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TecLab Wuppertal: Raum für Ideen

Foto: Nadine Sole
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Steuerbare Haushaltsgeräte? Im TecLab nicht nur schnöde Zukunftsmusik. Seit November 2018 besteht das Wuppertaler Projekt des Technologiezentrums Wuppertal. Angesiedelt ist es im loftartigen Innovationslabor Freiraum der Bergischen Universität, das Studierenden die Möglichkeit gibt, ihren Start-up- und Gründungs-Ideen nachzukommen. Wir haben beim Projektleiter des TecLabs Michael Voss nachgefragt, was es mit dem Projekt auf sich hat und haben den Freiraum besucht.

„Ich habe hier eine Schnittstellenfunktion zwischen Bergischer Wirtschaft und Bergischer Universität“, erzählt Michael Voss. Der Wirtschaftswissenschaftler, der an der Bergischen Universität Entrepreneurship und Innovation studiert hat, bringt als Angestellter des Technologiezentrums Wuppertal das von dort aus initiierte Projekt TecLab voran. Seine Aufgabengebiete liegen darin, das interdisziplinär ausgerichtete Labor bekannt zu machen und den Kontakt zu Unternehmen und Experten aus der Region herzustellen. Einerseits, um den Studierenden zu zeigen, dass es sich auch nach dem Studium lohnt, zu bleiben. Andererseits, um sie mithilfe von Unternehmen bei ihren Gründungsvorhaben zu unterstützen. Die Bildung von digitalen Kompetenzen steht im Vordergrund des TecLabs. In Tages-Workshops oder Workshopreihen sind seit November 2018 Experten vor Ort, die Studierenden und Interessierten digitale Themen unter anderem aus den Bereichen Internet der Dinge, 3D-Druck, Webentwicklung und digitales Marketing näherbringen. Die Preise variieren dabei für Studenten und Interessierte von 0 bis 20 Euro pro Termin. Ein Workshop behandelt etwa das Thema Soziale Medien. „Aktuell geht es darum, wie man in Krisensituationen kommunizieren kann“, erklärt Michael Voss, „jeder kennt ja den so genannten Shitstorm.“ Dafür holte er sich die Digitalexperten von Prevency als Workshopleiter ins TecLab. Im Februar zeichnete Robin Leuering für die Reihe „Von der Idee zum IoT-Gerät“ verantwortlich. Irgendwann stellte er zu Hause fest, dass sich Haushaltsgeräte auch durch einen Mikrocontroller steuern lassen. „Da dachte ich, das ist so einfach, das kannst du den anderen nicht vorenthalten“, erzählt er begeistert. Für den Elektroingenieur kein Problem, den Studierenden das Ganze mit einem blauen Kästchen, dessen Schalter sich via Mikrocontroller und der App blynk steuern ließ, zu demonstrieren und gemeinsam zu erarbeiten. Er selbst steuert in der heimischen Küche übrigens seinen Mixer.

Experten mit Löterfahrung gesucht

Foto: Michael Voss

Das ist so einfach, das kannst du den anderen nicht vorenthalten

Monetäre Absichten verfolge das TecLab nicht, berichtet Michael Voss. Vielmehr gehe es um Wissensvermittlung, das Voranbringen von Projekten und das Vernetzen. Ganz nebenbei können die involvierten Unternehmen auch direkt ihren Nachwuchs recruiten – eine praktische Angelegenheit. Das TecLab selbst befindet sich in einem Nebenraum des Freiraums. Rechner und Equipment stehen bereit. Wieder im Freiraum angekommen, fällt eine große Pinnwand ins Auge. An der langen Wand im hellen Gebäude mit den großen Decken suchen und finden sich „Bewohner“, „Projekte“, „Experten“ und schließlich finden auch Treffen statt, die ausgehangen werden. Das Start-up Tadow aus dem Gamingbereich nutzt den Freiraum und sucht hier jemanden „mit Löterfahrung“, um Controller zu Profi-Controllern für den E-Sport umzubauen. Experten in Sachen Coaching, Gründung oder 3D-Beratung sind an der Pinnwand zu finden.
Seit November im Freiraum hier angestellt ist Nina Kron. Die Nachhaltigkeitsmanagements-Studentin ist Mitglied von Enactus, einer sozialunternehmerischen Organisation, die sich weltweit für Menschen in Not und ein soziales Miteinander einsetzt. Sie kümmert sich unter anderem um das Projekt „Kleine Lichter“. In Partnerschaft mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung entstehen runde Lichter, die Kinder an ihren Schulranzen befestigen können, um gesehen zu werden. Aber auch weltweit reicht das Engagement: Unter dem Titel „Wepad“ entstehen wiederverwertbare Binden für Frauen in Südafrika. Außerdem findet ein Urban Gardening-Projekt dort statt. Nur auf Wirtschaft ist weder das TecLab noch der Freiraum beschränkt: „Das Ganze ist interdisziplinär gedacht“, sagt Michael Voss.
teclab.w-tec.de

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