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Social Impact Lab: Start-up-Brutstätte in Duisburg

Foto: Social Impact Lab Duisburg

Das Social Impact Lab in Duisburg ist eine Brutstätte für zukunftsweisende Ideen. Hier tummeln sich mutige Gründer, Co-Worker und Studis mit Start-up-Ambitionen. Wir stellen einige der umdenkenden Köpfe, ihre spannenden Projekte und die Geschichten dahinter vor. Lass dich inspirieren – und ermutigen. Denn vielleicht schwebt auch in deinem Hinterkopf schon eine visionäre Idee, die nur einen kleinen Anstoß braucht?

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Stadtteilfabrik

Lena Halbedel (27) und Florian Krohm (25), Industrial Designer | Foto: Stadtteilfabrik

Unser Gründungsprojekt ist die Stadtteilfabrik. Wir entwerfen Produkte aus urbanen Rohstoffen wie Sperrmüllholz, die zuhause oder bei unseren Workshops nachgebaut werden können. Wir haben schon länger mit dem Essener Eltingviertel zu tun und oft miterlebt, wie dort der Sperrmüll an den Straßen wuchert. Statt das nur als Problem zu sehen, haben wir einen Hocker aus dem Sperrmüllholz entworfen, der so gutes Feedback bekam, dass wir gesagt haben: ‚Wir probieren jetzt mal, wie der sich verkaufen lässt‘. Natürlich mussten wir uns durch einen Dschungel an Hürden kämpfen, Gründung wird einem ja nirgendwo so richtig beigebracht. Aber so lernt man eben auch am besten! Von unserem Uni-Wissen hat uns am ehesten das konzeptionelle Arbeiten weitergeholfen. Denn bei uns im Studiengang Industrial Design entstehen zwar jedes Semesterende haufenweise tolle Prototypen – in der Regel landen die dann aber in der Mülltonne und werden nicht weiterverfolgt, weil hier einfach keiner weiß, wie das An-den-Markt-bringen funktionieren würde. Wir würden uns da uniübergreifende Projekte mit Marketing, BWL oder auch Jura wünschen. Unsere aktuelle Challenge sind beispielsweise die Vertriebsmöglichkeiten. Hier sind wir froh, im Andersgründer-Stipendium des Social Impact Labs gelandet zu sein – dort bekommen wir massig Input!

Futterzeit

Felix Bierholz (24), Wirtschaftswissenschaftler | Foto: Futterzeit

Mit meinem Start-up Futterzeit stelle ich nachhaltiges Hundefutter auf Basis von Insekten her. Die sind eine gesunde und ökologische Alternative zu Fleisch. Auf die Idee bin ich durch einen meiner Mitbewohner gekommen, einen Austauschstudenten aus China, mit dem ich oft über verschiedene Esskulturen sprach und so mehr über Insekten als Nahrungsmittel erfuhr. Wenige Monate nachdem ich die Idee zu Futterzeit hatte, habe ich einen Gründerwettbewerb in Duisburg gewonnen. Das war der Moment wo ich wusste, das Vorhaben hat Potenzial – auch wenn ich mit Insekten als Proteinquelle gegen viele Vorurteile ankämpfen muss und viel Überzeugungsarbeit zu leisten habe. Erste Erfahrungen im Bereich Start-up sammelte ich in der Studierendeninitiative Enactus und im Rahmen meiner Abschlussarbeit, in der ich wissenschaftlich die Kaufentscheidung für Hundefutter auf Insektenbasis untersuchte. Und ja, ich bin mir sicher: Insekten werden wir in Zukunft auch im normalen Supermarkt finden!

bayti hier

Pia Brillen, Michael Kortenbrede (27), Kommunikations- und Marktmanagement | Foto: bayti hier

bayti hier ist ein integratives Modelabel, das Arbeitsmarktintegration für geflüchtete Menschen ermöglicht und durch die Kombination westlicher und orientalischer Stile kulturellen Austausch erreicht. Unsere Kunden sind keine Kunden im klassischen Sinne, sondern Botschafter für eine offene, tolerante Gesellschaft. Die Idee kam uns durch die Begegnung mit einem syrischen Pärchen, beide gelernte Schneider, in einem Welcome Café in unserer Heimatstadt Münster. Wir wussten nicht, ob es für unser Produkt einen Markt gibt. Also haben wir erstmal ein Facebook-Video gedreht und die Resonanzen abgewartet. Dank des positiven Feedbacks haben wir losgelegt. Anfangs haben wir alles aus eigener Tasche finanziert und mangels Erfahrung einiges an Leergeld gezahlt. Wichtiges Wissen aus der Uni war für mich das Erlernen strukturierten Arbeitens und Einblicke in Unternehmensprozesse und Marktbedingungen. Das muss jetzt angewandt werden, denn bayti hier muss jetzt vor allem eins: Wachsen!

Netzwerk ImMigra

Fatima Çalıskan (28), Kulturanthropologin | Foto: Rabia Çalıskan

Unser Projekt heißt Netzwerk ImMigra und ist eine Plattform für junge Bildungsaufsteigerinnen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Wir fördern Potenziale junger Frauen an der Schnittstelle von Schule und Universität durch unsere Netzwerkarbeit und Workshops zu Empowerment und Kernkompetenzen. Während unseres Studiums trafen wir auf viele Frauen mit ähnlicher Biografie: Unsere Eltern sind nach Deutschland immigriert und mussten uns in einfachen Verhältnissen großziehen. Um einen guten Abschluss zu erhalten und einen Platz in der Gesellschaft zu bekommen mussten wir hart arbeiten. Das hat uns alle zu starken und klugen Einzelkämpferinnen gemacht, aber wir wollten mehr: Wir wollten uns untereinander vernetzen und voneinander lernen. Am Ende unseres Studiums haben meine Mitgründerin Handan und ich beschlossen, sofort loszulegen und ImMigra zu gründen. Als Gesellschaftswissenschaftlerinnen haben wir anfangs aber nur wenig Wissen über betriebliche Themen wie Finanzierung, Steuern oder Unternehmensorganisation gehabt – das mussten wir uns selbst aneignen und haben im Rahmen eine Gründungsstipendiums Seminare belegt. Besonders bereichert hat uns aber die moralische Unterstützung von anderen Frauen in Führungspositionen. Wichtig ist uns, dass die Ideen und Ziele von mehr Frauen gehört werden. Herkunft, Geschlecht, Religion oder andere Merkmale dürfen kein Grund sein, Menschen aus einer aktiven gesellschaftlichen Teilhabe auszuschließen.

Socialbnb

 

Tim Weyel (24), BWLer | Foto: Socialbnb

Socialbnb ist eine innovative, soziale Homestay-Plattform, die Nichtregierungsorganisation und Touristen für einen gegenseitigen Nutzen miteinander verbindet. Auf Socialbnb.org können sich Hilfsorganisationen registrieren und ungenutzte Räumlichkeiten in Form von Unterkünften inserieren, die Touristen dann direkt buchen können. 80 Prozent des Übernachtungspreises wandern direkt in NGOs und Hilfsprojekte. Auf das Konzept kamen wir, als wir vor zwei Jahren Mr. Thy in einem kambodschanischen Dorf trafen. Er wollte den Kindern hier Englischunterricht ermöglichen, jedoch fehlten die finanziellen Mittel. Wir kamen auf die Idee, in dem vom Tourismus stark betroffenen Gebiet eine Unterkunft der besonderen Art zu errichten und der NGO so eine konstante Eigenfinanzierung zu ermöglichen. Dafür bekamen wir eine Sonderauszeichnung von Airbnb und eine Einladung zum Innovators’ Pitch 2017. Die größten Herausforderungen waren für uns das Hochhalten der Motivation trotz teils ausbleibender Erfolge und die Kunst, sich für den richtigen nächsten Schritt zu entscheiden. Die Rückmeldungen der NGOs und die Begeisterung, mit der Menschen auf unser Konzept reagieren, treiben uns aber immer wieder voran. Gerade war unser Team in Peru unterwegs und hat tolles Feedback mitgebracht.

tremaze

Sven Baumgart (22), Angewandte Informatik | Foto: Tremon Soft

Das Projekt tremaze bietet sozialen Einrichtungen eine eigene Website und Zugang zur tremaze-App mit Tools zum Event-Management und der Kommunikation über die gängigen Social-Media-Kanäle. Wir betrachten tremaze als unseren ersten Beitrag zu einer besseren Zukunft für alle und dem von uns geforderten Grundrecht auf Digitalisierung. Ganz zu Beginn der Ideenphase entwickelten wir eine Individuallösung für die Jugendeinrichtungen einer Kommune in NRW und machten dieses System dann fit, um kosten- und zeiteffizient auch von anderen Kunden genutzt zu werden. Neben den üblichen Sorgen und bürokratischen Hürden war es besonders lehrreich, sich selbst als größtes Hindernis zu identifizieren. Wenn man sich jedoch erst einmal wirklich darauf eingeschossen hat, dieses Projekt zum Erfolg führen zu wollen, lösen sich alle anderen Probleme fast von selbst. Das selbstständige, lösungsorientierte Arbeiten, das in der Uni erforderlich ist, hilft dabei ungemein. Durchhaltevermögen und Fokus zahlen sich immer aus. Derzeit laufen die ersten Pilotprojekte sehr zufriedenstellend und wir sind auf der intensiven Suche nach neuen Teammitgliedern. Ich finde, das Ruhrgebiet ist eine tolle Spielfläche für Gründer! Der (meiner Meinung nach) bisher erfolgreiche Transformationsprozess von Kohle und Stahl zu IT und Dienstleistung zeigt, welche Anpassungsfähigkeit und Zukunftsorientierung das Ruhrgebiet antreiben. Die hohe Dichte an Universitäten und Kultureinrichtungen und der geteilte Wille, etwas zu bewirken, sind einmalig.

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