Die EM als Bühne: „Spielräume” verbindet Kultur und Fußball

Europameisterin Josephine Henning arbeitet während der EURO 2024 als „Artist in Residence“ im Deutschen Fußballmuseum – dies ist nur einer von vielen Programmpunkten zur EURO 2024. Foto: Deutsches Fußballmuseum
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Bis zum Start der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft ist es nicht mehr lange hin: Am 14.6. startet das vierwöchige Turnier, das in zehn deutschen Städten stattfindet. Im Deutschen Fußballmuseum nimmt man schon knapp zwei Monate vorher Anlauf: Am 11.4. startet das Festival „Spielräume” und begleitet die EURO 2024 aus dem kulturellen Blickwinkel. In Dortmund sowie in weiteren Städten des Ruhrgebiets wird die schönste Nebensache der Welt dann in den Sparten Theater, Literatur, Film und Musik ins Flutlicht gerückt.

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Gesprächsrunde: Fußball und Literatur

Man muss ein Spiel auch lesen können: In einer Gesprächsrunde wird die Verbindung zwischen Fußball und Literatur diskutiert. Foto: Robert Targan

Fußball ist Kulturgut, das würde kaum ein Fan bestreiten. Da wundert es nicht, dass der beliebte Ballsport auch abseits des Spielfeldes, nämlich in der Literatur, eine große Rolle spielt. Die Blaupause für einen erfolgreichen Fußballroman legte einst der britische Autor Nick Hornby mit seinem Bestseller „Fever Pitch” vor; doch auch in Kurzgeschichten, Hörspielen und Gedichten sowie Dramen und Dokumentarstücken hat das runde Leder längst Einzug erhalten. In der Gesprächsrunde „Fußball und Literatur” diskutieren Manuel Neukirchner (Deutsches Fußballmuseum), Prof. Matías Martínez (Bergische Universität Wuppertal) und Prof. Ralph Koehnen (Ruhr-Universität Bochum) über Fußballliteratur, die mal gelungen, mal weniger gelungen daherkommt. Auch möchte das Trio der Frage auf den Grund gehen, wie sich die Faszination für den Fußball überhaupt zwischen zwei Buchdeckel pressen lässt.
Gesprächsrunde: Fußball und Literatur, Fußballmuseum, Platz der Deutschen Einheit 1, Dortmund, 22.4., 19:00 Uhr

NRW-Kinopremiere: Max und die Wilde 7

Der Kinohit „Max und die Wilde 7” aus dem Jahr 2020 findet nun mit „Die Geister-Oma” eine Fortsetzung auf der Leinwand: Held der Story ist der 10-jährige Max, der in der Seniorenresidenz Burg Geroldseck endlich richtige Freund:innen gefunden hat, und zwar die umtriebigen Rentner:innen Vera, Horst und Kilian von Tisch 7! In seiner neuen Schulklasse hingegen läuft es nicht so rund, wird Max doch von den Gleichaltrigen gemobbt und schließlich auch noch von Sportlehrer Ströhle aus dem Fußballteam ausgeschlossen! Da hat Kumpel Horst die zündende Idee: Ein Duell auf dem grünen Rasen muss her – Max und die Rentnergang gegen die Schulmannschaft. Ob das eine gute Idee ist und weshalb es auf der alten Burg Geroldseck spukt, ist am 27.4. in der Schauburg Dortmund zu erfahren. Dann sind auch zwei Darsteller, nämlich Thomas Thieme und Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig, zu Gast.
NRW-Kinopremiere: Max und die Wilde 7 – Die Geister-Oma, Schauburg, Brückstr. 66, Dortmund, 27.04., 11:00 Uhr

NRW-Kinopremiere: Kicken wie ein Mädchen

Und noch eine NRW-Kinopremiere im Rahmen des Kulturprogramms zur EURO 2024: Die Doku-Serie „Kicken wie ein Mädchen” porträtiert junge Fußballerinnen der SGS Essen und begleitet sie eine Saison lang durch sämtliche Höhen und Tiefen der Spielzeit. Die ersten zwei Folgen sind am 5.5. im Essener Astra Theater zu sehen: Darin beweisen die Teamkolleginnen Pauline, Chayenne, Eriona und Liv, dass der Satz „Mädchen können kein Fußball spielen” endgültig in die Tonne gehört! Denn in der U15 der SGS Essen wird Frauenfußball großgeschrieben; viele der Kickerinnen verfolgen den großen Traum einer Profikarriere. Doch erst einmal steht am Ende der Saison der Sprung in die U16 Regionalliga an… Nach der Kinopremiere ist die komplette Dokumentation im Stream zu sehen.
NRW-Kinopremiere: Kicken wie ein Mädchen, Astra Theater, Teichstr. 2, Essen, 5.5., 11:00 Uhr

Die Nacht von Sevilla

Peter Lohmeyer, Manuel Neukirchner und Toni Schumacher erinnern gemeinsam an die Nacht von Sevilla! Foto: Deutsches Fußballmuseum

Das Halbfinalspiel der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien zwischen Deutschland und Frankreich (8.7.1982) ist in die Geschichte eingegangen: Geprägt war das denkwürdige Match von einem schrecklichen Zusammenprall zwischen dem deutschen Torhüter Toni Schumacher und dem gegnerischen Spieler Patrick Battiston, der im Nachgang gar die deutsch-französische Freundschaft ins Wanken brachte. Hinzu kamen eine nervenaufreibende Verlängerung sowie das erste Elfmeterschießen der WM-Geschichte, das letztlich Deutschland für sich entscheiden konnte. Heute gilt diese „Nacht von Sevilla” als Jahrhundertspiel; Manuel Neukirchner (Direktor des Deutschen Fußballmuseums) hievt die damaligen Geschehnisse auf die Bühne und entwirft so ein dokumentarisches Theaterstück – ein Fußballdrama in fünf Akten, sozusagen. Neben Schauspieler Peter Lohmeyer, der sämtliche Rollen dieser szenischen Lesung übernimmt, wird auch der tragische Held dieser Nacht von Sevilla, Toni Schumacher, auf der Bühne mitwirken.
Die Nacht von Sevilla – Fußballdrama in fünf Akten, Ruhrfestspielhaus Recklinghausen, Otto-Burrmeister-Allee 1, Recklinghausen, 14.5., 20:00 Uhr;
Schauspiel Dortmund, Hiltropwall 15, Dortmund, 15.5., 19:00 Uhr;
Musiktheater im Revier, Kennedypl., Gelsenkirchen, 16.5., 19:00 Uhr;
Theater an der Ruhr, Akazienallee 61, Mülheim, 31.5., 19:00 Uhr;
Gürzenich, Martinstr. 29–37, Köln, 4.6., 19:00 Uhr

Die Soccer Slam-EM

Moderator Yannick Steinkellner lädt zum Soccer Slam ein – es geht um Worte, nicht um Tore. Foto: Petra Weixelbraun

Die Welt des Fußballs ist voller Floskeln: „Das Runde muss ins Eckige”, „Das nächste Spiel ist immer das Schwerste” und „Entscheidend is’ auf’m Platz”. Das gesprochene Wort steht auch bei der Soccer Slam-EM am 21.5. im Mittelpunkt, wenn sechs erstklassige Slam-Poet:innen im Deutschen Fußballmuseum zum Dichterkampf antreten. Dabei soll es allerdings nicht um Tore gehen, „sondern um Worte! Es geht nicht um die Wurst, sondern um Poesie”, verspricht Yannick Steinkellner (Foto), der Moderator des Abends. Für die verbalen Übersteiger sorgen: Marsha Richarz, Florian Wintels, Jeremy Chavez, Henrik Szántó und Sam Sackbrook.
Die Soccer Slam-EM, Fußballmuseum, Platz der Deutschen Einheit 1, Dortmund, 21.5., 19:00 Uhr

Titel, Tore, Theatralik – Der Fußball auf der Bühne

Im Bochumer Schauspielhaus heißt es am 07. Juni: „Titel, Tore, Theatralik!“ Der Fußball erobert dann die Theaterbühne. Foto: Hans Jürgen Landes

Manchmal stehen die 90 Minuten auf dem Rasen der Theatralik eines Bühnenstücks in Nichts nach, denn auch beim Kampf um Titel und Tore spielen sich immer wieder mal Heldengeschichten oder auch echte Dramen ab. Im Schauspielhaus Bochum finden an diesem Abend Fußball und Theater zusammen: Bei „Titel, Tore, Theatralik – Der Fußball auf der Bühne” wetteifern wenige Tage vor Beginn der Europameisterschaft ehemalige Fußballprofis und Ensemblemitglieder des Hauses auf der Bühne um die Gunst des Publikums. In den Kammerspielen geht es dann sowohl sportlich, als auch lyrisch zu – und zwar so lange, bis ein Siegerteam gekürt werden kann.
Titel, Tore, Theatralik – Der Fußball auf der Bühne, Schauspielhaus Bochum, Königsallee 15, Bochum, 7.6., 19:30 Uhr

Konzert zur Eröffnung der EURO 2024: Bundesjazzorchester mit Tom Gaebel

Pünktlich zum Start der EURO 2024 in Deutschland gestaltet das Konzerthaus Dortmund einen großen Eröffnungsabend: Dann beweisen das Bundesjazzorchester und der gefeierte Vokalist Tom Gaebel echten Teamgeist auf der Bühne. Im Jahre 1988 von Peter Herbolzheimer gegründet, versteht sich das „BuJazzO” als die ideale Talentschmiede für künftige Jazzmusiker:innen. Tom Gaebel, selbst einst Mitglied dieses jungen Ensembles, wird am 14.7. eigene Songs, aber auch neu arrangierte Fußballhymnen im Bigband-Sound anstimmen. Und damit auch niemand das Eröffnungsspiel Deutschland vs. Schottland verpasst, bietet das Deutsche Fußballmuseum nach dem Konzert ein Private Viewing an – Anpfiff ist um 21:00 Uhr.
Konzert zur Eröffnung der EURO 2024: Bundesjazzorchester mit Tom Gaebel, Konzerthaus Dortmund, Brückstr. 21, Dortmund, 14.6., 19:00 Uhr

Fußball Furioso

Die Dortmunder Philharmoniker werden ein komplettes Fußballspiel musikalisch begleiten. Foto: Sophia Hegewald

Wie klingt es eigentlich, wenn am 20.6. bei der Europameisterschaft die Mannschaften von Italien und Spanien gegeneinander antreten? Die Antwort liefern die Dortmunder Philharmoniker parallel zur Live-Übertragung im Deutschen Fußballmuseum, wenn sie die kompletten 90 Minuten auf ihren Instrumenten begleiten und improvisieren. Bei dieser „musikalischen Kommentierung” finden Klänge der klassischen Musik und die Welt des Fußballs zusammen: „Verschiedene Musiker:innen begleiten während der 90 Minuten den Rhythmus des Spiels auf ihren Instrumenten, das im Fußballmuseum gleichzeitig auf Großbildleinwand zu sehen sein wird”, so der Plan der Philharmoniker. Als Hommage an die beiden Teams aus Italien und Spanien werden an diesem Abend zudem auch Guiseppe Verdis Aida oder Georges Bizets Carmen erklingen.
Fußball Furioso – Die Dortmunder Philharmoniker spielen die EURO live, Fußballmuseum, Platz der Deutschen Einheit 1, Dortmund, 20.6., 19:00 Uhr

Hier geht es zum kompletten Festival-Programm!

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