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Neue Brasserie: Das Schön eröffnet in Rüttenscheid

Foto: Sebastian Drolshagen

365 Tage im Jahr soll es schön sein in Rüttenscheid. Dafür steht ab sofort Das Schön im ehemaligen Eigelstein im Gebäude Rü 199. Das Konzept zeigt Herzblut und individuelle Handschrift und eine Idee von Gastlichkeit, die vielleicht ja noch fehlt auf der gastronomisch so breit aufgestellten Flaniermeile in Rüttenscheid.

Das Schön ist eine Brasserie. Im Wortsinne. Das muss betont werden, denn mit dem Begriff wurde viel Unsinn begangen. Historisch stammt er nämlich vom französischen oder belgischen Brauhaus ab, ein der Brauerei angegliederter Ausschank, in dem auch eine deftige volkstümliche Küche gereicht wurde. Dieser räumlich großzügige Stil wurde Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Frankreich populär, wo die überdimensionierten, doch unkomplizierten Restaurants begannen, die kleinen Cafés zu verdrängen. Die Riesenlokale wurden schnell Treffpunkt für Bohémiens, Literaten und Künstler und all jene, die Zeit totzuschlagen hatten, gerne kommunizierten und dabei lässig genießen wollten.

Heute sind die klassischen guten Brasserien nach wie vor Inbegriff von Urbanität, gut organisiertem Kellnergewimmel und viel Verständnis für gute Hausmannskost. Genug der Exkursion. Zurück auf die Rü. Denn dorthin passt so etwas. Das Schön versteht sich als klassische Brasserie, und es gelingt dem neuen Laden von Christian Bickelbacher, dieses Flair zu transportieren. Aus dem tendenziell eher kernig-dunklem Eigelstein ist ein lichtes, warmes Lokal geworden, das eine gehobene Aufenthaltsqualität bietet, indem es mannigfaltige Interessen bedient.

Keine Gourmetspielereien

Das beginnt natürlich auf der Speisekarte. Küchenchef Andrew-John Hotz offeriert ein beachtliches Crossover internationaler Küchenstile, das sich nicht in Gourmetspielereien verliert, sondern deren Einfach-Klassiker schön variiert.  Da gibt es Salate, die angemacht sind wie bei den Großeltern, mit dem berühmten einfachen Zitrone-Rahm-Dressing. Da findet sich eine handwerklich äußerst fein gemachte Gemüseterrine und eine Burrata mit Spargel und Ochsenherztomate auf der Karte. Auch Austern werden gern geknackt.

Zum Renner dürften die Maultaschen werden. Mit Füllung vom Schwäbisch-Hallischen Landschwein im Sud, Wurzelgemüse und Zwiebelschmelze (15 Euro, als Vorspeise 10) eine perfekte Verbindung von Hausmannskost und feiner Küche. Wer es edler mag, wird ebenso fündig: „Schaufelbug ‚Sous Vide‘“ zeigt, was aus eigentlich nicht so superedlem Rindfleisch heute gemacht werden kann. Wenn man weiß wie. Zarte und extrem geschmacksintensive Fleischwürfel werden begleitet von Blumenkohlpüree, Mojo verde und Karamell-Lauchzwiebel. Das Beef kommt aus dem hier kulinarisch zentralen Josper-Ofen, einem Grill-Vehikel, das den Produkten auf dezente Weise ein Barbecue-Aroma der zarteren Art angedeihen lässt. Sehr viel Herzblut wurde auch der Weinkarte gewidmet, hier stechen die Weine von Marc Reichwein aus Rheinhessen hervor, doch auch ein toller Wein wie der 2016er Lugana von Cadei Frati ist offen zu haben.
Das Schön ist nunmehr das achte Projekt des Bochumer Gastronomen Bickelbacher, mit dem er aber auf eine gewisse Art zu seinen Wurzeln zurückkehrt, hat er doch einst erste Schritte in der Gastronomie in Essen gemacht. Seine Suche nach einem geeigneten Objekt auf der Rü für sein Konzept habe auch einige Jahre gedauert, berichtet er, nunmehr jedoch vollkommen glücklich mit diesem Lokal.

Das Schön, Rüttenscheider Straße 199, Essen

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