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Joe Bonamassa bluest im Mai in Düsseldorf

Foto: Rick Gould

Mit manchen Wörtern wird ja inflationär um sich geworfen. „Virtuose“ ist so eines. Auf Joe Bonamassa trifft es dennoch zu. Hört man den Gitarristen, Sänger und Songschreiber aus New Hartford im Bundesstaat New York spielen, weiß man: Es ist gar nicht schlimm, den Blues zu haben. Im Mai bringt er den gepflegten Dreivierteltakt wieder nach Düsseldorf.

Spätestens seit die zwei Musikerinnen von Larkin Poe rotzig und mit Erfolg von Bühne zu Bühne ziehen, dürfte klar sein: Blues hat sich – zumindest in Teilen – vom Status der Altherrenmusik befreit. Natürlich kennt jeder die üblichen Verdächtigen: Eric Clapton etwa, der sich tief in der Songkiste von J. J. Cale bediente, oder der großartige wie wahnsinnige und zu früh verstorbene Jimi Hendrix. Ein kurzer Sprung ist es auch zur Legende, die besagt, dass der Bluesmeister Robert Johnson seine Seele an den Teufel verkauft hat, um Gitarre spielen zu können wie er es eben konnte. Der Redaktion liegen keine gegenteiligen Informationen vor: Joe Bonamasssa hat seine Seele behalten. Mit Sicherheit kann man allerdings auch sagen: Der Mann hat geübt.

Der 41-Jährige hat nicht umsonst den Ruf des am härtesten arbeitenden Blues-Gitarristen im Geschäft. Und das, seit er als Kind „Voodoo Child“ von Jimi Hendrix lernte und perfektionierte. Im September 2018 brachte er bereits sein 13. Studioalbum heraus und der Titel „Redemption“ lässt auf viele Gründe schließen, dem Blues freien Lauf zu lassen. „Es passieren gerade Dinge in meinem Leben, von denen ich dachte, dass ich sie nie erleben würde. Es fühlt sich an wie eine Auferstehung. Ich spüre Reue und Akzeptanz. Manchmal ist es sehr schmerzhaft, doch ich weiß, dass ich daran wachsen werde“, erklärt der Musiker den Titel des Albums. Näheres erfährt man im Titelsong, in dem es heißt: „She took the fire as she was leaving, no forgiveness and no confession, now I’m sifting through the cold grey ashes, looking for peace and my redemption.“ Wozu er fähig ist, wenn es mit dem Zwischenmenschlichen mal nicht so klappt, zeigt der Ausnahmegitarrist dann auch in allen zwölf Stücken. Über die Lieder sagt er: „Ich spüre, dass meine neuen Songs sowohl textlich als auch musikalisch tiefgründiger sind.“

Emotionale Tiefe und Hüftschwinger

Entstanden ist der aktuelle Tonträger in verschiedenen Studios weltweit, in Nashville, Las Vegas, Miami und Sydney. Eine illustre Runde Musiker hat der 41-Jährige, dessen Mentor einst B. B. King war, um sich versammelt. Außerdem an Bord war sein langjähriger kreativer Partner Kevin Shirley, der „Redemption“ folgendermaßen beurteilt: „Aus meiner Sicht als Produzent ist es bei Weitem das bislang herausforderndste und vielseitigste Album, das Joe je aufgenommen hat.“ Zwei zusätzliche Gitarristen boten Bonamassa dabei den gebührenden Spielraum, sich auszutoben. Wenn er im Mai nach Düsseldorf kommt, wird er auch sein wohl dunkelstes Stück mitbringen:„Self-inflicted wounds“, also Selbstverstümmelung. Das haut dabei tief in die emotionale Kerbe und zeigt eine neue Facette des Künstlers. Dass er Rockabilly und Hüftschwinger ebenso beherrscht wie schwere Balladen und eben auch dunkle Gefilde, wird er 2019 auf seiner Tour zum Album beweisen. Dabei dürfen Hits wie „Driving Towards the Daylight“ und das eine oder andere Cover selbstredend nicht fehlen. Während man bei dem Stück von 2012 noch das Gefühl hatte, im Pickup auf der Landstraße der großen Freiheit entgegenzufahren, zeigt der Amerikaner, der beim Musizieren meist Anzüge und Sonnenbrille trägt, in seiner großen Gitarrenkunst nun auch Härte und emotionale Tiefe. „Ich bin wirklich gespannt darauf, wie die Leute reagieren werden, wenn sie es hören. Es ist etwas komplett anderes“, so Bonamassa. Fest steht:Nicht nur der Gitarrist, auch seine Musik hat ihre Seele behalten.

Joe Bonamassa: 14.5.19, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf

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