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Unsere Tipps zur Ruhrtriennale

Die Ruhrtriennale steht ins Haus und besticht durch ein umfangreiches Programm. Damit dem geneigten Kunstliebhaber nicht der Überblick verloren geht, haben wir hier einige Highlights herausgepickt.

Mit einem Intendantenwechsel ändert sich nicht zwangläufig alles. Stefanie Carp hat von Vorgänger Johan Simons die Idee übernommen, den Vorplatz der Jahrhunderthalle Bochum mit einem kreativen Festivalzentrum zu bespielen. „Third Space“ der in solchen Kontexten gerne gebuchten Gruppe Raumlaborberlin soll aussehen wie ein bruchgelandetes Flugzeug oder ein öffentlicher Reparaturbetrieb und öffnet während des Festivals mittwochs bis sonntags.

Ebenfalls auf Johan Simons geht die Tradition der Eröffnungsrede zurück: Am 9.8. in der Gebläsehalle Duisburg hält sie Vandana Shiva. Die Inderin ist Atomphysikerin, Aktivistin, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und eine der wichtigsten Gegnerinnen der Kommerzialisierung von Nahrungsmitteln. In der Festivalrede „Earth Democracy Now“ entwirft sie ihre Vision für die globale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Dass die Ruhrtriennale dieses Jahr bereits so früh im August beginnt, liegt daran, dass Intendantin Stefanie Carp unbedingt den südafrikanischen Künstler William Kentridge dabei haben wollte. Seine Kreation aus Musiktheater, Tanz und Bildender Kunst „The Head and the Load“ folgt am 9.8. auf die Festrede in der Kraftzentrale Duisburg. Die installative und szenische Arbeit setzt sich mit einem kaum erforschten Kapitel der Geschichte auseinander: der Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg.

Ein spektakulärer Höhepunkt im Bereich Schauspiel wird sicher die Uraufführung „Diamante. Die Geschichte einer Free Private City“ des argentinischen Theatermachers Mariano Pensotti: Er lässt in der Kraftzentrale Duisburg ab dem 24.8. einen Teil der Privatstadt Diamante nachbauen, die vor hundert Jahren eine deutscher Industrieller im argentinischen Dschungel errichten ließ. Die Zuschauer erkunden den Ort sechs Stunden lang selbst und erleben eine sozial-kapitalistische Utopie.

Ebenfalls in der Sparte Schauspiel ist ab dem 30.8. im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen das Stück „Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“ zu erleben, das Christoph Marthaler als Abschied von der Castorf-Ära an der Berliner Volksbühne inszenierte. Es sucht mit vielen Liedern und wenigen Worten nach der Vergänglichkeit im Theater und dem Verhältnis von Kunst und Kunstbetrieb.

Marthaler ist Artist assicié der Ruhrtriennale. Das bedeutet, dass er in jeder Saison mehrere Produktionen leitet. Die größte dieses Jahr ist „Universe, Incomplete“, eine Musiktheater-Kreation, die von der unvollendet gebliebenen „Universe Symphony“ des amerikanischen Komponisten Charles Ives ausgeht. Mit den Bochumer Symphonikern, Dirigent Titus Engel, Bühnenbildnerin Anna Viebrock, Schauspielern und Sängern entwickelt Marthaler daraus einen szenisch-musikalischen Raum für die gesamte Jahrhunderthalle Bochum, die dafür ab dem 17.8. nach langer Zeit einmal wieder in ihrer kompletten, riesenhaften Weite geöffnet wird.

Flucht und Migration sind Thema vieler Produktionen des Festivals. Explizit damit auseinandergesetzt hat sich Choreographin Sasha Waltz, von der Stefanie Carp sagt: „Ich konnte gar nicht glauben, dass sie noch nie bei der Ruhrtriennale war.“ In ihrer Choreographie ohne Bühnenabgrenzung untersuchen Waltz und ihre Kompanie ab dem 15.9. in der Bochumer Jahrhunderthalle die Bedeutungsebene des neugriechischen Worts „Exodos“, das einerseits das Ausgehen ins Nachtleben, in Bars und Clubs, aber auch Flucht bedeuten kann.

Ruhrtriennale: 9.8.–23.9. verschiedene Orte, Ruhrgebiet

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