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Der „Mischehe“-Transport aus Essen 1944

Vortrag von H. Walter Kern
in Essen
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Veranstalterhinweis:

Was geschah mit den Juden, die noch in der Endphase des Krieges 1944/45 in Essen lebten? – Warum tauchten im Herbst 1944 in Essen mehr jüdische Menschen unter als zur Zeit der großen Deportationen? Diese Fragen beschäftigten mich weiter, nachdem ich meine ersten Arbeitsergebnisse 2014 veröffentlicht hatte. In den Jahren 1941 – 1943, als über 1100 Essener jüdische Bürger/innen in die Vernichtung deportiert wurden, hatten sich nur wenige Verfolgte zu dem schweren Entschluss durchgerungen, in ein illegales Leben abzutauchen. Am 18. September 1944 sollten laut Gestapo-Befehl etwa 160 jüdische Frauen und Männer aus „Mischehen“ in Arbeitslager abtransportiert werden: 90 erschienen am Essener Hauptbahnhof, aber 60-70 schafften es, unterzutauchen. – Sie fanden Helfer- und Retter/innen, die Verstecke organisierten in Ruinen und Kellern, in Krankenhäusern, Gartenlauben und in der eigenen Wohnung – ein Leben mit hohem Risiko begann. Die Zwangsarbeiter/innen in den Lagern erlebten noch eine schlimme Entwicklung: Anfang 1945 wurden sie von der SS abgeholt und ins Konzentrationslager deportiert. Ernst Kaltenbrunner hatte die Deportation nach Theresienstadt befohlen, wo gleichzeitig der Bau einer Vergasungsanlage begann. Die aufgeschobene Verfolgung der „Mischehe“-Partner/innen bedrohte diese bis zuletzt. In einer Reihe von Einzelschicksalen lässt sich zeigen, wie schwierig und unterschiedlich sie die letzten sieben Monate des Krieges überstanden. Bis zum Schluss stand nicht fest, ob sich die eliminatorischen Bestrebungen der fanatischen NS- Rassenideologen doch noch umsetzen ließen. – H. Walter Kern war Lehrer an der Frida-Levy-Gesamtschule mit den Fächern Deutsch und Geschichte. Er arbeitete aktiv an der Namensgebung der Schule mit und hat die Studienfahrten „Auf den Spuren Frida Levys“ nach Auschwitz, Riga und Berlin mitgestaltet. 2014 erschien sein Buch „Stille Helden aus Essen. Widerstehen in der Zeit der Verfolgung 1933-1945“, Hg. Alte Synagoge Essen

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