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Ausstellung „Survivors“ eröffnet auf Zeche Zollverein

"Survivors" in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes
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Seit dem 22.01. ist die Ausstellung „Survivors. Faces of Life after the Holocaust” für die Öffentlichkeit geöffnet. Gezeigt werden 75 Porträts von Holocaust-Überlebenden, die der Fotograf Martin Schoeller in Israel besuchte.

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen fast 5800 Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. 2020 jährt sich dieser Tag zum 75. Mal. 75 Porträts sind es auch, die der Fotograf Martin Schoeller von Überlebenden des Holocaust anfertigte, und die jetzt in der Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen zu sehen sind.

“Survivors” in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes

Die Technik des Fotografen Martin Schoeller

Schoeller, der unter anderem für seine Close-Up-Porträts von Barack Obama, Angela Merkel oder Bill Murray bekannt ist und dessen Bilder ab dem 28.02. auch in einer Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen sein werden, setzt bei seinen Aufnahmen auf sein bewährtes und erfolgreiches Rezept: Bei den frontalen Nahaufnahmen stehen die Augen im Fokus. Nicht mit Blitz, sondern mit Neonröhren, eine links und eine rechts, leuchtet Schoeller das Gesicht des zu fotografierenden Menschen aus. Diese Arbeitsweise macht sich auch bei den Fotos der „Survivor-“Ausstellung bemerkbar. Im Fokus stehen die Augen und der Blick der Überlebenden der Shoa. Ohne erkennbare Emotion, aber mit katzenartigen Augen schauen die abgebildeten Personen dem Ausstellungsbesucher auf Augenhöhe an. Das ist ein intensives Seherlebnis, das zweitweise den Betrachtungsmodus aufbricht. Es sind Augen, die zurückschauen.

"Survivors" in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes
"Survivors" in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes

Eröffnungsrede von Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete die Ausstellung am 21. Januar und sagte in ihrer Rede, dass „jedes Porträt hier eine Mahnung“ sei, das daran erinnere, „für Menschlichkeit einzustehen“ und dass es die Pflicht jedes Einzelnen sei, „im Alltag eben nicht zu schweigen und wegzuschauen.“ „Survivors“ unterstreicht diese Forderung eindrucksvoll und unmittelbar.

“Survivors” in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes

Unter jedem Porträtfoto ist eine Tafel angebracht, auf der Name, Geburtsdatum und Ort sowie die Aufenthaltsorte der abgebildeten Person während des Holocausts vermerkt sind. Darunter befindet sich jeweils ein kurzes Statement in Zitatform. Viele dieser Botschaften sind mahnend, haben appellierenden Charakter: Nachfolgende Generationen mögen sich an dieses unglaubliche Verbrechen erinnern. Doch damit soll kein ritualisiertes Gedenken gemeint sein. Unter dem Bild von Jorge Kleinman, der zwei Arbeits- und drei Konzentrationslager überlebte, liest man etwa: “Den jungen Menschen der Welt sage ich, lasst Euch nicht von Hassbotschaften wie die der Nazis beeinflussen.“

Tafel unter dem Porträt von Jorge Kleinman | Foto: Alexander Weilkes

Umgang mit der Vergangenheit

Neben moralisch geprägten Forderungen findet sich aber auch manch sehr persönliches Zeugnis davon, wie mit Vergangenheit umgegangen wird. Rachel Hershkovitz war während des Holocaust im Warschauer Ghetto. Für sie sei die Shoa etwas gewesen, das ihr „widerfahren ist“, aber sie sei „mehr auf Erneuerung ausgerichtet.“

Tafel unter dem Porträt von Rachel Hershkovitz | Foto: Alexander Weilkes

Die Ausstellung „Survivors“ ist in ihrer Funktion Teil der Erinnerungskultur an den Holocaust. Durch die Fotografien und Botschaften der Shoa-Überlebenden wird das Vergangene eindringlich ins Bewusstsein gerückt. Besucher können sich davon noch bis zum 26.4. einen Eindruck verschaffen.
Survivors.  Faces of Life after the Holocaust: bis 26.4., Mischanlage der Kokerei Zollverein, Essen

 

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