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Frühlingserwachen: Wuppertaler Zoo putzt sich raus

Foto: Sebastian Ritscher

Aufstehen, es ist kurz vor Frühling! An allen Ecken und Enden bereitet sich der Zoo Wuppertal auf seinen Saisonstart vor und auch für Braunbärendame Siddy wird es so langsam Zeit, aus den Federn zu kommen.

Noch ist Siddy in ihrer Winterruhe – die sei ihr gegönnt. 26 Jahre hat die Bärin auf dem Pelz und hält zum ersten Mal Winterruhe, sogar nur teilweise. „Es gibt Tage, an denen sie gar nicht aufsteht und Tage, an denen sie ein paar Minuten unterwegs ist“, sagt Anja Hillen, Teamleiterin der Raubtier-Tierpfleger im Zoo Wuppertal. „Nächsten Winter hält sie hoffentlich eine ganze Winterruhe.“ Daran muss Siddy langsam gewöhnt werden. Die Bärin kam im Sommer 2016 aus Berlin nach Wuppertal und war sonst den ganzen Winter über agil. In Zoos keine Seltenheit. Winterruhe in der Natur ist nötig, weil die Temperaturen sinken und das Nahrungsangebot knapper wird. „Man muss die Tiere darauf einstellen, in freier Wildbahn gibt es keine Warmräume. Im Zoo ist das anders, da stellt sich die Uhr nicht von alleine um“, so Hillen. Dass die Tiere genügend Futter bekommen, ist ein weiterer Faktor. Also wurde in Wuppertal an der Temperatur und der Verpflegung geschraubt, um die Haltungsbedingungen an die Natur anzupassen.

Während Siddy seelig schlummert, haben Olaf Klewinghaus und Gani Dogan viel zu tun. Die beiden Schreiner reparieren Zäune, die Sturm und Schnee nicht standhalten konnten oder streichen zum Saisonstart Bänke und andere Dinge. „Jetzt wird alles aufbereitet, was im Herbst und Winter kaputt ging“, sagt Klewinghaus, schließlich soll zum Saisonstart alles schön aussehen. Während die Schreiner mit Holz hantieren, greift Pflegerin Anja Hillen derweil zum Fisch. Die Seehundfütterung steht an. Die werden jetzt auch wieder kommentiert. Öffentliche Fütterungen gibt es zwar auch im Winter, „aber die nutzen wir mehr zum Training, dann verzichten wir oft aufs Kommentieren“. Das Training trägt Früchte. Nicht nur Seehundbulle Mylo frisst Anja Hillen sanft den Fisch aus der Hand. Auch der Rest der Seehundmeute zeigt sich von der besten Seite.

Farbenfrohe Blütenpracht

Auf seine beste Seite wartet auch das Blumenrondell. Das zeigt sich in winterlicher Tristesse, bevor emsige Helfer für farbenfrohe Blütenpracht sorgen. Farbenfroh soll übrigens auch Aralania werden. Mit Unterstützung des Zoo-Vereins soll in der Nähe des Haupteingangs eine begehbare Freiflugvoliere entstehen. Das Gelände ist vorbereitet, in diesem Jahr starten pünktlich zum Frühlingserwachen die eigentlichen Bauarbeiten. Allerdings soll die neue Heimat für Aras, Sittiche, Flamingos und Pudus erst 2019 fertig gestellt werden.Schneller geht es im Gewächshaus. Dort hegen und pflegen die Zoo-Gärtner die Pflanzen, die bald wieder die verschiedenen Tierhäuser und -gehege zieren werden. Außerdem sind sie im ganzen Zoo unterwegs, schneiden Bäume und Sträucher zurecht und beseitigen Sturm- und Schneeschäden. Auch die Pfleger sind an der Gartenfront fleißig, sorgen in den Gehegen für Ordnung und Spielspaß. „Im Winter werden die Außenanlagen nicht so stark frequentiert“, sagt Jürgen Winter, Teamleiter der Huftierabteilung. Aber jetzt geht es wieder daran, „Dinge in die Gehege einzubringen, etwa Pflanzen und Äste zum Fressen, aber auch Kletterbaumstämme“.
Anja Hillen und ihr Team planen ebenfalls schon fleißig an den Raubtiergehegen. Wasserbecken müssen gekärchert und Kletterbäume ausgetauscht werden. „Wir Tierpfleger sind keine faulen Menschen, manchmal muss man uns bremsen“, sagt Hillen, die am liebsten schon jetzt in den Außengehegen werkeln würde. Allerdings würde es noch nichts bringen, die Außenanlagen schon zum Jahresanfang auf Vordermann zu bringen. Die müssen bis März warten – aber in den Innengehegen ist auch genug zu tun. Von all dem Trubel kriegt Siddy indes nichts mit. Sie hat die Ruhe weg.

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