Musik von hier: 7 NRW-Künstler:innen, die Neues am Start haben

Das sind die Geheimtipps für euren Sommer 2022. So klingt Musik aus NRW, das ist "Musik von hier". Foto: Pixabay
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Ohne neue Musik geht gar nix, oder? Deswegen liefern wir euch die volle Ladung und präsentieren EPs und LPs von bekannten Bands und Underground-Künstler:innen aus der Region, damit euer Sommer den passenden Soundtrack bekommt. Spoiler: Anfang Juni schmeißen wir noch mal welche hinterher!

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Vomit Heat – Second Skin

Hinter Vomit Heat verbirgt sich der in Essen geborene, aber in Köln ansässige Musiker Nils Herzogenrath, der nicht weniger als sechs Jahre an seiner neuen LP „Second Skin“ herumgedoktert hat. Das lässt sich sogar hören, sind nämlich die quantitativ ungewöhnlich langen 54 Minuten mit vielen vielschichtigen Sounds und Ideen gespickt. Das wunderbar experimentelle, psychedelische, krautrockige und dennoch melodiöse Album ist das, was man hören möchte, wenn einem in einer Sommernacht im Cabrio der Wind um die Ohren bläst und der Tag reflektiert werden mag. Vomit Heat lässt seinen Tracks genug Raum, um zu reifen, statt sie in zwei Minuten Spotify-Länge zu kürzen. Starke Instrumentalparts mit Sogwirkung wechseln sich mit genauso atmosphärischen Gesangsparts ab. Erinnert an Lord Huron. Richtig gut.

Drens – Holy Demon

Dortmund macht selten als Musikstadt auf sich aufmerksam. Hin und wieder kommt dann aber doch was um die Ecke, wofür man die Lauscher öffnen sollte: Das Quartett Drens hat schon mit seiner EP vor zwei Jahren erste begeisterte Fans gefunden und wird nun mit dem Debütalbum, seinen zehn Tracks und 32 Minuten Länge die Publikumsmenge vervielfachen. Mit einer stimmigen Mischung aus Nachdenklichkeit, Schwere und dennoch optimistischer Gute-Laune-Kompositionen werden die Dortmunder diesen Sommer ohne Zweifel für einige Moshpits auf ihren Gigs sorgen. Wem der Sound irgendwie bekannt vorkommt: Die Jungs sind bereits auf dem Soundtrack der Netflix-Serie „How To Sell Drugs Online (Fast)“ gelandet. Dortmund kann.

Verstörte Becker – Dieser Mann trinkt viel…

Nicht mal sieben Minuten Spielzeit? Gewagt! Aber wenn das jemand darf, dann der gute, alte Punk. Das Essener Quartett Verstörte Becker setzt sich aus Typen zusammen, die alle seit Jahren in der Szene Bekanntheit genießen dürfen, und das teilweise seit über drei Jahrzehnten. Mitglieder der Bands Die Kassierer, Slime, Die Lokalmatadore und Pott Riddim sind auch in diesem gemeinsamen Projekt spielfreudig. Die vier Songs brettern mit Rotzigkeit, Witz und Turbo ordentlich nach vorn. Wer mit einer leichten Scheißegal-Haltung in den Tag starten mag, kann „Taugenichts“ laut aufdrehen, um anschließend bei „Hitlers Schwanz“ verdutzt zu lachen. Schön, dass es sowas überhaupt noch gibt.

Future Jesus & The Electric Lucifer – Kosmo Cure

Manchmal lohnt es sich, sich die Zeit zu nehmen, um gemütlich auf dem Bett oder der Couch zu liegen, die Augen zu schließen und in fremde Welten einzutauchen. „Kosmo Cure“ von der Düsseldorfer-Kombi Future Jesus & The Electric Lucifer kann dabei helfen. Über 40 Minuten geht es mit einer speziellen und fordernden Mischung aus New Wave, Rock, Psychedelic, Electronica und Jazz auf instrumentalem Wege in ferne Galaxien. Das ist einerseits schwer und erdrückend, andererseits aber auch uplifting und aufregend. Die Mitglieder Richard Eisenach, Florian Hoheisel und Tamon Nüßner sind seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bands anzutreffen, gemeinsam als Trio veröffentlichen sie ihre Klangexperimente seit 2015.

Der neue Planet – Area Fifty-Fun

Die Area 51 hat nichts von ihrer geheimnisumwobenen Art verloren. Niemand weiß so richtig, was da eigentlich los ist. Ähnlich mysteriös und dennoch mit schwebend schöner Atmosphäre gehen die Kölner von Der neue Planet auf ihrem neuen Album „Area Fifty-Fun“ jedoch den spaßigen Weg, statt für mehr Verschwörungstheorien zu sorgen. Die 36 Minuten, die sich gerade einmal in nur vier Titel aufteilen, sind voller heterogener Augenblicke, die weder vor traurigen Film-Noir-Sounds noch vor knallendem Prog-Rock zurückschrecken und eben auch mal fast eine Viertelstunde zelebriert werden dürfen. Besonders der Abschluss mit „Das Gesicht des Königs“ verspricht fesselnd schöne Gitarrensoli, die automatisch für Bilder aus dem All sorgen werden.

Undsoweiter – The Joker

Hinter dem Künstlernamen Undsoweiter verbirgt sich Dennis Logothetis aus Velbert, den man aus der Gegend bereits durch andere Bandprojekte kennen könnte. Doch statt Metalcore konzetriert sich Undsoweiter dieses Mal auf Deutsch-Rap. Die acht Songs von „The Joker“ hat er im Alleingang geschrieben, produziert und gemischt. Das Ergebnis ist Hip-Hop für Fans der guten, alten 90s. Angenehmer Flow im Stil von Samy Deluxe oder Afrob, Beats mit viel elektronischen Spielereien, die auch amerikanisches Old-School-Flair versprühen. Dazwischen gibt es sogar kleine, eingängige Gesangspassagen und textlich etwas schwere Themen, aber ganz ohne überzogenes Proletengetue. Fein. Anspieltipp: „Geschäft is‘ Geschäft“.

Noth – Die Wahrheit über Arndt

Wie klingt es, wenn man sich ein Album lang nur mit einem fiktiven Charakter beschäftigt? Neugierige können dies nun herausfinden, indem sie das Album von Noth hören. Noth setzt sich aus Linus Kleinlosen und Luis Schwamm zusammen, die sich erst 2020 kennenlernten, aber mit „Die Wahrheit über Arndt“ schon etwas Persönliches und Andersartiges erschaffen konnten. 10 Tracks lang begleiten die Zuhörer:innen Arndt durch den Alltag, treffen mit ihm Menschen und Probleme. Vertont wird das Tagebuch – unter anderem mit den Haltestellen „Anita“, „Geburtstag“ oder „Zoo“ – in einem prägnanten, erzählerischen Stil mit Singer/Songwriter- und Jazz-Charakter, vorgetragen von dem erst Endzwanziger, Kölner Jung Luis. Hörspiel, musikalisches Hörbuch, Musical?

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