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coolibri präsentiert: Way Back When Festival

Dillon | Foto: Joseph Kadow

Das wohl späteste Festival der Saison heißt Way Back When und verdreht im fast schon herbstlichen Spätsommer mit erlesenen Indie-Acts die Köpfe aller Musikliebhaber. Das Line-Up des Dortmunder Festivals lebt dabei nicht von großen Namen, sondern dem Versprechen, jede Menge Neuentdeckungen bereitzuhalten. Wir erleichtern die Vorarbeit mit handverlesenen Anspieltipps!

Das Way Back When fällt unter die Kategorie der Boutique-Festivals. Soll heißen: Klein, aber perfekt gestaltet Wie eine Mode-Boutique eben, in der nicht die Massenware an Stangen hängt, sondern von Kennern mit Sorgfalt ausgewählte und kuratierte Lieblingsteile. So ist es natürlich ein Auswuchs des grassierenden Hipster-Trends, der sich in seinen sinnvollsten Ausformulierungen für das Kleine, das Lokale interessiert und Individualität als oberste Maxime sieht. Musikalisch bewegt man sich daher auch in entsprechenden Indie-Kreisen, wobei von sanften Popformen bis zu härteren Rockschoten etliche Facetten des Genres vertreten sind. Zudem gestaltet sich das Way Back When dezentral, insgesamt werden drei Spielorte im Dortmunder Innenstadtraum beschallt: Das FZW, das Dortmunder U und die Pauluskirche. Somit werden Besucher zu Spaziergängen durch die Stadt eingeladen und entdecken die BVB-City als mehr als bloßen Fußballaustragungsort. Zum Way Back When pilgern nämlich etliche Besucher aus der ferneren Umgebung. So ein feistes Indie-Line-Up lockt nun mal leidenschaftliche Zuhörer an.

Selah Sue | Foto: FKP Scorpio

Apropos Line-Up: Aufspielen wird eine internationale Riege an musikalischen Leckerbissen. Darunter etwa die brasilianische Wahlberlinerin Dillon, die Pop abseits klassischer Definitionen kreiert. Mal zerbrechlich am Klavier, mal clubbig mit Megaphonstimme, mal schnippisch jazzig. Wie eine Indie-Adele aus dem Untergrund. Etwas einfacher einzuordnen, aber deshalb nicht weniger genial, spielt die junge belgische Musikerin Selah Sue, die Soul mit Einflüssen von Funk und Reggae bringt. Mal klingt sie wie eine gesund gebliebene Amy Winehouse, mal wie eine glamouröse Diva. Auf der Soulschiene fährt auch der britische Indie-Pop-Musiker Tom Grennan, der mit Reibeisenstimme über raffinierte Tracks singt. Die verbinden moderne mit klassischen Elementen und muten nicht selten wie der nächste James-Bond-Soundtrack an. Großes Theater!

Die Höchste Eisenbahn | Foto: Sonja Stadelmaier

Die größte Hausnummer, was deutschsprachige Musik beim Way Back When angeht, ist wohl Die Höchste Eisenbahn. Die tief im deutschen Singer-Songwriter-Pop verwurzelte Band fabriziert Songs, die eine Mischung aus Wir sind Helden und Philipp Poisel sind. Und das schon seit 2011, also bevor diese Masche im Radio von nur halb so talentierten Bubis platt gesungen wurde. Heute klingt das Berliner Quartett so frisch wie eh und je und dürfte für einige verträumte Schmunzler im Publikum sorgen.

Kommen wir zu einer weiteren Besonderheit des Way Back Whens: Während so gut wie jedem Festival hierzulande vorgeworfen werden kann, kaum weibliche Beteiligung auf den Bühnen zu fördern, schafft das Dortmunder Indiefest etwas mehr Gleichgewicht. Für die wichtige Repräsentation und die richtig gute Musik sorgen beim Way Back When auch die britische Alternative-Folkerin Fenne Lily, die moderne Poppoetin Kat Frankie und die Soulsängerin mit Garagepopsound Findlay.

Emma von Men I Trust | Foto: Foto: dragos.ca

Wer vorab schon mal seine neue Lieblingsband entdecken will, sollte sich Dream-Pop von Men I Trust, Dortmunder Folk von Walking on Rivers oder deutschen Tiefsinnpop von Songschreiber Florian Sievers alias Das Paradies anhören. Ansonsten gilt: Hingehen und überraschen lassen – wirkt!

Way Back When Festival 28.–30.9., versch. Locations, Dortmund

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