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Immergrünes Glück: Die besten Adressen für Bio-Weihnachtsbäume

Foto: Lukas Vering
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Monokulturen, Chemieeinsatz und veränderte Landschaftsbilder – der massenhafte Anbau von Nadelbäumen, die unsere Wohnzimmer zur Weihnachtszeit schmücken sollen hat seinen Preis. Eine nachhaltige und gesündere Alternative bieten ökologisch zertifizierte Bio-Bäume. Wir klären, warum – am Ende des Artikels gibt es zudem eine Liste, wo ihr Bio-Bäume in der Region ergattern könnt.

Rund 28 Millionen Tannenbäume kaufen allein die Deutschen jedes Jahr. Laut einer Mitteillung der Grünen NRW stammt jeder dritte Baum aus NRW, die meisten davon aus dem Sauerland. Problematisch ist das, so die Grünen, weil etliche der Baumkulturen massiv negativen Einfluss auf die Umwelt haben. Pestizide zur Unkrautvernichtung wie Glyphosat, das sich schädigend auf die Entwicklung von ungeborenen Kindern und auf Fortpflanzungsorgane auswirkt, verunreinigen Böden und Grundwasser und gefährden so Umwelt und Gesundheit. Die Auswirkungen anderer Mittel, die auf großflächigen Weihnachtsbaumplantagen eingesetzt werden, seien teilweise noch völlig unklar. Dazu kommen Schädlingsbekämpfungsmittel, die weit über den Schädlingsbereich hinaus Insektenarten bedrohen und umweltbelastende Düngungsmittel, die Böden versäuern. Auch lange Transportwege quer durch die Republik oder gar aus dem Ausland bis zum Verkaufsstand tun ihr übriges bei der Umweltverschmutzung. Daher sollte man auch lieber zur heimischen Fichte, Tanne oder Kiefer greifen. Die beliebte Nordmanntanne hingegen wächst oft gar nicht in deutschen Gefilden.

Steht so eine Chemietanne dann erstmal im Wohnzimmer, hat man sich die Gefahr ins Haus geholt. So warnt auch die Naturschutzorganisation WWF vor mit Chemie gespritzten Bäumen in Wohnung oder Haus, die sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner auswirkt. Lametta, Plastikschmuck und beschichtete Kugeln als Adventsdeko sähe man aufgrund von Bleigehalt ebenfalls lieber verbannt. Ein Bericht von Greenpeace legt außerdem nahe, auf Schnee- und Eiskristallsprays zu verzichten – die seien nämlich krebserregend. Eingesprayte Bäume können nicht kompostiert werden.

Wer auf seine liebe Weihnachtstradition nicht verzichten will und darüber hinaus seine Geschenke nicht unter einem genauso kritisch zu beäugendem Plastikbaum auspacken will, sollte auf Öko-Ware zurückgreifen. Folgende (auch unten abgebildete) Siegel bestätigen die Öko-Qualität und -Standards: Naturland, Bioland, Biokreis, BIO oder FSC (Forest Stewardship Council). Beim Anbau nach Biorichtlinien wird auf schädliche Unkrautkiller verzichtet, stattdessen wird per Hand gejätet oder man schickt nimmersatte Schafherden durch die Baumreihen – die mögen nämlich gar keine Nadelbäume und begnügen sich deshalb mit Kraut und Wiese am Boden. Weitere Richtlinien regulieren Kahlschlag, Pestizideinsatz, Düngung, Entwässerungsmaßnahmen usw. Zudem darf beim Verkäufer ruhig nachgefragt werden, ob der Baum aus der Region kommt, oder schon tausende Kilometer auf dem Laster zurückgelegt hat.

Guter Tipp: Die Umwelt- und Naturschutzorganisation Robin Wood veröffentlicht jährlich eine Liste mit allen Verkaufsorten und Betrieben, an denen Bio-zertifizierte Weihnachtsbäume erhältlich sind. Im Ruhrgebiet gibt es rund 50 Stellen. Ein feiner Termin im Ruhrgebiet ist da zum Beispiel der Bio-Weihnachtsbaum-Verkauf, organisiert vom ÖkoNetzwerk Dortmund. Vorbestellen kann man die guten Tannen schon vorab (im Kornhaus, Weinblatt, Eva Natur-Friseursalon und FairBleiben), sie sich vom Rudolf-LastenFahrrad liefern lassen oder am 17.12. (10-14 Uhr) an der Nicolaikirche (Lindemannstraße) erstehen. Vorbestellungen nimmt alljährlich auch die Bochumer „Flotte Karotte“ entgegen, die dann am 10.12. zum weihnachtlichen Umtrunk und zur Baumabholung nach Wattenscheid (Josef-Haumann-Straße 7) lädt. Auch per Online-Versand kann man Bio-Weihnachtsbäume beziehen – über bio-weihnachtsbaum-versand.de oder biogartenversand.de.

Der Aufwand lohnt sich

Auch das Selberschlagen ist eine gute Methode – hier kann man sich vor Ort selber überzeugen, wie es um die Umstände des Anbaus steht. Bei der Auswahl des Betriebs ebenfalls auf das FSC-Siegel achten, dass eine ökonomisch tragfähige und zugleich sozialverträgliche Waldwirtschaft auszeichnet. Einige Forstbetriebe bieten auch Tannen an, die wild gewachsen sind, zum Beispiel auf Freiflächen im Wald, die durch Schneisen von Stromleitungstrassen entstanden sind. Der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe lohnt sich der kleine Aufwand. Schließlich gilt bei beiden: Wir haben nur eine davon – bewahren wir sie!

DORTMUND
Bauernhof Hesse
9.-23.11., Berghofer Straße 167, Nordmann-Tannen und Blau-Fichten
Ökonetzwerk Dortmund e.V., Kornhaus Natur Stefan Schlepütz
16.12. 10-14 Uhr Verkauf von Nordmann-Tannen vor der Nicolaikirche, Lindemannstraße 70
POCO-Markt
9.-23.12. 10-18 Uhr Weihnachtsbäume aus dem Bio-Betrieb Peter Quast. POCO, Eisenhüttenwerk 11
Bauhaus Bornstraße 33
Ab 27.11., nur geringer Bestand
Abo-Kiste Werkhof Service
16.12. Nordmann-Tannen. Zum Lonnenhohl 44

BOCHUM
Bauhaus Hofsteder Straße 205
Ab 27.11., nur geringer Bestand
Flotte Karotte
Nur mit Vorbestellung (bis 17.11.) Weihnachtsbäume aus dem Betrieb von Stefan Lüdenbach, Josef Haumann-Straße 7

ESSEN
Bauhaus Langemarckstraße 2
Ab 17.11., nur geringer Bestand

MÜLHEIM
Gärtnerei Tebbe
Alexanderstraße 21
1.-23.12. (8-18h)

DUISBURG
Bioland-Betrieb Enninghorst
9.-23.12. (geplanter Zeitraum) Weihnachtsbäume aus dem Betrieb von Stefan Lüdenbach. Verkauf in der Obere Holtener Straße 62b

DÜSSELDORF
Evangelische Kreuzkirche
13.-23.12., 10-18 Uhr, Weihnachtsbäume aus den Nadelholzkulturen von Heinrich Wiese-Höhmann
Bauhaus, Reisholzer Bahnstraße 37 + Bauhaus, Nach den Mauresköthen 137
Ab 27.11., nur geringer Bestand

OER-ERKENSCHWICK
Hof Fischer
Bis 23.12. (geplant) Verkauf von Nordmann-Tannen. Sinsener Straße 43

Die vollständige Liste mit mehr Details ist zu finden bei robinwood.de!

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