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Winkelgasse: Hogwarts unter der Haut

Foto: Sebastian Ritscher

In ihrer Winkelgasse fühlt sich Jantina Sonnenschein richtig wohl. Mit ihrem Tattoo-Studio am Bochumer Springerplatz hat sie sich einen Traum erfüllt und ein Zuhause für Harry-Potter-Fans geschaffen. Aber hinter der Winkelgasse steckt noch viel mehr.
Seit vier Jahren wohnen Jantina und ihr Freund Marvin Göritz schon in der Nähe des Springerplatzes, unweit ihres neuen Studios. Jahrelang sind sie immer wieder am damals noch leer stehenden Ladenlokal vorbeigegangen. Jahrelang hat Marvin gesagt: „Wäre das nicht süß, wenn du da ein Studio hättest?“ Jahrelang ist nichts passiert – bis im Sommer 2017 plötzlich das „Zu vermieten“-Schild weg war. Da machte es in Jantinas Kopf „klick“. „Da habe ich Panik bekommen“, erinnert sich Jantina. „Als das Schild weg war dachte ich ,Das musst du jetzt machen‘.“ Jantina und Marvin haben den neuen Inhaber des Ladens ausfindig gemacht, erzählt, was sie vorhaben und nach zwei Wochen konnten sie in die Räume rein und loslegen. Gemeinsam mit einem guten Freund haben Jantina und Marvin das leere Ladenlokal in nur anderthalb Monaten in die gemütlich-verwunschene Winkelgasse verwandelt. Das Ziel war klar: „Ich wollte, dass es so aussieht wie ein Laden in der Winkelgasse oder ein Zimmer auf Hogwarts.“
Aber das ist nur die halbe Wahrheit, der halbe Laden. Während das Erdgeschoss mit schweren Polstermöbeln, rustikalen Schränken, antiken Bildern, bunten Phiolen, esoterischem Dekor und einer urgemütlichen Leseecke seine Besucher umgarnt, zeigt sich das Obergeschoss hell und als Paradies für Comic-Nerds. Im dem großen Raum wird nicht nur tätowiert. Manga-Figuren und Superhelden stehen in Regalen eng beieinander, Retro-Spielkonsolen warten auf Zocker, Comics auf Leser und allerlei Nerd-Devotionalien auf Liebhaber.
Eine andere Welt
Die helle Comicwelt im Obergeschoss und der verwunschene Charme im Erdgeschoss schließen sich für Jantina nicht aus: „Bei Harry Potter geht man in die Winkelgasse und ist in einer anderen Welt. Hier gibt es auch verschiedene Welten, das passt.“ Deswegen besteht Jantinas Zielgruppe nicht nur aus Harry-Potter-Fans. „Ich wollte ein Zuhause schaffen für alle Nerds. Sie sollen reinkommen und sich sofort wohlfühlen.“ Neben Jantina stechen in der Winkelgasse noch Daniel und Sarah als selbstständige Tätowierer. Marvin ist das Mädchen, pardon der Hauself für alles, kümmert sich um Kunden und bereitet die Tätowier-Plätze vor. Alle vier haben ein Herz für Nerds, sind auch selbst welche.Das hat sich rumgesprochen, sogar in Österreich hat das junge Studio Kunden. Tattoo-Anfragen kamen schon aus der Schweiz, Spanien, Luxemburg.
Jantina und ihr Team bedienen mit ihrem Studio eben eine Nische. „Viele Tätowierer wollen gerne ihre eigenen Sachen stechen“, sagt Jantina. Von beliebten oder angesagten Motiven halten sie manchmal nichts. Jantina schon. „Die Heiligtümer des Todes werden oft tätowiert. Aber ich setze mich mit jedem neuen Tattoo auseinander und mache es einzigartig.“ Aber Jantina, Daniel und Sarah hauen nicht nur Nerds die Nadeln unter die Haut. Schwarz-Grau-Realismus, Comic, Sketchy, Aquarell, Schriftzüge und mehr bieten die Tätowierer an. In der Winkelgasse ist jeder willkommen. Nach vielen Jahren Warterei hat sich Jantina den Traum vom eigenen Studio erfüllt. Seit einem halben Jahr lebt sie den Traum. Mittlerweile ein Albtraum? „Nein, das ist die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe. Ich fühle mich hier richtig wohl.“ Sie und viele andere Nerds. Sebastian Ritscher
Winkelgasse, Springerplatz 40, Bochum

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