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Düsseldorfer Perlen: Markus Luigs im Interview

Düsseldorfer Perlen in Buchform | Foto: Markus Luigs
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Ende des vergangenen Jahres besuchte Markus Luigs die coolibri-Redaktion. Im Gepäck hatte er einen Jutebeutel voller Bücher. Seine seit 2014 online erschienenen Momentaufnahmen „Düsseldorfer Perlen“ sind im Herbst 2017 in Buchform erschienen. Warum der Bildband auf keinen Fall allen gefallen kann und was gute Orte und Knisterplatten gemeinsam haben, erzählte der Künstler Nadine Beneke im Interview.

„Das ist so ein Vaterding“, sagt Markus Luigs. Als er ein Junge war, fotografierte sein Vater mit einer Zeiss Ikon Contarex. Er zeigte Urlaubsbilder bei Dia-Shows und löste bei Luigs ein „Aha-Erlebnis“ aus. Kameras und ihre Erzeugnisse verloren für ihn nie ihren Reiz. Außer, als er ein Praktikum bei einem Fotografen anfing. Da ging es darum, Whiskas-Dosen ins rechte Licht zu rücken. „Ein schlimmes Erlebnis“, sagt der 46-Jährige. Fotografieren ist für den Grafik-Designer kein Hexenwerk. „Ich stelle mich vor ein Haus, halte die Kamera gerade und drücke ab.“ Keine Inszenierung. Am liebsten auch: keine Menschen. „Technik, Licht – man sieht ja, ob das gut ist“, sagt er. Lediglich klein muss die Kamera sein.

Im Moment fotografiert Luigs mit einer Fuji, davor war es eine Leica, „nächstes Jahr kann es wieder anders aussehen.“ Analog oder digital?– „Das interessiert mich nicht. Das Moment ist das Echte, das Original.“ Das Analoge, im Speziellen Platten, mag der 45-Jährige dennoch. Neulich noch hat er für seinen Sohn Märchenplatten auf dem Sperrmüll gefunden und mitgenommen. „Die Knisterplatte mögen die Leute, weil sie fehlerhaft ist“, sagt er. Und auch in seinem Buch zeichnet Luigs ein sachliches Bild von Düsseldorf, das mit Bling-Bling so gar nichts zu tun hat. Das ist nicht jedermanns Sache, glaubt er. Seinem Erfolg tut das keinen Abbruch: 1800 Exemplare des Perlen-Buchs hat der Fotograf dank Crowdfunding und eigenen Zuschüssen drucken lassen. „Bald sind alle weg“, so Luigs.

Markus Luigs | Foto: Christof Wolff

Zeitlos wirken die Aufnahmen, umrahmt von Texten von Philipp Holstein, Alexandra Wehrmann, Sebastian Brück und Felix Thomas. „Düsseldorf ist keine Big City“, weiß der Fotograf. Immer die gleichen 40, 50 Leute träfe man in den immer gleichen „Echoblasen“, so der gebürtige Leichlinger: Elektro, Hip-Hop oder Singer-Songwriter beispielsweise. Überschneidungen gebe es nicht. „Ich kann auch nur das fotografieren, was ich mag“, sagt er. Hauschka gehört dazu. Und der Salon des Amateurs. Es grämt den Fotografen, wenn Kollegen sich mit lauten Fotogeräuschen vor allem selbst inszenieren. „Ich kann keine stillen Momente fotografieren mit einer lauten Kamera“, sagt er. Bloßstellen möchte Luigs niemanden. Dennoch geht er auch dahin, „wo’s wehtut.“ Stilistisch geprägt haben ihn frühe Gursky-Arbeiten und Becher-Werke genauso wie Stefan Schneider, „der nie mit seiner Kunst hausieren gegangen ist.“ Eine Flucht sei seine Fotografie immer. Raus aus langweiligen Gesprächen, raus aus unangenehmen Situationen. Daher auch der Antrieb, menschenleer zu fotografieren. Im Gegensatz zu seinem achtjährigen Sohn. Der traut sich, unbedarft auf andere zuzugehen und drückt inzwischen genauso gerne den Auslöser wie sein Vater und dessen Vater vor ihm. Die Bilder seien „erschreckend gut“, gibt Luigs zu Protokoll.

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