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Frei von Stereotypen – Alain Frei im Interview

Foto: Enrico Meyer / MDR

Ein Schweizer in Deutschland – was zunächst nicht sehr außergewöhnlich klingt, bildet die Grundlage für das Programm des Schweizer Comedians Alain Frei. Als in Deutschland lebender und auftretender Schweizer beschäftigt der sich in seinen Auftritten nämlich häufig mit Stereotypen, Vorurteilen wie dem der reichen oder langsamen Schweizer sowie seinem Leben als „Gast“ in Deutschland. Mit Vergnügen zeigt er dabei die Lächerlichkeit und Kleingeistigkeit eben dieser Vorurteile auf oder schildert absurde Erfahrungen aus seinem Leben hierzulande.

Der 34-Jährige ist bereits seit 2010 in der Comedy-Branche tätig und absolvierte zahlreiche Auftritte in bekannten Formaten wie dem Quatsch Comedy Club, dem RTL Comedy Grand Prix oder NightWash. Darüber ist er seit 2011 Teil der Gruppe RebellComedy. Zurzeit ist Alain Frei mit seinem Solo-Programm „Mach dich Frei!“ auf Deutschlandtour und wird in diesem Rahmen am 26. März im Savoy Theater Düsseldorf auftreten. Wir hatten bereits Gelegenheit, mit dem Schweizer Comedian über seine Arbeit und sein neues Programm zu sprechen.

Unterscheidet sich dein neues Programm von deinem Stoff für RebellComedy?

Bei RebellComedy steht natürlich der Migrationshintergrund quasi im “Vordergrund”. Generell sind die Themen aber nicht groß anders als wenn ich allein auf der Bühne stehe.

Du bist bei RebellComedy mit anderen Comedians mit Migrationshintergrund aufgetreten. Wie reagierst du auf Diskriminierung und Alltags-Rassismus dir oder deinen Kollegen und Freunden gegenüber, wenn du ihnen in deinem Umfeld begegnest?

Diskriminierung und Rassismus waren schon immer Sachen, die mich leicht auf die Palme bringen können. Weil es eine so absurde Form von Hass und Ablehnung ist. Daher reagiere ich dann dementsprechend darauf wenn ich es sehe. Oder ich verarbeite es als Gag auf der Bühne.

Inwiefern unterscheiden sich deutscher und schweizerischer Humor?

Nicht so groß wie man denken könnte. Die Deutschen und die Schweizer sind sich unglaublich ähnlich. Wir mögen dieselben Tugenden wie Pünktlichkeit, Fleiß und natürlich auch das Klischee dass wir nicht gerade die feurigste Mentalität haben.

Wie oft wirst du mit Schweizer Stereotypen konfrontiert? Nimmst du so etwas überhaupt noch wahr?

Selten und wenn dann sind es natürlich die üblichen Klischees von wegen wir haben alle Geld und sind langsam. Das ist dann eher belustigend für mich.

Glaubst du, dass (deutsche) Comedy in den letzten Jahren politischer bzw. gesellschaftskritischer geworden ist?

Deutschland hatte schon immer viele und vor allem auch sehr gutes politisches Kabarett. Tatsächlich ist es aber auch so, dass jetzt auch Comedians immer politischer oder gesellschaftskritischer werden.

Hast du das Gefühl, eine Art „Bildungsauftrag“ zu haben?

Das wäre ein zu großes Wort. Aber ich finde man hat immer eine Verantwortung wenn man vor vielen Menschen spricht.

Auf was dürfen die Besucher sich in deinem neuen Programm am meisten freuen?

Auf einen lustigen Abend in dem es zwar Klischees gibt, aber größtenteils, um sie dann in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Alain Frei – „Mach dich Frei!“: 8.3., Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim; 26.3., Savoy Theater, Düsseldorf

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