Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

Musik von hier: Newcomer und neue Alben aus NRW

Foto: Dino Franke
Teilen
Teilen

We love music! Und deshalb gehen wir jeden Monat auf die Suche nach Bands und Newcomern, die neue Musik, neue Songs und CDs herausbringen. Von Düsseldorf nach Köln, über das Ruhrgebiet und den Niederrhein – weil Musik aus Deutschland locker mithalten kann auf dem internationalen Markt. Und weil Musik hören einfach das allerschönste ist! Die Goldstücke, die wir dabei finden, möchten wir euch natürlich auf gar keinen Fall vorenthalten! Enjoy!

Inhaltsverzeichnis [verbergen]

Interview: Chogori

Das Düsseldorfer Duo Chogori verbindet elektronische Synthie-Sounds mit analogen Instrumenten – und das sehr gekonnt und traumhaft schön. Wir sprachen mit Gregor Kerkmann und Ralf Stritt über ihr neues Album, die Schönheit der Natur und Düsseldorf als musikalische Heimat.

„Lake“ ist der Titel eures neuen Albums – warum?
Das Album hat eine unbeschwert-melancholische Stimmung und erinnert an einen warmen Spätsommerabend am See, der Abschied des Sommers macht ein wenig wehmütig. Diese Stimmung zieht sich für uns durch das Ganze Album.

Was verbindet ihr mit dem Bild eines Sees?
Tiefgang, Ruhe, Spiegelungen, Lichtreflexe und Erinnerung.

Lasst ihr euch von der Natur inspirieren? Welche Einflüsse wirken noch auf euer Schaffen ein?
Allein der Blick in die Natur erzeugt bei uns musikalische Bilder und Stimmungen. Insofern hat das einen sehr großen Einfluss auf uns.

Ihr verbindet organische, analoge Musik mit durchaus artifiziellen Sounds – wie schafft ihr es, dabei soundtechnisch in Balance zu bleiben?
Wir vertrauen auf das, was wir im Kopf haben. Wir hatten für das Album eine klare Vision. Inwieweit wir dabei in „Balance bleiben“ können wir selber gar nicht so genau sagen oder gar beurteilen. Wir sind eher damit beschäftigt genau das umzusetzen was wir fühlen und was uns gewissermaßen „kickt“.

Ein paar der Songs habt ihr first take eingespielt – warum habt ihr euch dafür entschieden?
First Takes haben für uns bisher immer die besondere magische Energie gehabt, die Zweite (Second) Takes nicht so ohne weiteres haben. Da gibt es durchaus auch so einige Parallelen im wahren Leben. Wir sind sehr froh darüber, dass uns das bei einigen Stücken gelungen ist, insbesondere bei unserer Single „Repetition“. Das war für uns schlichtweg pure Magie, so ein Stück in einem First Take improvisiert hinzulegen.

Wie arbeitet ihr generell? Wie entstehen eure Songs?
Grundsätzlich jammen wir live. Wir spielen uns unsere Ideen gegenseitig vor. Mit diesen Ideen improvisieren wir und nehmen uns dabei auf. Das hat für uns die beste Energie. Die Aufnahmen arrangieren wir dann gemeinsam zu den finalen Songs. Im gGoßen und Ganzen bleibt dabei die improvisierte Grundstruktur erhalten.

Hat das neue Album einen roten Faden?
Für uns hat das Album einen ganz klaren roten Faden, und wir würden sogar noch weiter gehen: Alle Alben von Chogori haben, auch in der Gesamtheit, eine ganz klare, stringente Linie.

Wie glücklich seid ihr mit Düsseldorf als musikalische Heimat? 
Wir sind mit Düsseldorf als musikalische Heimat sehr glücklich, da wir ein inspirierendes Umfeld haben. Düsseldorf ist eine spezielle Stadt, hat viele Facetten, ist hoch in der Lebensqualität. Nicht zu klein und nicht zu groß, um es mal banal auszudrücken. Keine Stadt kann alles, das hat viel mit der inneren Einstellung zu tun. Wir kennen hier eine ein paar sehr netter Leute und schöne Orte, deswegen: Home is where the heart is….

Wie erlebt ihr die Musikszene der Stadt?
Musikalisch fühlen wir uns wohl hier, es finden in Düsseldorf immer wieder gute Sachen statt: der Salon des Amateurs hat wieder geöffnet, das Approximation Festival und das New Fall Festival bringen interessante Künstler an den Rhein und locken ein vielfältiges Publikum an, Konzerte in der Tonhalle. Aber auch die kleineren Konzertreihen, wie zum Beispiel C!ang gibt es hier, das erweitert auf jeden Fall den Horizont.

Gibt es Künstlerinnen und Künstler (aus Düsseldorf und Umgebung oder auch von überall her) mit denen ihr unbedingt mal arbeiten wollen würdet? Auch nichtmusikschaffende?
Die Modularkünstlerin Bana Haffar oder der japanischen Videokünstler Ryoji Ikeda. Er inszeniert multimediale Installationen, Digitalbilder und Projektionen. Sehr ansprechend.

Und – er ist zwar ein Fluss und kein See, aber habt ihr einen Lieblingsplatz am Rhein? Einen, der euch zur Ruhe bringt?
Der Rhein ist toll, vor allem um mit dem Fahrrad dort lang zu fahren, insbesondere KM 748.
Lake | VÖ: 10.10. | Less Records

Suzan Köcher | Suprafon

Foto:: Unique Records

Suzan Köcher aus Solingen lädt mit ihrem zweiten Album auf eine erstaunliche Reise in wilde Staubwüsten, tschechische Bahnhöfe und trippige Gefilde. Musikalisch löst Köcher sich vom Pop, marschiert entschlossen Richtung psychodelischer Folk, deutlich inspiriert vom Spirit der späten 60er. Aber auch von den Westernprärieren der USA, etwa in „Texan Sun“ oder „Night By The Sea“, in dem sich Gitarrenriffs wie Gewitterwolken auftürmen und entladen. Nicht verwunderlich, wurde das Album doch in Austin, Texas eingespielt. Die zweite Hälfte der Platte zieht als Inspirationsquell eine Pragreise heran. „Suprafon“ ist ein Album voll starker Ideen, mit eigenem Sound auf internationalem Niveau.
VÖ: 08.11. | Unique Records

Claudio Visions | Persönlich Ich

Foto: Macheete

Der Hagener Claudio Visions verbindet zwei musikalische Gegensätze: Italienische Romantik und straßentauglichen Rap. Klingt konträr, macht für den Sohn einer sizilianischen Einwandererfamilie aber Sinn. Erfahrung im Hip-Hop sammelte Claudio schon in diversen Crews, im Tontechnikstudium und als Produzent. Für den Sound seines eigenen ersten Albums besinnt er sich aber auf seine Wurzeln zurück. Erfolgreich: „Persönlich Ich“ hebt sich ab, verbindet Eros Ramazotti mit Kool Savas, verbrüdert harte Verse und sanfte Lyrik. Wirken manche der poppigen Momente flach, finden sich genug gelungene Rappassagen, reflektierte Meinungen und überraschende Instrumente.
VÖ: 11.10. | recordJet

Anorak | Sleep Well

Foto: Uncle M Music

Emo geht immer. Das wissen die Kölner von Anorak und hauen mit „Sleep Well“ ihren zweiten Longplayer raus. Der presst sämtliche Möglichkeiten der musikalisch umgesetzten Ausbruchfantasien auf Platte. Ein bisschen Post-Hardcore und Post-Rock sind dabei, Surfergitarren mixen die fünf Musiker krachig und gefühlvoll mit Klatschern wie bei „Applause“. Beim Stück „The Sun“ meint man, hymnische Klänge der Flaming Lips durchzuhören. Überhaupt ist die Elf-Track-Kombi ein bisschen von allem Gutem, ohne dabei in die Belanglosigkeit des Zuvielgewollten abzurutschen. An Schlaf ist bei der Scheibe übrigens nicht zu denken. Aber Anorak klingen auch rastlos schön.
VÖ: 27.09. | Uncle M Music

 Jens Bakker | Leider gute Laune

Foto: Studio Melskotte

Jens Bakker, Singer/Songwriter aus Radevormwald, hat den Groove und eine positive Grundeinstellung. Der Bergische Soulman paart perkussiven Gesang, eingängige Pianomelodien und vermeintlich einfache Texte, verpackt das Ganze mit seiner Band in ein zurückgelehntes Zusammenspiel – fertig ist die Gutelaunemusik. Die schmissige Remscheid-Hymne „New York, Rio, Remscheid“ inklusive. In zwölf Songs katapultiert Bakker die Zuhörer in eine mal bunte, mal nachdenkliche Klang- und Gedankenwelt, die das Sein und Vergehen in allen Facetten aufzeigt. Noch besser: Seine Musik leuchtet auch im Dunkeln („Und auch die falsche Hoffnung ist immer noch Hoffnung“).
VÖ: 2.5.

Beiträge: Nadine Sole | Lukas Vering | Tossia Corman

Anzeige
Anzeige

Beste Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region

Inhaltsverzeichnis
Home