Janka‘s Lokal & Biergarten: Nordstadt-Frankophilie

Foto: Falko Wübbecke, www.hotelfotodesign.de
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Janka Thiemann wird immer besser. Ihren Dortmunder und überregionalen Fans muss man schon lange nichts mehr erzählen vom denkmalgeschützten Jugendstilhaus Langer August, in dem das herrliche Bistro residiert, einfach eingerichtet, hell, charmant, mit französischer Chanson-Beschallung. Nichts von der dazu passenden bodenständigen französisch-schweizerischen Autorenküche mit Einflüssen aus Nordafrika und Italien.

Nichts von den gut acht Meter hohen Bambusbäumen, die einen der tollsten Innenstadtfreisitze überhaupt umrahmen, nichts vom fast schon legendären Sonntagsmenü. Und wohl auch nichts von der Kunst hier an den Wänden. Kunst, die eben nicht Deko ist, sondern zum Konzept gehört, das eben Kunst und Kulinarik und Leben miteinander verbindet.

Der Gruß aus der Küche ist ein Stückchen Poulardenbrust im Speckmantel mit Safran-Aioli, selbst gemachter Paprika-Marmelade und Artischocke. Das erinnert in Machart und Mundgefühl an die Hochgastronomie. Bravo. Als Vorspeise dann: „Feine Rinderconsommé & Steinpilzroyale“, es kommt im Glas, eine heiße Brühe, der Geschmack ist ausgezeichnet. Kleine, sehr zarte Rindfleischwürfel und Gemüse runden das Geschmackserlebnis trefflich ab. Dann darf es deftig werden, ganz eindeutig eine Spezialität der Köchin. Es gibt „Kalbspaupiettes, Cordon Bleu au Munster auf herzhaftem Schinkenpüree & geschmortem Rieslingkohl“. Ein Festtagsessen einerseits, doch eines, das eben auch den Elsässer Bergmann einst satt gemacht haben sollte. „Paupiettes“ sind im weitesten Sinne Rouladen, gefüllt in diesem Falle mit Schinken und aromatischem Käse, überbacken von einer würzigen Panade. Dazu gibt es reichliche Beilagen, das Riesling-Kraut changiert exakt zwischen Säure und einer fruchtigen Süße, die Kartoffeln sind eher salatig als püriert, das macht aber geschmacklich und von der Textur her eher eine bessere Figur. Toller Teller, Chapeau, auch wenn das Kalb nicht die letzte Zartheit bietet, die es etwa in der Sterneküche haben sollte.

Die Weinauswahl ist handverlesen, schöne Flaschen listet Janka unter „Lieblinge“, besondere Tropfen hat sie auch gelabelt als „Meine Elsässer“ vom Weingut Eric Lichtle in Gueberschwihr. Hier ist der Riesling „Bollenberg“ etwa sowohl als Flasche  als auch glasweise zu haben. Zum Finale kann es Käse oder Süßes sein, doch für das sehr verlockende „Janka´s Mirabellenparfaît, Birnenragout & Sauce Gianduja“ hat das spektakuläre Hauptgericht keinen Platz gelassen. Guter starker Kaffee rundet das Festmahl ab.

Jankas Lokal & Biergarten, Braunschweiger Str. 22, Dortmund

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