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Vorschau 2019: Kino, Theater und Ausstellungen

An Illuminating Path, 1998 by David LaChapelle. Courtesy of the Artist. © David LaChapelle
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2019 hält einiges für Kulturfreunde bereit. Die wichtigsten Neuigkeiten in den Feldern Kino, Theater und Ausstellungen haben wir hier für dich zusammengestellt.

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Kino

Captain Marvel | 7.3.

Foto: Marvel Studios

Nach 20 testosteron-dominierten Marvel-Filmen ist es 2019 dringend an der Zeit, einer Heldin die Titelrolle zu überreichen: Carol Danvers als Captain Marvel ist die stärkste Heldin des Universums. Nachdem am 7.3. ihr Solo-Abenteuer in den 90ern und mit außerirdischen Invasoren startet, muss sie am 25.4. im vierten Avengers-Teil schaffen, was die Jungs nicht konnten: Thanos besiegen. Damit wird Darstellerin Brie Larson in zwei der größten Blockbuster des Jahres auftreten. Das Marvel-Trio komplett macht „Spider-Man: Far From Home“ (4.7.).

Joker | 17.10.

Marvel im Comic-Genre Konkurrenz zu machen, ist nicht leicht. DC, Heimat von Batman und Wonder Woman, versucht’s 2019 mit neuem Ansatz: „Joker“ (17.10.) ist losgelöst von der etablierten Kontinuität und erzählt, was einen Comedian im Gotham City der 80er so weit treibt, zum manischen Schurken zu werden. Hauptdarsteller ist der genial verschrobene Joaquin Phoenix, Regie führt „Hangover“-Macher Todd Philipps. „Joker“ klingt einzigartig und abgedreht und wird zeigen, wie weit sich das Genre biegen lässt. DCs zweiter Film 2019 „Shazam!“ (4.4.) läuft derweil Richtung leichtherzige Komödie.

Friedhof der Kuscheltiere | 4.4.

Friedhof der Kuscheltiere | Foto: Paramount Pictures

Die Vorfreude auf „Es 2“ (5.9.) dürfte nach dem vortrefflichen ersten Teil riesig sein, immerhin spielen Schwergewichte wie Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader die erwachsenen Mitglieder des Losers’ Club. Noch davor bekommen Stephen-King-Fans aber ein appetitliches Horror-Dessert: „Friedhof der Kuscheltiere“ (4.4.). Geht man nach dem sehr stimmungsvollen Trailer, dürfte die Neuauflage für massig Grusel, Grauen und Gänsehaut sorgen.

Aladdin | 23.5.

Foto: Walt Disney

Gleich drei Realverfilmungen beliebter Animationsstreifen bringt Disney 2019 ins Kino. Während Tim Burtons „Dumbo“ (4.4.) wohl ähnlich wie „Jungle Book“ oder „Christopher Robin“ die vorhandene Geschichte ausbaut, darf man sich bei „Aladdin“ (23.5.) fragen, was es da aufzupolieren geben soll. Versprochen wird: Viele alte Songs, ambitionierter Ansatz, keine lineare Erzählung, Will Smith als Dschinni. Ebenfalls skeptisch stimmt der Neuaufguss von „Der König der Löwen“, der offenbar ab dem 18.7. über die Leinwände brüllen soll – mit Beyoncé als Nala, Seth Rogen als Pumbaa, Donald Glover als Simba. Da das Original als perfekter Film gilt, riecht dieser Streifen schon zehn Meter gegen den Wind nach einer 1-zu-1-Nachstellung des Originals à la „Die Schöne und das Biest“.

Cats | 25.12.

Irgendwer hielt es wirklich für eine vortreffliche Idee das Musical „Cats“ (25.12.) ins Kino zu bringen. Definitiv eines der kuriosesten Projekte – vor allem, weil Taylor Swift, Idris Elba, Jennifer Hudson, Ian McKellen, Judi Dench und Rebel Wilson als singende Katzen auftreten sollen. Interesse offiziell geweckt. Kurioser ist 2019 wohl nur ein Film: „Pokémon Meisterdetektiv Pikachu“ (9.5.), der laut Trailer ein Film Noir mit der Stimme von Deadpool in der Poké-Welt werden soll. Seltsam.

Der goldene Handschuh | 21.2.

Foto: Warner Bro. Ent. 2019

Fatih Akin („Gegen die Wand“, „Tschick“, „Aus dem Nichts“) inszeniert die Romanverfilmung von „Der Goldene Handschuh“ um den Serienkiller Fritz Honka in Hamburgs Rotlichtmilieu der 70er. Während das deutsche Mainstreamkino immer weiter in Richtung sentimentaler Kitschgrütze abdriftet, verspricht dieses Projekt echte Vision, Härte und Durchschlagskraft. Weltpremiere wird der Film auf der 69. Berlinale feiern und wenig später am 21.2. in die Kinos kommen.

Godzilla 2: King Of The Monsters | 30.5.

Godzilla | Foto: Warner Bros Ent.

Zeigte der in 2014 erschienene erste Teil der neuen Godzilla-Reihe nur sehr zögerlich das titelgebende Monster, packt die Fortsetzung (30.5.) die volle Monsterladung aus: Riesenmotte Mothra, Flugsaurier Rodan und Dreikopfdrache King Ghidorah sind am Start, um Godzi den Tag zu vermiesen. Episch!

The Irishman

Abseits der großen Leinwände werden 2019 auf den Streamingdiensten dieser Welt die dicken Kaliber gezückt. Große Stars und Macher stehen bei Netflix, Amazon, Disney, Warner, Apple und Co. unter Vertrag, stellvertretend soll folgendes Projekt in Staunen versetzen: Altmeister Martin Scorsese dirigiert für Netflix den Mafiastreifen „The Irishman“ mit u.a. Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci. Award-Prestige-Kino braucht im Jahr 2019 anscheinend keine Leinwand mehr…

Lukas Vering

Theater

Das Rheingold | Foto: Hans Jörg Michel

Der Großmeister der bombastischen Opernklänge, Richard Wagner, steht hoch im Kurs an den Musiktheaterbühnen. Mit „Tristan und Isolde“ trumpft das Theater Hagen auf, während sich Kultregisseur Dietrich W. Hilsdorf in Duisburg an „Walküre“, „Rheingold“ und „Götterdämmerung“ austobt. Ab Mai gibt es die Dreierkombination im Duisburger Musentempel zu sehen. Zum direkten Vergleich lädt das Gelsenkirchener Musiktheater ein, denn auch dort wird das „Rheingold“ unter der Leitung von Intendant Michael Schulz realisiert. Aufgepasst heißt es, wenn im Essener Aalto-Theater „Der Ring an einem Abend“ angekündigt wird: Kein anderer als Komiker Loriot hat dieses humorvolle Werk zusammengestellt. Darin erzählt er, was im Beziehungsgefüge zwischen Wotan, Fricka, Siegfried und Co. tatsächlich passiert ist. Die Nibelungensage kompakt auf drei Stunden gekürzt, eignet sich für Anfänger und Kenner in Sachen Wagner.

“Biografie: Ein Spiel” von Max Frisch wird im Rahmen von “Rien Ne Va Plus” aufgeführt. | Foto: Birgit Hupfeld

Bei den Essener TUP-Festtagen „Rien ne va plus“ im März beschäftigen sich Oper, Ballett und Schauspiel mit biografischen Wendepunkten. Es geht um die künstlerische Verarbeitung von Augenblicken der Angst, Todesahnung und Verzweiflung – das Spiel des Lebens als Mehrspartenprojekt. Das Grillo-Theater widmet sich mit „Cash“ dem Rausch des Geldes und bringt mit Anton Tschechows „Kirschgarten“ sowie Harold Pinters „Stummen Diener“ zwei beliebte Klassiker auf die Bühne.

Von der Ruhrtriennale ins Schauspielhaus Bochum: Johan Simons | Foto: Birgit Hupfeld

Nach einem furiosen Auftakt in die erste Spielzeit des neuen Bochumer Intendanten Johan Simons setzt dieser zu Jahresbeginn zwei Kultromane von Michel Houllebecq in Szene. „Plattform“ und „Unterwerfung“ sind als Doppelaufführungen an einem Abend geplant. Im Februar reisen Performerin Eleanor Bauer und Elektronikkomponist Chris Peck mit ihrem Cyber-Musical „New Joy“ in die Zukunft. Das Kreativduo ist bekannt für seinen bunten Mix aus Video, Musik und Performance. Zeitgenössischen Tanz kombiniert mit Schauspiel gibt es, wenn der Choreograf und Tänzer Trajal Harrel zur „Séance de travail“ einlädt. Und Mitte April steht das Bochumer Traditionshaus Kopf: zum 100. Geburtstag.

Städte. Kampf um Troja | Foto: Christian Herrmann

Ein Blick an das Theater an der Ruhr in Mülheim lohnt sich, denn die Künstler von „subbotnik“ bringen dort den dritten Teil ihrer Antiken-Trilogie heraus: „Städte. Kampf um Troja“, eine Musiktheater-Collage über Eroberungsfeldzüge, Macht, List und Politik. Vokal- und Instrumentalkomposition trifft auf Poesie und Live-Performance. Doch auch die Gastspielreihe „Szene Istanbul“ bietet ungewöhnliches Theater. In Roland Schimmelpfennigs Stück „Der goldene Drache“ setzen sich Nachwuchsschauspieler der Kadir Has Universität mit dem Arbeitsdruck illegaler migrantischer Arbeitnehmer auseinander. Regisseur Serdar Bilis passt den Stoff an Istanbuler Verhältnisse an. Kultstatus besitzt die Kabarett-Theater-Show „Ein Albtraum für zwei“, frei nach Shakespeares Macbeth.

Schaffen | Foto: Isabel Machado Rios

Am Theater Oberhausen wird der Wert der Erwerbstätigkeit beleuchtet. Zunächst in der Figur des Willy Loman im Sozialdrama „Tod eines Handlungsreisenden“ – bekanntlich ohne Happy End. Aber vielleicht bringen die Macher des Kollektivs „Technocandy“ zündende Ideen für andere Lebenskonzepte mit. In ihrem Stück „Schaffen“ stellen sie alternative Formen des Zusammenlebens vor, so genannte solidarische Räume. Ein spannender Perspektivwechsel.

Nicht erst seit der Gründung der „Akademie für Digitalität und Theater“ hat sich das Dortmunder Schauspiel digitalen Innovationen geöffnet. Analoges Theater gibt es aber nach wie vor, etwa mit Ibsens „Hedda Gabler“ oder einer Hommage an den Fußball des Dortmunder Sprechchores („Echte Liebe“). Für die Oper komponiert Luca Francesconi „Quartett“, Heiner Müllers Werk über eine extreme Liebesbeziehung. Ins altägyptische Reich der Minimal Music von Philip Glass versetzt uns das Pharaonendrama „Echnaton“ ab Mai.

In Zeiten von Echokammern und Filterblasen gedeihen Verschwörungstheorien rasant. Da wundert es nicht, wenn das Schlosstheater Moers diesem Phänomen einen ganzen Theaterabend widmet. In „Illuminatics“ bezieht sich Regisseur Matthias Heße auf den gleichnamigen Roman von Robert Shea und Robert Anton Wilson und berichtet aus der Welt der Spekulationen. Intendant Ulrich Greb formuliert im Spielzeitheft: „Denn nur, weil Sie paranoid sind, heißt das nicht, dass keiner hinter ihnen her ist.“ Um Verfolgung und Verleumdung geht’s auch in „Kabale und Liebe“ ab Februar, wird doch die Romanze zwischen Ferdinand und Luise durch diverse Intrigen torpediert.

Bochum

19.1. Plattform/Unterwerfung nach Michel Houellbecq (R: Johan Simons), Schauspielhaus

Dortmund

12.1. Das Land des Lächelns von Franz Lehár (R: Thomas Enzinger), Opernhaus

26.1. norway.today von Igor Baursima (R: Frank Genser), Studio

Duisburg

11.1. Rita will’s wissen von Willy Russel (R: Michael Steindl), Theater Duisburg

26.1. Siegfried von Richard Wagner (R: Dietrich W. Hilsdorf), Theater Duisburg

Gelsenkirchen

25.1. Mission Possible 2019 (R: Carsten Kirchmeier), Musiktheater im Revier

26.1. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Brecht, Weill (R: Jan Peter), Musiktheater im Revier

Hagen

12.1. Die Räuber von Friedrich Schiller (R: Francis Hüsers), Theater Hagen

26.1. Farm der Tiere von George Orwell (R: Anja Schöne), Lutz

Oberhausen

18.1. Hier kommt keiner durch von Isabel Minhós Martins, Bernardo P. Carvalho (R: Paulina Neukampf), Theater Oberhausen

25.1. Salome von Oscar Wilde (R: Stef Lernous), Theater Oberhausen

Ariane Schön

Ausstellungen

Bochum

Teil des neuen Rundgangs | Foto: Helena Grebe

Im Deutschen Bergbaumuseum wurden die ersten beiden neuen Rundgänge im November 2018 fertiggestellt. Diese sind ab Januar 2019 für Besucher geöffnet.

Bonn

An Illuminating Path,
1998 by David LaChapelle.
Courtesy of the Artist.
© David LaChapelle

Die Ausstellung „Michael Jackson – On the Wall“ betrachtet vom 22.3. bis 14.7. den Einfluss von Michael Jackson als einen der erfolgreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts auf die zeitgenössische Kunst. Dazu versammelt die Bundeskunsthalle Werke von über vierzig Künstlern. Darunter auch Exponate, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden.

Dortmund

Der HMKV zeigt vom 30.3. bis 22.9. die Gruppenausstellung „Der Alt-Right Komplex – Über Rechtspopulismus im Netz“. Zwölf Positionen setzen sich mit Rechtspopulisten auseinander, die heute insbesondere das Internet und Soziale Medien zur Verbreitung nutzen. Im Oktober folgt anlässlich „30 Jahren Mauerfall“ die Ausstellung „Artists + Agents – Performancekunst und Geheimdienste in Osteuropa“. Im Zentrum stehen die Akten, die diverse Geheimdienste in Osteuropa über Performancekunst der 1960er- bis 1990er-Jahre angelegt haben.

Am 4.10. soll im Museum Ostwall eine Ausstellung von Jonathan Meese gezeigt werden. Er ist eingeladen worden, sich mit der museumseigenen Sammlung auseinanderzusetzen. Sie trägt den Arbeitstitel „Keine Angst“.

Düsseldorf

Mit „Fotografinnen an der Front – Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus“ ( 8.3.-16.6) widmet sich das Museum Kunstpalast der langen Tradition von in Kriegsgebieten tätigen Fotografinnen. Die Ausstellung präsentiert rund 120 Arbeiten von acht Fotografinnen aus den letzten 80 Jahren.

Essen

Mit einer dreiteiligen Präsentationsserie gibt das Museum Folkwang Einblick in die vielfältigen Bauhaus-Bestände. Im Fokus stehen Lyonel Feininger (18.1.-28.4.), Bühnenwelten (10.4.-8.9.) und László Moholy-Nagy (ab 20.9.). Neben weiteren Ausstellungen ist die Überblicksschau zu der amerikanischen Künstlerin Nancy Spero vom 7.6.-18-8. ein Highlight. Sie war bekannt für ihr kontinuierliches politisches, soziales und kulturelles Engagement.

Hagen

Auch das Osthaus Museum Hagen begeht mit einer Ausstellungsreihe das Bauhaus-Jubiläum. Den Anfang macht eine Schau mit Werken von Bauhaus-Künstlern aus der eigenen Sammlung (27.1.-24.3.): darunter u.a. Annie und Josef Albers, Max Bill, Wassilij Kandinsky, Ida Kerkovius, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Fritz Winter. Anschließend belegt „Zwischen Bauhaus und Diktatur: Die Zwanziger Jahre in Hagen“ (12.4.–2.6.) mit Fotografien, Plänen, Dokumenten und Objekten den Einfluss und die Tradition des Bauhauses in der Stadt von Karl Ernst Osthaus. In der zweiten Jahreshälfte wird die sachliche und dokumentarische Fotografie in den Fokus gerückt.

Oberhausen

In den 1950er-Jahren wurden die ersten Pop-Art-Werke von Künstlern der britischen Independent Group geschaffen. Seitdem wurden zahlreiche ungewöhnliche Positionen dieser Kunstrichtung in Großbritannien hervorgebracht. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt mit „British Pop Art“ (27.1.–12.5.) erstmals eine Auswahl aus der singulären Sammlung von Heinz Beck mit ihren besonderen und eigenwilligen Spielarten. Ein besonderer Akzent wird dabei auf die Musik gelegt. Ab Mai gibt es mit der Ausstellung „Hollywood Icons“ ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern von Judy Garland bis Fred Astaire, von James Dean bis Audrey Hepburn, bei dem Hollywood in über 200 Fotografien lebendig wird.

Stefanie Roenneke

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