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Mit Schmackes: Potthucke mit Kevin Großkreutz

Foto:coolibri
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Der Name deutet es an: Understatement geht anders. Eine Kneipe, ein Restaurant, das als eine Hommage an das Ruhrgebiet gedacht ist, wie es sich viele vorstellen. Ehrlich, direkt, mit Herz für Fußball, Vergangenheit und Industriekultur. Und das schönste daran: Es ist gar nicht schlimm, es macht Spaß.

Der Fußballer Christiano Ronaldo gönnt sich derzeit eine Hotelkette. In seiner Heimatstadt Fuchal auf der Insel Madeira hat direkt neben dem ihm gewidmeten Museum ein schickes Design-Hotel eröffnet. Sein Traum ist wahr geworden, der CR7 ist Hotelier. Ortswechsel: Der Fußballer Kevin Großkreutz hat auch ein Lokal eröffnet. Mitten in Dortmund – das ist seine Heimatstadt. An der Hohen Straße gibt es seit dem 2. August jetzt „Mit Schmackes“.

Zuletzt war hier „Bieder & Meier“ angesagt, doch das Cocktailkonzept setzte sich nicht durch. „Kneipe & Restaurant“ steht jetzt dran, drinnen ist es genau das. Eine große Gastronomie, die vieles aus diesen beiden Welten vereint. Da findet sich eine lange schicke Theke, an der man drei Fassbiere (Brinkhoffs, Kronen, Hövels) auch mal stößchenweise konsumieren kann und rundum viele unterschiedliche, eher rustikale Sitzgelegenheiten. Da ist der Gesellschaftsraum hinten, der als Gästeblock tituliert ist. Witzig.

Noch witziger ist die Bezeichnung der Sanitärräume als „Getränkerückgabe“.Schwarz-Weiß-Bilder aus der Revier-Vergangenheit, viel Holz und Geschmiedetes, auffällige Lampen sorgen für lokalpatriotisch-melancholisch einfärbte Atmosphäre. Dabei findet der Laden aber ein schönes Gleichgewicht zwischen Nostalgie und designter Gegenwart.

Wie auch die Karte: Panhas, Potthucke, Pfefferpotthast, Himmel und Äd erfreuen Traditionalisten der Regio-Küche, die Schnitzel gehen immer und als Ausreißer dürfen die gegrillten Flusskrebsschwänze gelten. Eine durch und durch symphatische Speisekarte mit ebenso sympathischen moderaten Preisen. So kostet etwa der Teller „Sülze mit hausgemachter Remoulade und gebratenen Kartoffelwürfeln“ barmherzige 6,90 Euro und bietet vier dicke Scheiben Sülze – mit allerleichtester Kümmelnote – dazu perfekte Bratkartoffeln mit weichen Zwiebeln und knusprigem Speck (und einer Idee zu viel Salz) sowie viel frischem Salat unter einigen Kartoffel-Chips.

Wer danach noch ein Schmackes-Schnitzel schafft – mit hausgemachter Hollandaise und Käse überbacken, dazu Pommes und Salat (13,90 Euro) –, der ist Bergmann oder gerade über 120 Minuten inklusive Elferschießen gegangen. Eine sehr gelungene Getränkekarte begleitet das Essen, hier fallen insbesondere die Spirituosen der Kornbrennerei Boente ins Auge, darunter der Weizenkorn für 1,30 und einige Spaßmacher (etwa „Holla die Waldfee“ – Himbeerlikör und Wodka, 1,20!).

Bei unserem Besuch, nicht ganz eine Woche nach Eröffnung zeigt sich das Personal schon ganz gut eingespielt, der Andrang ist beachtlich, offenbar wollen viele Dortmunder schauen, was der Kicker mit seinem Gastro-Partner Christopher Reinke so auf die Beine gestellt hat. Und siehe, es ist nett geworden, und ganz ohne Museum und Statue. Eben ehrlich, direkt und tatsächlich mit Schmackes.

Mit Schmackes, Hohe Str. 61a, Dortmund

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