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Neuer Kommissar im Dortmunder Tatort: Rick Okon im Interview

Foto: Jeanne Degraa
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Als Hauptkommissar Jan Pawlak komplettiert Rick Okon nun das Ermittlerteam des Dortmunder Tatorts. Anfang des Jahres war er bereits in der Folge „Tollwut“ zu sehen, seit März steht fest: Er ist der Neue. Irmine Estermann hat mit dem 29-Jährigem über seine Rolle gesprochen.

„Tollwut“ ist zuschauermäßig der bislang erfolgreichste Dortmunder Tatort gewesen. Ist das ein gutes Omen?
Ob es ein gutes Omen ist, weiß ich nicht. Aber ich freue mich, dass so viele Leute eingeschaltet haben und dabei waren. Und ich hoffe, dass das so weiter geht.

Wie ist Jan Pawlak?
Es ist natürlich so, wie es in Tollwut schon gezeigt wurde, dass Jan Pawlak als verdeckter Ermittler gearbeitet hat und sehr jung schon ziemlich weit aufgestiegen ist. Wenn er anfängt, ist er schon Hauptkommissar und steht damit dienstlich über der Kollegin Nora Dalay, was zu Konflikten führt auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist Jan Pawlak ein Einzelkämpfer, weil er schon immer auf sich alleine gestellt war. Dadurch hat er auch Probleme, sich im Team zurecht zu finden. Das dauert alles so ein bisschen. Hinzu kommt, dass er verheiratet ist, eine Tochter hat und ziemlich früh Vater geworden ist. Das Verhältnis zu Hause ist nicht so einfach und auch das bringt Spannungen mit sich – sowohl im Team als auch für ihn privat.

Nach dem Weggang von Stefan Konarske kommen Sie nun als Neuer ins Ermittlerteam. Wie sehr orientiert man sich da am Vorgänger?
Die Vorgängerrolle guckt man sich gar nicht so sehr an, weil das zwei komplett unterschiedliche Charaktere sind. Es ist ja nicht so, dass ich als Ersatz komme, sondern es wird eine neue Figur in das Vierer-Team integriert. Insofern habe ich mir zur Vorbereitung alle Folgen, die ich sowieso schon gesehen hatte, noch mal in richtiger Reihenfolge angeschaut – sozusagen als komplette Serie – um zu verstehen: Wie sind die Figurenverhältnisse? Welche Figur hat was genau erlebt? Wie sind die Hintergründe? Womit könnte man arbeiten – auch mit meiner Figur? Was weiß meine Figur über die Kollegen? In dem Sinne habe ich relativ viel geguckt und so meine eigene Recherche betrieben.

Wie sehr konnten Sie Ihre Rolle mitgestalten?
Was ganz toll war, war, dass ich die Möglichkeit hatte, unserer Produzentin, unserem Autor, der die meisten Folgen geschrieben hat und dem Redakteur zu sagen, was ich spannend fände. Deren Idee hat sich mit meiner in einigen Punkten überschnitten und es hat sich etwas ergeben, mit dem ich sehr zufrieden bin. Hinzu kommt, dass wir Leseproben haben, die sehr intensiv sind. Dort sitzen wir zusammen und reden darüber, was man verändern könnte. Und da kommt jeder mit seinen eigenen Ideen. Wir arbeiten sozusagen in einem großen Ensemble und da hat man schon die Möglichkeit, einzubringen, was man selbst gerne spielen würde.

Der neue Tatort heißt „Zorn“. Worum wird es gehen?
Im Großen und Ganzen um den Bergbau, aber vor allem um Menschen, denen die Existenz genommen wird, gespickt mit einer Freundschaftsgeschichte zwischen drei männlichen Figuren. Da gibt es ganz viele Parallelen zu dem Aktuellen, wo Leute einfach nicht wissen, wie es weitergeht. Was passiert, wenn man den Arbeitsplatz verliert? Wo rutscht man hin? Das wird thematisiert und ich bin sehr gespannt, wie er geworden ist.

Sie haben nun in Dortmund und Duisburg gedreht – wie fanden Sie es bei uns so als Wahlberliner?
Wir haben schon öfter in Dortmund gedreht und ich bin hier sehr angetan von den Menschen. Sie sind sehr freundlich, sehr offen. Sie sind schlagfertig und haben tollen Humor. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich beim Bäcker war oder einkaufen, denn man bekommt dort ganz viel von dem Lebensgefühl hier mit. Ich bin Leuten mit einem gewissen Schlag begegnet, den es wohl so nur im Ruhrpott gibt.

Online gibt’s kaum Privates über Sie, wie sehr schützen Sie Ihre Privatsphäre?
Ich halte das schon relativ bedeckt. Es ist nicht meine persönliche Art zu zeigen, was ich gerade esse, in welchem Restaurant ich die ganze Zeit rumhänge oder was ich gerade mit Freunden mache. Das ist ja meine private Zeit. Wenn es nicht die Arbeit betrifft, lege ich ganz gerne das Handy weg. Ich benutze Social Media vor allem, um darauf aufmerksam zu machen, welche Arbeit gerade lief oder in welchen Dreharbeiten ich zurzeit bin.

Sie waren in den letzten Jahren regelmäßig im Fernsehen und im Kino zu sehen. Kommen Sie denn noch drum herum auf der Straße erkannt zu werden?
Ja, ich komme noch wunderbar drum herum. Natürlich freue ich mich, wenn ich ab und zu angesprochen werde. Das sind dann nette kurze Gespräche. Bisher ist das aber alles noch sehr entspannt.

Schauen Sie selbst Tatort?
Ja, klar! Ich schau ziemlich viel Tatort, würde ich sagen. Das hat sich im Laufe der Zeit so ergeben. Man lernt ja immer mehr Kollegen privat kennen, die einem dann erzählen, was sie gerade abgedreht haben und worum es da gerade geht.

Wie wird es sein, wenn Sie nun aktiv Teil des Dortmunder Tatorts sind?
Den werde ich mir natürlich auch anschauen. Ich freue mich dann auch, wenn ich den im Rahmen der Familie gucken kann. Das geht nicht immer, aber ich würde mich schon sehr freuen, wenn ich den ersten offiziellen Tatort mit mir als Kommissar mit ein paar Freunden gemeinsam sehen könnte.

Guckt man sich sowas dann eher skeptisch an, weil man überlegt, ob man vielleicht etwas hätte anders machen können?
Auf jeden Fall. Man guckt es anders. Und es dauert auch, bis man es objektiv sehen kann: Beim ersten Mal es ist eine sehr subjektive Wahrnehmung und man denkt ständig, hoffentlich ist das gelungen‘. So geht’s mir zumindest. Ich muss das dann zwei oder drei Mal sehen, um ganz objektiv sagen zu können: ,Das ist gelungen oder da kannst du noch was verbessern‘.

Wie ist es in Ihrer Familie? Gucken die auch so kritisch drauf?
Ich bin eigentlich ganz froh, weil ich das – übertrieben gesagt – schon mein halbes Leben lang mache. Das ist gar nicht so ein großes Thema bei mir in der Familie. Sie gucken es sich natürlich an. Und im besten Fall bekomme ich ein Foto vom Fernseher, wie sie es grade schauen und danach noch eine Nachricht mit ,Schön, hat uns gefallen‘. Aber im Großen und Ganzen ist das kein Riesenthema, dass man jetzt bespricht, was ich da gemacht habe. Ich freue mich einfach, wenn ich diese Nachricht kriege.

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