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Junior Uni: Ein Haus, das Wissen schafft.

Foto: Irmine Estermann
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Die Junior Uni in Wuppertal ist europaweit wohl einzigartig. Während andere Kinderunis direkt von Universitäten organisiert werden, finanziert sich diese Einrichtung komplett privat durch Spenden. Unter anderem viele heimische Unternehmen unterstützen die Arbeit mit Geld und Dozenten. Ein Konzept, das seit zehn Jahren Erfolg hat.

Die kleine Rakete will einfach nicht starten. „Es ist wahrscheinlich zu windig“, vermutet die Dozentin, während sie versucht, das mit Alufolie eingewickelte Streichholz anzuzünden. So sei das eben manchmal in der Wissenschaft. Die Kindergartenkinder um sie herum nicken wissend. Frustriert, dass das kleine Experiment nicht funktioniert hat, ist keiner. Erstmal geht es wieder zurück vom Vorplatz in den Schulungsraum der Junior Uni, damit alle aus einem Streichholz und Alufolie ihre eigene kleine Rakete basteln können.

„Wir wollen Kindern vermitteln, dass es okay ist, wenn mal etwas nicht funktioniert“, sagt Karin Röhrich, die Sprecherin der Junior Uni. Wichtig sei es nur, danach gemeinsam herauszufinden, warum ein Fehler passiert ist. Das gilt nicht nur für die vielen naturwissenschaftlichen Kurse, die die Junior Uni seit 2008 in Wuppertal anbietet, sondern auch für die handwerklich und wirtschaftlich geprägten sowie für die geisteswissenschaftlichen. Ein Konzept, das überzeugt: Rund 3500 Plätze hat die Einrichtung allein im letzten Wintersemester vergeben. Die Warteliste war nochmal rund 2000 Namen lang. Angebote gibt es für Kinder ab vier Jahren bis hin zu Jugendlichen vor dem Abitur. „Voraussetzung für eine Kursteilnahme ist, dass man Schüler ist“, sagt Röhrich. Und obwohl die Kurse regelmäßig ausgelastet sind, gehen die Mitarbeiter immer wieder in Schulen im Bergischen, um das Konzept vorzustellen. Die Dozenten, bis auf drei Koordinatoren Honorarkräfte, haben einen ganz unterschiedlichen Background. Zum einen kommen sie aus Unternehmen, die die Junior Uni unterstützen, zum anderen von der Bergischen Universität, die auch die Daten für die Junior Uni evaluiert. Mit dabei sind aber auch Lehrer und Künstler und Oberstufenschüler, die hier selbst schon an Kursen teilgenommen haben.

„Gegründet wurde die Junior Uni mit dem Gedanken, der Region etwas zurückzugeben“, so Röhrich. Vor allem den Erfindergeist wollte der Ideengeber, Prof. Dr. hc. Ernst-Andreas Ziegler, ins Bergische zurückholen. In dem bunten Bau direkt an der Wupper, den die Junior Uni 2013 bezogen hat, sollen die Kinder die Möglichkeit haben, außerschulisch zu forschen und zu lernen. Für Ältere gibt es gezielt Berufsvorbereitungskurse. Die 14-jährige Oda Berit hat bereits an den meisten naturwissenschaftlichen Kursen teilgenommen, will später in diesem Bereich arbeiten und merkt, dass sich die Kurse auch auf ihren Schulalltag auswirken. „Als die ersten naturwissenschaftlichen Fächer in der Schule dazu kamen, wusste ich einfach schon viele Sachen“, erinnert sie sich. Bereits als Kindergartenkind hatte sie hier Kurse besucht und fühlt sich der Junior Uni so verbunden, dass sie nicht nur gerne ihre Freizeit beim Forschen verbringt, sondern auch ihr Schulpraktikum hier absolviert. Das macht sie gemeinsam mit Sonja, die es zu allem außerhalb der Naturwissenschaften zieht: vor allem zum Fotokurs. Ihre große Schwester habe sie für die Kurse begeistert. „Sie hat irgendwann zu Hause ein Experiment vorgeführt und das fand ich toll“, erinnert sich die 15-Jährige. Während ihres Praktikums unterstützen beide die Dozenten. Während für Sonja nun „Macht bunt, die Welt der Farben“ auf dem Programm steht, hilft Oda Berit den kleinen Raketenforschern. Die sind mittlerweile wieder draußen mit ihren selbstgebastelten Streichholzraketen. Und diesmal klappt’s: Mit einem leisen „pffff“ starten einige kleine Flugkörper durch. Die Kindergartenkinder sind begeistert und stellen noch etliche Fragen. So soll‘s sein in der Wissenschaft.

Weitere Infos: junioruni-wuppertal.de

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