der Lieblingsthemen von uns Menschen. Fast mehr noch, als das manchmal einfach zu schnulzige Happy End. Eine wahrhaft tragische Liebesgeschichte bietet sich euch in „Was nützt die Liebe in Gedanken“ aus dem Jahr 2004. Darin gehen die beiden Freunde Paul Krantz (Daniel Brühl) und Günther Scheller (August Diehl) einen Selbstmordpakt ein, sollten sie keine Liebe mehr empfinden. Fast schon logisch, dass da etwas schief gehen muss. Denn Paul und Günther befinden sich in einem Liebesvieleck mit anderen Protagonisten und so richtig monogam ist da niemand. Das mag auf dem Papier jetzt erstmal alles recht platt klingen. Der Film von Achim von Borries – der übrigens auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1927 basiert – fängt die Gefühle und deren Verletzungen aber so zart, elegant und beinahe schon, im wahrsten Sinne des Wortes, traumhaft ein, dass man von der Geschichte in Nullkommanichts eingenommen wird.
Was nützt die Liebe in Gedanken*: 85 Minuten, 2004

Absolute Giganten

„Es müsste immer Musik da sein“ – vielleicht habt ihr diesen fast schon phrasegewordenen Satz schon einmal gehört oder gelesen. Seinen Ursprung hat er in Sebastian Schippers „Absolute Giganten“ aus dem Jahre 1998. Darin erlebt das Freundes-Trio Walter (Antoine Monot, Jr.), Ricco (Florian Lukas) und Floyd (Frank Giering) eine wilde Nacht in Hamburg – inklusive der wohl ikonischsten Tischkicker-Szene, die je auf Film gebannt wurde. Anlass ist Floyds endende Bewährung, nach der er der Stadt den Rücken kehren und auf einem Frachter anheuern will. „Absolute Giganten“ ist ein kleiner Film, der aber große Fragen stellt und vor allem dank seiner lebhaften Protagonisten und des fantastischen Soundtracks im Gedächtnis bleibt. Und was es mit dem Zitat auf sich hat, das findet ihr am besten selbst heraus.
Absolute Giganten*: 79 Minuten, 1998

Sonnenallee

Wie lief eigentlich so eine Jugend in der DDR ab? Ob die Darstellung in „Sonnenallee“ von Leander Haußmann da jetzt exemplarisch ist, sei mal dahingestellt. Unterhaltsam ist der Film um eine Gruppe DDR-Jugendlicher im Ost-Berlin der 70er-Jahre allemal. Protagonist ist Michael „Micha“ Ehrenreich (Alexander Scheer), der gemeinsam mit seinen Freunden kurz vor dem Abitur steht und sich somit mit der Frage konfrontiert sieht, ob er sich drei Jahre für die NVA (die Nationale Volksarmee) verpflichten soll, um so einen Studienplatz zu ergattern. Dann ist da natürlich noch die Liebe, wobei die für Micha zunächst eher ausbleibt. Und zwischen Besuch vom Onkel aus dem Westen, heimlichem Hören verbotener Rolling-Stones-Platten und der Frage, wie man beim Schulball eigentlich zu tanzen hat, zeichnet der Film ein vielfältiges und unterhaltsames Panorama der 70er-Jahre-DDR.
Sonnenallee*: 85 Minuten, 2000

Gegen die Wand

Der 40-jährige Deutschtürke Cahit (Birol Übel) setzt mit Vorsatz, alkoholisiert und ungebremst seinen Wagen gegen eine Wand und landet anschließend in einer Klinik für Suizidgefährdete. Dort lernt er die beinahe halb so alte Sibel (Sibel Kekilli) kennen, die mit einem Suizidversuch ihrem traditionsverhafteten, sie einengenden Elternhaus entkommen wollte. In Cahit erkennt sie eine weitere Möglichkeit und schlägt ihm vor, eine Scheinehe mit ihm einzugehen, um die eigenen Eltern zu beschwichtigen. Jedoch dauert es nicht lange, bis Cahit tatsächlich Gefühle für Sibel entwickelt. Regisseur Fatih Akin hat mit dem Film 2004 ein ziemliches Brett hingelegt, das ans Eingemachte geht. Zu Recht erhielt er dafür unter anderem den goldenen Bären der Berlinale.
Gegen die Wand*: 117 Minuten, 2004

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