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11 deutsche Serien, die selbst Kritiker überzeugen

Eine der besten deutschen Serien: "Dark" | Foto: Netflix
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Deutsche Serien hatten lange keinen besonders guten Ruf. Nicht viel Budget, kaum Innovation und immer nur die gleiche Leier. Doch im Zeitalter des Streaming schießen immer mehr deutsche Serien aus dem Boden, die sogar weltweit für lobende Kritiken und begeisterte Zuschauer sorgen. Nebst Netflix und Amazon fühlen sich auch eingesessene Medienmacher wie das ZDF unlängst ambitioniert, alte Klischees zu brechen und aufregende Serien zu produzieren. Hier einige unserer aktuellen Favoriten. 

Dark

„Dark“ machte 2017 als erste deutsche Serie auf Netflix von sich reden – und eroberte mit seiner verschachtelten Zeitreise-Story international die Zuschauerherzen. Bei einer weltweiten Umfrage von Rotten Tomatoes wurde „Dark“ sogar zur besten Netflix-Serie gekürt und stach unter anderem „Black Mirror“ und „The Crown“ aus. Während der cineastische Look mit prachtvollen Bildern vollends überzeugt, hapert es beim Cast manchmal mit der Schauspielerei. Aber eher, weil die Dialoge teils gestelzt geschrieben sind. Kann man drüber hinwegsehen, weil die spannende Sci-Fi-Mystery-Erzählung absolut packend ist – und einiges an zwischenmenschlichem Drama auftischt. Staffel 2 hält die Qualität hoch und manifestiert den Ruf als eine der stärksten internationalen Netflix-Serien. Jetzt nachholen, im Juni kommt die finale dritte Staffel!
Dark: 3 Staffeln, 18+ Folgen, je ca. 50 Minuten, Netflix

Unorthodox

Zwischen schmantigen Romanzen und deutschen Kinoklassikern der 90er findet sich nicht viel Frischfleisch vom deutschen Markt auf Netflix. Zum Glück gibt es „Unorthodox“. Die vierteilige deutsche Serie erzählt die wahre Geschichte von Deborah Feldmann, die aus einer ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde in New York nach Berlin floh. Weltweit fand die Serie nach Erscheinen Ende März Beachtung und lobende Kritik für Komplexität, Intensivität und eine herausragende Hauptdarstellerin. Regie führte Maria Schrader, das Drehbuch stammt von Anna Winger (u. a. „Deutschland 83“) und Dokumacherin Alexa Karolinski – die passende Dosis Frauenpower für aktuell eine der besten Serien also – auch hinter der Kamera.
Unorthodox: 4 Folgen, je ca. 54 Minuten, Netflix

Bad Banks

Diese deutsche Serie nimmt sich einer internationalen Thematik an: der Banken-Branche. Natürlich spielt „Bad Banks“ deshalb in Frankfurt und erzählt eine Geschichte rund um die junge Investmentbankerin Jana Liekam. Viel Finanzjargon und Firmendrama wird hier mit hohem Unterhaltungswert aufgearbeitet. Mehr Thriller als Soap, so soll es sein. Nicht nur eine der beliebtesten, sondern auch besten deutschen Serien.
Bad Banks: 2 Staffeln, 12 Folgen, je ca. 52 Minuten, ZDF Mediathek und Netflix

Liebe. Jetzt!

Rasend schnell hat die deutsche Medienlandschaft auf die Corona-Krise und das Quarantäneleben reagiert. Mit der deutschen Serie „Liebe. Jetzt!“ widmet sich ZDFneo dem Phänomen Beziehung in Zeiten von Corona. Die Anthologie zeigt in sechs Episoden etwa, wie ein frisch getrenntes Paar dank Lockdown weiter zusammenwohnen muss, wie zu viel Nähe zu Paartherapie führt oder wie sich (mehr als) Arbeitskollegen im Home-Office vermissen. Die Produktion erfolgte dabei coronakonform: Technik wurde vorab installiert, die Schauspieler agierten alleine oder in sowieso privat bestehenden Konstellationen, die Regie kam über Videochat und Handy. Die kurze Entstehungszeit von nur vier Wochen merkt man den Episoden kaum an – erstaunlich, wie schnell hier spannender und zeitrelevanter Stoff gesponnen wurde.
Liebe. Jetzt!: 6 Folgen, je ca. 20 Minuten, ZDF Mediathek (bis 30.4.21)

Drinnen

ZDFneo die Zweite: Der zweite Corona-Content des Senders dreht sich um Charlotte, die nicht nur mitten in den Dreißigern steckt, sondern auch in einer Sinnkrise. Der Job in der Werbeagentur ätzt sie an, den Ehemann will sie wegscheiden, die Familie erdrückt sie, aus allem will sie raus. Stattdessen kommt eine Pandemie daher und sie steckt alleine drinnen fest. Die deutsche Serie „Drinnen“ meistert gleich mehrere Tricks: Die Serie bietet spritzig witzige Comedy, beleuchtet das Online-Leben zwischen Apps und Chats, arbeitet den Horror und Segen des Home-Office-Daseins auf und baut über ihre fünfzehn kurzen Episoden einen starken Spannungsbogen auf. Grandios trägt Darstellerin Lavinia Wilson die Hauptlast der Handlung und zeigt ehrlich und ungeschönt eine Frau, die zwischen ihren Verpflichtungen und Bedürfnissen zerrissen wird.
Drinnen: 15 Folgen, je ca. 10 Minuten, ZDF Mediathek (bis 2.10.)

Unterleuten

Wenn ein Buch der letzten 20 Jahre als moderner Klassiker der deutschen Literatur bezeichnet werden darf, dann ist das sicherlich Juli Zehs „Unterleuten“. Das ZDF hat sich der Mammutaufgabe angenommen, das komplexe Werk in Bewegtbilder zu bringen. Im Plot um Windkraftwerkbau und alte Fehden in einem ostdeutschen Dorf durchleuchtet „Unterleuten“ zahlreiche Phänomene des menschlichen Zusammenlebens. Von der Psyche einer Pferdefrau bis zum sturen Ostalgiker, vom Stadt-Land-Konflikt bis zur kollektiven Geschichtsschreibung. Ganz schön komplexer Stoff, den das ZDF in eine dreiteilige Mini-Serie verteilt. Und das mit respektablem Ergebnis. Die komplexe Erzählstruktur wird gewinnbringend verdichtet, die große Schar an Charakteren wird gut gehandelt und die wichtigsten Motive herausgestellt. Gute Schauspieler, schön geschossene Bilder und tolle Sets machen „Unterleuten“ zu einer vereinfachten, aber würdigen Filmversion eines großen Romans.
Unterleuten – Das zerrissene Dorf: 3 Folgen, je ca. 90 Minuten, ZDF Mediathek (bis vorerst 2.9.)

Beat

Mit „Beat“ schickte Amazon Prime im Jahr 2018 seinen zweiten Krieger in den Markt der deutschen Serien im Stream. Es geht ums Berliner Nachtleben, um Drogen und Sex, um Mafia und Geheimdienst. Ziemlich ambitioniert, teils echt aufregend, stellenweise dann doch klischeehaft und zu großspurig, aber insgesamt ein elektrisierendes Projekt. Sehenswert vor allem dank toller Darsteller (u. a. Jannis Niewöhner und Karoline Herfurth) und brachialem Berliner Techno.
Beat*: 1 Staffel, 7 Folgen, je ca. 60 Minuten, Amazon Prime

How to Sell Drugs Online (Fast)

Ungelogen: Netflix führt mit seinen deutschen Serien den Rest des Landes ziemlich vor. „How to Sell Drugs Online (Fast)“ von der Kölner Bildundtonfabrik (u. a. auch Neo Magazine Royale) zeigt, dass deutscher Dorfmief auch globalen Appeal haben kann. Die Story: Moritz will seine Ex-Freundin Lisa mit einem Haufen MDMA beeindrucken und wird schwuppsdiwupps zum Online-Drogen-Mogul. Und das basiert auch noch auf einer wahren Story. In sechs kurzen und extrem spaßigen Episoden handeln die Macher massig zeitgenössische Themen ab, etwa soziale Medien, Generationszwist und die Diskrepanz zwischen der unendlichen Weite des Internets und der beklemmenden Enge deutscher Kleinstädte. Starker Soundtrack von Konstantin Gropper (aka Get Well Soon) und ein ganzes Arsenal an visuellen Einfällen und Wagnissen machen die Sache rund. Staffel zwei soll alsbald bei Netflix starten.
How to Sell Drugs Online (Fast): 1 Staffel, 6 Folgen, je ca. 30 Minuten; Netflix

Weissensee

Drama im geteilten Deutschland: „Weissensee“ erzählt eine Art Romeo und Julia in der DDR. Martin Kupfer (Florian Lukas) und Julia Hausmann (Hannah Herzsprung) lernen sich 1980 bei einer Verkehrskontrolle in Ost-Berlin kennen. Problematisch ist, dass Martins Familie regimetreu ist – sein Vater und sein Bruder arbeiten bei der Stasi – Julias Mutter Dunja hingegen ist systemkritische Liedermacherin und hat ihre Tochter dementsprechend erzogen. Konflikte sind also vorprogrammiert. In der Serie wird nicht nur die schwierige Geschichte zweier Liebenden erzählt, sondern auch ein Schlaglicht auf die ganz unterschiedlichen Familienentwürfe und politischen Vorstellungen in der späten DDR geworfen.
Weissensee: 4 Staffeln, ca. 50 Minuten, Netflix

Der Tatortreiniger

Die deutsche Serie „Der Tatortreiniger“ verhalf Schauspieler Bjarne Mädel zum Durchbruch in den Olymp deutscher Darsteller. Vorher nur als Ernie aus „Stromberg“ (auch ne sehr gute deutsche Serie natürlich) bekannt, etablierte er sich dank der Rolle als kauziger Tatortreiniger Schotty im Mainstream. Jede Folge ist dabei ein Kammerspiel zwischen immer neuen, urigen Personen, in deren Umfeld gerade gestorben wurde. Die erste Staffel der Serie ging 2011 recht unbemerkt beim NDR auf Sendung, doch löste alsbald einen Hype in sozialen Medien und Presse aus. Heute zählt „Der Tatortreiniger“ zum Pflichtprogramm im Reich der deutschen Serien.
Der Tatortreiniger: 7 Staffeln, 31 Folgen, je ca. 25 Minuten; Netflix – oder alle Staffeln auf DVD* bei Amazon.

Die Pest

So kann’s (und soll’s) gehen: Das Theater Oberhausen realisierte mit großer Vision und Ambition eine digitale Serie nach Albert Camus‘ aktuell viel zitiertem Roman „Die Pest“ und ZDFkultur und 3sat bringen’s ins Fernsehen und Netz. Ensemble-Mitglieder und Bürger aus Oberhausen haben für die fünf Folgen allein Szenen gedreht und eingeschickt, die dann zusammengeschnitten wurden. Im virtuellen Stück geht es wie im Roman um die verschiedenen Phasen, die eine von der Seuche heimgesuchte Stadt durchlebt. Sie leugnen, sie schockieren, sie bibbern vor Angst und begeben sich in eine Normalität, der keiner trauen will. Jetzt echt mal: Gibt’s Stoff, der aktueller sein könnte? Die Inszenierung des Theater Oberhausens ist dank Projektionstechniken eine visuelle Besonderheit und zudem eine Behandlung sowie ein Zeugnis dieser Zeit.
Die Pest: 5 Folgen, je 20 Minuten, ZDF Mediathek (bis 2.11.)

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