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Bücher kaufen und leihen ohne arm zu werden: So geht’s

Foto: iam se7en

Bücher sind schon eine schlimme Sache. Die Neuerscheinungen und Feuilleton-Lieblinge wollen ebenso gelesen werden wie all die ganzen Klassiker. Dazwischen dann noch schnell eine Guilty-Pleasure-Schnulze oder auch mal ‘nen Comic geschoben. Jeder, dem dieser Teufelskreis bekannt vorkommt, weiß, wie sehr schon eine mittlere Lesesucht ins Geld gehen kann. Ob im Antiquariat oder Online: Hier findest du unsere Tipps, wie du mit wenig Geld viel lesen kannst.

Klar, Geld für Bücher ausgeben fühlt sich nie wie eine unvernünftige Investition an, aber das hilft dir auch nicht weiter, wenn es am Monatsende nur noch Toast mit Ketchup gibt. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen? Als ehemaliger Langzeitstudent der guten Laune möchte ich hier meine Erfahrung teilen, wie man beim Bücherkauf guten Gewissens Geld sparen kann.

Antiquariate

Heinrich Heine Antiquariat, Düsseldorf | Foto: Konrad Bender

Sie sind die Klassiker im Gebrauchtbuchhandel – Antiquariate! Zwar ist die Zahl der Laden-Antiquariate aufgrund des Online-Handels seit Jahren rückläufig, in vielen größeren Städten, vor allen denen mit Universität, findet sich aber meist noch mindestens eins. Sofern es sich nicht um ein spezialisiertes Fachantiquariat handelt, glänzt es mit einer ganzen Bandbreite an Themen und einem heimeligen Charme. Hier findest du sowohl Klassiker in Taschenbuchformat (sehr gern auch ungelesene Schulexemplare), wie auch Bildbände und Sammlerausgaben. Zwar kannst du in manchen Antiquariaten auch gezielt Bücher bestellen, generell liegt der Reiz aber im Stöbern und sich in den Gängen und Bücherregalen verlieren. Ein Antiquariat bietet dir eine Auswahl und Zufälligkeit, die dir kein Onlinekaufhaus-Algorithmus dieser Welt liefern kann. Und wenn du gar nicht weiterweißt, gibt es in den meisten Fällen auch immer einen freundlichen Antiquar, der dir bei der Bücherauswahl unter die Arme greift. Antiquariate sind nicht nur Gebrauchtbuchläden, sie sind Begegnungsorte.

Bibliotheken

Ich erfreue mich jeden Tag eitel an meinem eigenen Bücherregal, muss aber auch zugeben: Viele Bücher werde ich wohl kein zweites Mal lesen und hätte sie mir ebenso gut in der örtlichen Bibliothek ausleihen können. Die Mitgliedsgebühren sind denkbar überschaubar, da die meisten Bibliotheken in öffentlicher Hand sind und somit keinem Gewinnzwang unterliegen. Außerdem ist das Ausleihen sehr nachhaltig und deine Freunde werden dir beim nächsten Umzug danken, dass nicht schon wieder eine Bücherkiste mehr von A nach B muss. Für teure Fachbücher gilt das natürlich besonders, hier kommst du meist um einen Aufenthalt in der Präsenzbibliothek nicht herum.

Öffentliche Bücherregale

Bücherschrank am Friedensplätzchen in Düsseldorf (2016) | Foto: Klischka (CC BY-SA 4.0)

Sicher hast du schon mal ein öffentliches Bücherregal gesehen. Sie kommen in allen Formen und Farben und finden sich an öffentlichen Plätzen oder um Umfeld karitativer Einrichtungen. Das Prinzip ist denkbar einfach. Du nimmst dir ein Buch zum Lesen mit und bringst es danach wieder zurück, oder tauschst es gegen ein anderes aus, das du nicht mehr brauchst (was aber bitte auch nicht beim ersten Blättern in seine Einzelteile zerfällt – auch hier greift der kategorische Imperativ).

Schwarzes Brett

Gerade für Fachbücher eignet sich dein unmittelbares Uni-Umfeld. Ältere Semester werden ihre teure Fachliteratur sehr gerne gegen ein entsprechendes Entgelt los, das auf jeden Fall unter dem Neupreis liegen sollte. Informationen darüber erhältst du häufig am schwarzen Brett deiner Fakultät oder deines Seminars. Du kannst auch bei deiner entsprechenden Fachschaft nachfragen, die gut vernetzt sein sollte. Wichtig ist hier aber, dass du immer darauf achtest, auch wirklich die korrekte Auflage und Ausgabe zu erwischen, sonst stehst du am Ende blöd da.

Flohmärkte

Foto: Freddie Marriage, unsplash

Das Konzept Flohmarkt muss ich hier wohl kaum erläutern. Auf den meisten Flohmärkten gibt es schon Bücher en masse, darüber hinaus gibt es aber auch spezialisierte Bücherflohmärkte und, die mit einem noch umfangreicheren Angebot locken. Hier gilt im Grunde das gleiche wie bei Antiquariaten: einfach mal überraschen lassen, was es nicht alles an Büchern gibt. Außerdem sind Flohmärkte auch immer eine gute Gelegenheit, Ordnung ins eigene Bücherregal zu bringen und ein bisschen auszumisten.

Mängelexemplare

Immer wieder kommt es vor, dass Bücher fehlerhaft gedruckt oder beim Transport beschädigt werden. In der Regel sind die dabei entstandenen Schäden aber nur oberflächlich und tun der Leserlichkeit des Inhalts keinen Abbruch. Vielleicht sind die Seiten nicht gerade abgeschnitten, oder der Buchrücken falsch bedruckt worden. Viele Buchhandlungen verkaufen diese zu einem stark reduzierten Preis. Und für das Gewissen ist es auch noch gut. Quasi wie zerknautschtes Gemüse kaufen, nur eben als Buch.

E-Books

E-Books sind günstig, da gibt es nichts zu diskutieren. Ob und wie man dem Lesen auf dem Computer oder dem Reader etwas abgewinnen kann, muss jeder für sich entscheiden. Gerade für Vielreisende bietet sich das Format aber an. Wie soll ich sonst meine Thomas Mann Werkausgabe ins Handgepäck kriegen?

Online-Kaufhäuser

Um das Thema komme ich nicht herum. Online Bücher zu bestellen klingt sicher wie die naheliegende Idee. Gebrauchte Bücher sind sowohl in einschlägigen Online-Kaufhäusern, wie auch in spezialisierten Online-Gebrauchtbuchhandlungen zu finden. Hier gibt es einerseits Händler, die in großem Stil Bücher auf- und zu festgesetzten Preisen wieder verkaufen, aber auch Marktplätze, die wie ein riesiger Flohmarkt funktionieren, indem sie Händler und Käufer direkt miteinander verbinden. In den meisten Fällen ist letzteres günstiger, allerdings kannst du auf diese Weise nicht so gezielt nach Büchern suchen. In jedem Fall sollte dir bewusst sein, dass der CO2-Abdruck eines im Internet bestellten Buches wesentlich größer ist als der in deinem örtlichen Antiquariat, und vielleicht musst du auch noch Lieferkosten blechen. Komfort hat seinen Preis.

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