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Umbau und Ausbau: Zukunft im Zoo Dortmund

Foto: Dominique Schroller
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Der Rundgang führt durch die afrikanische Savanne, den südamerikanischen Regenwald und an den Hängen des Himalajas vorbei. Unterwegs lassen sich zahlreiche exotische Tiere beobachten. Ein Besuch im Zoo ist eine kleine Weltreise. Dieses Abenteuer möchte der Zoo Dortmund noch spannender gestalten und baut 2018 an der eigenen Zukunft.

Eingezogen sind die neuen Bewohner noch nicht, ihr neues Zuhause sieht aber schon ziemlich wohnlich aus: üppige Grünpflanzen und ein kleiner Wasserlauf warten auf die Ibisse. Einen konkreten Umzugstermin für die Schreitvögel mit ihren langen, gebogenen Schnäbeln gibt es noch nicht. „Wenn alles fertig ist“, sagt Zoodirektor Dr. Frank Brandstätter. Er weiß aus Erfahrung, dass sich am Bau immer etwas verzögern kann und legt sich bewusst nicht fest. Doch sobald die Tiere sich in ihrer neuen Umgebung eingelebt haben, empfangen sie auch Besuch. Die Türen lassen sich leicht öffnen, ein Weg führt mitten durch das Vogelparadies.„Auch wenn die Leute die Ibisse nicht streicheln können, ist es doch ein anderes Gefühl, mittendrin zu stehen, statt alles von außen zu beobachten. Das gehört ebenfalls zu unserem neuen Konzept“, sagt Frank Brandstätter. Im ständigen Austausch mit den Kollegen aus anderen Zoos sammelt er Erkenntnisse und Erfahrungen, um die Tierhaltung zu optimieren und gleichzeitig das Erlebnis für die Besucher zu intensivieren. „Wenn die Gehege fertig sind, sind sie fast schon wieder veraltet.“ Jedoch nicht so, wie die Kamelanlage, die zu den ersten Bauten gehörte, die im Gründungsjahr 1953 entstanden. „Sie ist ziemlich in die Jahre gekommen und das nächste Projekt, das wir angehen“, betont der Zoodirektor, während er die Wüstenschiffe mit ein paar Brötchen verwöhnt.

Die Raubtieranlage und der Afrikastall brauchen ebenfalls mehr als nur einen neuen Anstrich. „Sie sind marode und entsprechen auch nicht mehr den Anforderungen einer modernen Tierhaltung mit entsprechendem Platz und Bewegung an der frischen Luft.“ Im Spätherbst sollen die ersten Baumaschinen anrollen und wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, können die Besucher – nur getrennt durch eine Glasscheibe – Auge in Auge dem Löwen gegenüberstehen. Sofern der König der Tiere sich dazu herablässt. Die Dachse lassen sich demnächst nicht nur in den Bau schauen, Neugierige dürfen ihnen dort auch einen Besuch abstatten. Bei den Weißgesichtssakis soll die Kontaktaufnahme sogar noch einen Schritt weiter gehen. „Dort möchten wir ein pädagogisches Konzept etablieren, mit dem die Kinder mit den Affen interagieren können, ohne sie zu berühren“, sagt Frank Brandstätter. Ihm ist es wichtig, Nähe zu schaffen, den Tieren aber gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten einzuräumen. „Denn ihr Wohl steht für uns an erster Stelle.“Da ist es selbstverständlich, dass Schlagen, Krokodile und andere Urwaldbewohner des Amazonashauses auch bei Frost wohltemperierte 20 Grad Celsius genießen können. Die Heizung in ihrem tropischen Refugium ist allerdings schon etwas in die Jahre gekommen, so dass viel Energie einfach verpufft. Für den Direktor ist es daher an der Zeit, die Wende einzuleiten. „Wir planen derzeit mit Experten die neue Anlage mit dem Ziel, Ressourcen effizienter zu nutzen. Das ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg zum klimaneutralen Zoo 2030. Bis dahin möchten wir unseren CO2-Ausstoß auf ein Minimum reduzieren.“

Rund ein Drittel des Gesamtbudgets von 30 Millionen Euro könnte daher – für die Besucher unsichtbar – unter der Erde verschwinden. „Die Energie- und Versorgungsleitungen stammen auch teilweise noch aus den 50er Jahren. Da müssen wir etwas tun“, betont Frank Brandstätter. Gleichzeitig ist es ihm wichtig, auch den Wohlfühlfaktor für die Gäste zu erhöhen. Neben neuen Toiletten gehört dazu eine moderne Beschilderung mit Mehrwert. W-Lan und QR-Codes sollen zusätzliche Informationen zu den einzelnen Arten liefern, die Texte im Zuge der Inklusion leicht verständlich sein. „Es genügt heute längst nicht mehr, irgendwo eine Infotafel aufzustellen.“ Die Übersichtskarte vor dem Eingang muss sich daher ständig verändern. Damit die Besucher einen Plan haben, wo gerade gebaggert wird, geben Magnettäfelchen einen Überblick. Sie weisen vor der Kasse darauf hin, dass Raubkatzen oder Seelöwen gerade nicht zu sehen sind. Die Tiere machen während des Umbaus Urlaub in anderen Zoos und kehren erst zurück, wenn alles fertig ist. „Wenn ganze Bereich großflächig abgesperrt sind, ist das schon eine Einschränkung. Wir können da nur auf das Verständnis der Leute hoffen.“ Um ihnen zu erklären, was hinter den Zäunen passiert, sind im kommenden Jahr Baustellenführungen geplant. Die Besucher sollen dabei die Möglichkeit bekommen, einen Blick auf den Zoo von morgen zu werfen. Wann der fertig ist, da möchte sich der Direktor lieber nicht festlegen. „Wir können nur ein Projekt nach dem anderen angehen.“

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