Ungewöhnliche Orte: Draußen der Kunst auf der Spur

Foto: Pixabay
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Lange genug drin gesessen! Rausgehen, Sonnenstrahlen abfangen und – Kunst genießen! Wo das geht, berichtet Ariane Schön.

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Oberhausen

Das Leben ist eine Baustelle? Die Kunst oftmals auch. Und genau deshalb lädt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zur kostenlosen Open-Air-Sommersause in den Innenhof ein, denn das Museum ist derzeit wegen Renovierungsarbeiten unbegehbar. „Museum Under Construction (MUC)“ macht vom 27.6.-29.8. den Platz an der Konrad-Adenauer-Allee unter Beteiligung des Kollektivs „PriseSalz Crew“ zum Kunst-Tatort. Farbgewaltige Malereien von Ursula Meyer, eine Wunschmaschine von Aaron.St sowie Benjamin Nachtwey und Klaus Siewers vom Kunstverein mischen mit. Jeweils dienstags gibt’s die Möglichkeit zum Austausch mit den Kreativen, mittwochs locken diverse Mitmachangebote wie eine Pop-Art-Factory oder eine Foto-Safari und freitags sorgen DJ, Longdrink und Liegestuhl für Partystimmung. Raus in die Wildnis am Emscherschnellweg führt der Audio Guide „Stille und Rauschen“ von Marlene Ruther, ebenfalls ein interessanter Programmpunkt des MUC. Egal, ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, in vielen Ruhrgebietsstraßen lohnt sich das Flanieren.
Museum Under Construction: 27.6.-29.8., Ludwiggalerie Oberhausen, ludwiggalerie.de

Elektronische Live-Musik mit Karmakind. Foto: Ludwiggalerie

Verschiedene Orte

Die Zahl der (legalen) Graffitis ist enorm angewachsen – so auch an Hauswänden in Bochum im Innenstadtbereich. Ein Taubenschwarm schaut an der Königsallee 30 auf den Betrachter herunter (von TERAone, JAY B), der Riesen-Pottwal an der Hermannshöhe hinter dem Bahnhof von Denis Klatt ist überregional bekannt. Mitverantwortlich für die urbane Gestaltung ist das WRIGHT Festival, das Thomas Doering im Auftrag der Stadt organisiert. In den Nachbarstädten In Dortmund geht es rund um das Unionsviertel bunt zu, eine Übersicht gibt’s unter „dosenkunst.de“. Die Ruhrkunstmuseen beschreiben Kunsttouren durch Witten, Duisburg, Recklinghausen.
Graffiti Bochum-Map: halloherrhartmann.wordpress.com
Dortmund-Map: dosenkunst.de;
Essen-Map: essen.streetartcities.com

Essen

Durch das Engagement des Heimat- und Verkehrsvereins ist der „Skulpturenpark Kettwig“ im Essener Stadtteil entstanden. Mit Start an der S-Bahn-Station Kettwig führt ein Weg an 14 Exponaten vorbei, am Märchenbrunnen (Hauptstraße) steht „Das tapfere Schneiderlein“ von Werner Graeff, über die Ruhr geht es zur Stahlskulptur aus Blechen ehemaliger Kohlerutschen von Herbert Lungwitz (Straße zur alten Fähre). Mehr Ideen für „Ruhr Kultur Walks“ liefern die kommunalen Kunstmuseen auf ihrer gemeinsamen Website.
Weitere Infos: Skulpturenpark Kettwig
Ruhr Kunst Museen
Skulpturenmuseum Marl

Marl

Ein beliebter Trip geht nach Marl, wo ja auch das Skulpturenmuseum Glaskasten beheimatet ist. Am Marler Stern in der Shopping-Mall beginnt der Open-Air Rundgang an Ulrike Kessls „Statt-Waage“ rund um den City-See bis zur „Melonensäule“ von Thomas Schütte auf dem Parkplatz hinter dem Museum.

Schöppingen

Eine gute halbe Autostunde von Marl entfernt, im westlichen Münsterland, liegt Schöppingen mit dem gleichnamigen Künstlerdorf, das Kunststipendiaten in die hofeigenen Ateliers einquartiert. Unter dem neuen Leitungsteam, Geschäftsführerin Julia Haarmann und Projektleiterin Uta Rosenbaum, starten im Juli neue Aktionen für Kunstinteressierte. Mit einem kostenlosen Picknick/Brunch jeweils sonntags und dienstags laden Künstler:innen zu Aktionen, Ausstellungen, Lesungen und Workshops ein. In den Werkstätten (Holz, Metall, Siebdruck, Fotografie, Textil…) kann auch selbst Hand angelegt werden. Natur, Lichtkunst, Skulptur, Performance – der ländlich gelegene, familiäre Kunstort in Schöppingen ist eine Reise wert.
Künstlerdorf Schöppingen

Düsseldorf

Ein Blick in die Rheinebene führt zur Kunsthalle Düsseldorf. An warmen Tagen bietet sich ein Besuch im Parkhaus unterhalb des Museums an; Dort lässt Sibylle Czichon in „Schichtenwechsel“ ein performatives Werk entstehen und der (zufällige) Betrachter kann live dabei sein. Am 2.7. ist sie ab 17 Uhr wieder vor Ort und beendet ihr temporäres Kunstwerk als Teil der Serie MUR BRUT 19. Vorbeigehen kann man aber jederzeit während der Parkhaus-Öffnungszeiten (6-22 Uhr). Der ganze Spuk ist ab dem 12.7. schon wieder Geschichte, dann wird die Wand übermalt – der Schaffensprozess als Reinform der Kunst. Für ein kleines Eintrittsgeld lässt sich am Mannesmannufer dem Trubel der Stadt entfliehen. Das KIT („Kunst im Tunnel“) zeigt den von Silke Schönfeld erschaffenen „Kinoparcours“ zum Thema Stereotypen. Fünf filmischen Inszenierungen unter dem Titel „Über alles vernünftige Maß hinaus“ können in jeweils eigens von der Künstlerin gestalteten Räumen betrachtet werden.
MUR BRUT 19 (Kunsthalle Düsseldorf); KIT-Filmparcours (Kunst im Tunnel)

Kunst im Düsseldorfer Parkhaus mit Sibylle Czichon. Foto: Presse

Monheim

An einem Kreisverkehr an der Rheinpromenade in Monheim erwischt man vielleicht einen Blick auf das einzigartige Naturphänomen: Der Geysir von Künstler Thomas Stricker! Nebelschwaden kündigen den nächsten Ausbruch an, zwölf Meter hoch schießt die Wasserfontäne in die Luft. Geduld ist gefragt, denn erst wenn 64 Sonnenstunden gesammelt sind, die Temperatur und die Windverhältnisse stimmen, kommt es zur Eruption.
Doch auf der Website der Stadt Monheim ist eine Prognose, die das Zeitfenster der nächsten Wasserfontäne eingrenzt. Klein-Island liegt in Monheim!
Monheimer Geysir

Der Geysir von Monheim. Foto: Monheim Freizeit-Tourismus
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