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Wie Wilhelm Grimm den deutschen Märchenwald aufforstet teil von: Alle Jubeljahre

Vortrag von Andreas Beck
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Veranstalterhinweis:

1920 wurde in der elsässischen Abtei Ölenberg ein Manuskript entdeckt, das einer der deutschesten Literaturgattungen als Fake entlarvt. Die sogenannte Ölenberger Handschrift, die Ur-Aufzeichnung der Märchen des Grimms, zeigt, dass die Brüder keineswegs dem Volksmund abgelauschte Texte treu dem Druck überliefert haben. Gerade Wilhelm Grimm hat immer wieder an den gesammelten Märchen herumgeschnitzt, was etwa die verschiedenen Fassungen von Hänsel und Gretel zeigen. Von jener Handschrift, über die verschiedenen Auflagen der Kinder- und Hausmärchen, entwickelt sich der holzschnitthafte Text zu einem merkwürdigen Elaborat: In der Tradition der Aufklärung pocht Wilhelm Grimm pedantisch auf Wahrscheinlichkeit und Notwendigkeit des Erzählten; mit schauerromantischen Effekten hübscht er sein schlichtes Material auf; der Empfindsamkeit entlehnt er tränenreiche psychische Effekte – und doch wirkt solche Künstlichkeit durch erzählerische Kniffe erstaunlich ehrlich. Durchschauen Sie diese stilistischen Manipulationen; lassen Sie zu, dass der Vortrag Ihre Vorstellung eines urtümlichen Märchenwalds erschüttert.

Location

Blue Square
Kortumstr. 90
44787 Bochum

http://www.blue-square.rub.de

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