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// ONLINE // Liberales Judentum heute

Vortrag mit Gespräch von Frau Rabbiner Natalia Verzhbovska // Anmeldung: https://vhs.link/LiberalesJudentum
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Veranstalterhinweis:

Das liberale Judentum entstand in den 1840er-Jahren im deutschsprachigen Raum. Rabbiner, die akademisch gebildet waren, machten sich Gedanken über Reformen in der Liturgie und der Lebenspraxis. Heftige Debatten entbrannten. Die moderne Orthodoxie bildete sich in Reaktion dazu aus. Typisch liberale Forderungen waren beispielsweise die Überprüfung der Inhalte der Liturgie, ob sie noch „zeitgemäß“ seien, oder man erlaubte auf Deutsch zu beten, weil das Verstehen der Gebete wichtig war. „Liberal“ hieß weiter Betonung des Individuums: jedes Gemeindemitglied sollte selbst entscheiden, ob es sich an die Speisevorschriften hielt. In den großen neuen Synagogen in den Städten (Mannheim 1855, Karlsruhe 1868, Köln 1907, Essen 1913) ließen liberale Vorstände eine Orgel einbauen und ein professioneller gemischter Chor begleitete den Gemeindegesang. Allerdings ließ sich die Verweltlichung dadurch nicht aufhalten. Das „Drei-Tage-Judentum“ breitete sich immer mehr aus. – In den 1920er-Jahren wollten Frauen neue Wege gehen und 1935 wurde die erste Rabbinerin der Welt, „Fräulein Rabbiner“ Regina Jonas aus Berlin ordiniert. Nach 1945 wandten sich liberale Juden in den USA als Reaktion auf die Schoah mehr der Tradition zu. Doch setzte sich in den 1970er-/80er-Jahren dort die Gleichstellung der Frau in Rabbinat und Kantorat durch. Diese Bewegung wirkte seit den 1990er-Jahren auch auf die jüdische Gemeinschaft in Deutschland. Ein liberales Rabbinerseminar wurde 1999 in Potsdam gegründet und eine „Union Progressiver Juden“ ins Leben gerufen. Ein Rechtsstreit mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland über die Zuwendung von Geldern wurde schließlich gelöst. Heute sind in Deutschland etwa 10.000 Juden der liberalen Bewegung zuzurechnen. Einige dieser Gemeinden sind Mitglieder im Zentralrat, andere nicht. – Der Vortrag in Zusammenarbeit mit der Alten Synagoge Essen behandelt folgende Fragen: Was kennzeichnet heute liberales Judentum? Wie steht es zur „Heilung der Welt“, zu Fragen der Liturgie oder der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen? Wie steht liberales Judentum heute zum Christentum? – Die Referentin, Frau Rabbiner Natalia Verzhbovska, ist in Kiew/Ukraine aufgewachsen und studierte Musikwissenschaften. Nach längerer Berufstätigkeit wandte sie sich in Stockholm Jüdischen Studien zu und leitete nach 2007 in Moskau das Bildungsprogramm der „Union Progressiver Juden“ in Russland. 2015 schloss sie ihre Rabbinatsausbildung in Potsdam ab und betreut seitdem die drei liberalen Gemeinden in Köln, Unna und Oberhausen.

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