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Machiavelli-Podcast: Rap trifft Politik

Foto: Nils vom Lande
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Guter Rap gedeiht im Dreck – ein guter Podcast offenbar im Streit. Vassili Golod (27) und Jan Kawelke (28) konnten sich schon immer wunderbar über Themen zwischen Politik und Rap zoffen.

Im Machiavelli-Podcast lassen sie nun die Öffentlichkeit daran teilhaben, durchleuchten zwei gegensätzlich wirkende Welten und suchen zwischen Sakkos und Sneakern, Krawatten und Klunkern nach Gemeinsamkeiten. Wie sehr sie ihre Chefin damals nerven mussten, um den Podcast zu starten und was Rap und Politik voneinander lernen können: André Kaminski hat bei Jan nachgefragt.

Foto: Nils vom Lande

Fangen wir mal ganz vorne an: Wie ist die Idee des Podcasts eigentlich damals entstanden?
Machiavelli wurde im Streit geboren. Vassili und ich konnte uns immer wunderbar zoffen über Themen zwischen Rap und Politik. Unfreiwillige Paten waren wohl Kollegah und Farid Bang mit ihrem Echo-Skandal und der Debatte rund um Antisemitismus im Deutschrap und der Gesellschaft.

Und dann hat der „Machiavelli“-Podcast konkrete Formen angenommen…
Genau. Wir waren damals noch WDR-Volontäre, wollten den Podcast aber unbedingt starten, am liebsten bei Cosmo. Das führte dazu, dass wir quasi vor dem Büro unserer Chefin Schiwa Schlei campierten. Schließlich sagten wir: Entweder wir machen es hier oder wir gehen woanders hin oder wir ziehen es alleine auf. So überzeugt waren wir von der Idee.

Und wie lang habe ihr gebraucht, einen passenden Namen zu finden?
Zwei Stunden verzweifeltes Telefonat. Vassili war in London, ich am Esstisch bei meinen Eltern. Am Ende wollten wir schon irgendwas dämliches nehmen, als ich in einer Verzweiflungstat nochmal „Politik Zitate“ gegoogelt habe und über Machiavelli stolperte. Für mich war es ab dem Zeitpunkt klar. Vassili musste ich die Verbindung zu Tupac, der damals auch unter dem Pseudonym Makaveli gerappt hat, noch kurz erklären.

Euer Podcast schafft eine Schnittmenge zwischen Rap und Politik. Wollt ihr mehr die Leute aus dem Rap erreichen, die was über Politik erfahren möchten? Oder andersrum?
Unser Anspruch war von Anfang an beide Welten gleich zu erreichen: Unsere Hörer*innen zeigen, dass uns das gelungen ist. Was wir außerdem relativ oft hören: Politik-Student*innen, die Rap-Fans sind – also quasi Machiavelli-Podcast in Person.

Geht man auf die Anfänge der Rap-Musik zurück, wurden auch viele soziale, gesellschaftliche und politische Missstände angesprochen. Sind heutige Rapper in deinen Augen zu unpolitisch?
International gesehen, ist Rap gerade so politisch, wie lange nicht mehr. Die größten Rap-Stars der USA oder UK äußern sich zu wichtigen politischen Themen. Die Deutschrap-Szene lahmt dort noch hinterher, aber Probleme, Rapper*innen zu finden, die sich reflektiert mit der Gesellschaft auseinandersetzen, hatten wir noch nie.

Was kann Politik von Rap, was kann Rap von Politik lernen?
Politik kann von Rap lernen, die Dinge ohne Geschwurbel auf den Punkt zu bringen. Rap kann von Politik lernen, die Dinge zu differenzieren.

Foto: Nils vom Lande

Von Olaf Scholz über Kevin Kühnert bis Felix Lobrecht – ihr hattet bereits zahlreiche Gäste am Mikro. Wer hat am meisten Eindruck hinterlassen?
Es gab wirklich wahnsinnig viele kluge, lustige, berührende Momente. Spontan fällt mir ein, wie wir mit Credibil durch Frankfurt gefahren sind und er uns schilderte, wo sein Stiefvater angeschossen wurde. Und Sahra Wagenknecht, die uns erzählte, wie sie mit mentaler Gesundheit umgeht.

Was sind eure aktuellen Themen und was können die Hörer in nächster Zeit erwarten?
Corona schränkt uns gerade natürlich ein wenig ein. Wir vermissen die Reisen wie nach Wien, Paris oder London und die großen Studiofolgen mit jeweils zwei Köpfen aus Rap und Politik. Wir versuchen, „Machiavelli“ immer weiter zu erweitern: Zum Beispiel haben wir ja seit Anfang des Jahres Zuwachs in unserer Podcastfamilie.

Seit Mai gibt es neben „Machiavelli“ auch noch „Machiavelli Push“ mit der Journalistin Salwa Houmsi und mir. Da reden wir über verschiedene aktuelle Themen, statt uns nur im Detail in ein Oberthema zu stürzen. Wir haben noch ein paar große Dinge geplant, aber darüber darf ich noch nicht reden. Ich empfehle: Folgt uns schon mal bei Instagram: @machiavellipodcast.

Zum Abschluss: Hast du einen Tipp für Leute, die gern ihren eigenen Podcast starten möchten? Was braucht es dazu?
Es ist ein wunderbares Medium, um Geschichten zu erzählen und Diskurs zu führen, sich Raum zu nehmen, Gedanken und Themen zu wälzen. Podcasts machen es möglich, sich der ganzen Wucht des Audios zu bedienen, dessen sollte man sich bewusst sein.

„COSMO Machiavelli – Der Podcast über Rap und Politik“ beim WDR.

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