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Theater, Tanz, Oper in NRW: Das erwartet dich im Frühjahr

Hamlet (Christian Friedel) im Düsseldorfer Schauspielhaus | Foto: Matthias Horn

Du warst doch bestimmt schon lang nicht mehr im Theater oder in der Oper. Dabei sind Schauspiel-Tickets das perfekte Geschenk für Freundinnen, Freunde und Familie! Hier eine Liste unserer handverlesenen Favoriten in NRW im Umkreis Ruhrgebiet, Düsseldorf und Wuppertal.
Lasst uns dieses Kulturgut nicht aussterben lassen!

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Theater, Tanz, Oper in Dortmund

Turandot

Foto: Björn Hickmann

Diese wunderschöne Puccini-Oper schmilzt auch jedem Griesgram das Herz: Liebe und Abweisung, Spannung und Todesangst, eine wunderschöne, kaltherzige Prinzessin und ein kluger, mutiger Prinz in einem durch Bürgerkriege gespaltenen China der 20er Jahre. Untermalt wird das Schauspiel von melodischen Orchesterklängen mit kunstvoll eingebauten, authentisch chinesischen Harmonien.
Turandot: bis 3.5., Opernhaus Dortmund

Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte

Foto: Birgit Hupfeld

Satt, sinnlich, geradezu Barock, lokal: Ommas – mit Doppel M – kommen meist aus dem Ruhrgebiet. Hier in Essen-Rellinghausen steht oder stand dann auch das Freudenhaus, in dem die Omma aus Anna Baseners Roman residierte. Rückblickend wird erzählt aus dem Leben der Prostituierten und ihrer Umgebung: Deftig und heftig, zwischen Brutalität und Zärtlichkeit, von den ewigen Hoffnungen auf die große Liebe und über die Verzweiflung angesichts des steten Scheiterns. Von starken Frauen und vielen dummen Kerlen. Als Folie dient das heutige Berlin, wo die erzählende Enkelin Bianca schicke Seidenschlüpfer als prekäres Ein-Frau-Start-Up-Unternehmen schustert. Ruhrpott-Omma trifft Hipster-Berlin, ganz groß.
Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte: bis 29.6., Schauspielhaus Dortmund

Hedda Gabler

Foto: Birgit Hupfeld

Hedda Gabler liebt ihren Mann nicht, aber das ist ihr egal. Denn ihre größte Priorität ist das kleinbürgerliche Glück und das möchte sie sich auch nicht nehmen lassen. Die ersten Probleme treten auf, als ihr Schwarm aus Schulzeiten wie aus dem Nichts wieder auftaucht und ihr Leben auf den Kopf stellt. Neben der Eifersucht und den Lügen beschäftigt sich die Figur Hedda auch mit ihren Ängsten und Wünschen in Verbindung mit moderner Emanzipation und dem Bild der “perfekten Ehefrau”.
Hedda Gabler: bis 14.4., Studio Dortmund

Das Land des Lächelns

Foto: Björn Hickmann

Kulturelle Auseinandersetzungen und Konflikte in interkulturellen Beziehungen sind keine Seltenheit. In der Operette von Franz Lehár geht es um Unterschiede, die manchmal tiefe Kluften in Liebesverhältnisse treiben können. Es ist eine Geschichte über tiefe Liebe, chinesische Kultur, Konflikte und sehnsüchtige Erotik mit berührender, melancholischer, aber auch energetischer Musik.
Das Land des Lächelns: bis 2.6., Opernhaus Dortmund

norway.today

Foto: Edi Szekely

Ebenso kontrovers wie sensibel ist das Stück norway.today, das sich schon als moderner Klassiker bewiesen hat. Zwei Jugendliche sehnen sich nach dem Tod und verabreden über einen Chatroom Zeitpunkt und Ort der gemeinsamen Umsetzung. Als sie sich aber treffen und ihre letzte Nacht an der Klippe verbringen, an der sie ihr Leben beenden wollen, werden sie von ihren eigenen zaghaften Gefühlen füreinander überrascht.
Ein Plädoyer für das Leben, die Liebe und Chancen.
norway.today: bis 5.5., Studio Dortmund

Theater, Tanz, Oper in Hagen

Il Turco in Italia

Foto: Klaus Lefebvre

Rossinis Oper bewegt sich zwischen Realität und Fiktion: Der Dichter Prosdocimo schrieb inspiriert vom Eheleben seines Freundes Geronio eine komisch-dramatische Oper über kulturelle Missverständnisse, Temperament und Lebensfreude. Als Geronios Ehefrau von dem türkischen Fürsten Selim umworben wird und sie nicht abgeneigt reagiert, entwickelt sich ein spannendes Hin und Her voller Eifersucht, Hartnäckigkeit und Dramatik.
Il Turco in Italia: bis 30.6., Theater Hagen

Die Räuber

Foto: Klaus Lefebvre

Die wilden Freiheiten der Jugendjahre waren auch schon in Schillers berühmtem Stück Die Räuber das zentrale Thema. Karl Moor modernisiert sowohl die Handlung als auch das Setting dieses Klassikers: Leichtsinn, Abenteuerlust sowie Sorglosigkeit sind die Leitmotive der Handelnden und beleuchten die tatsächliche Verwundbarkeit der jungen Menschen in einer fast schon Gang-ähnlichen Gruppe Jugendlicher.
Die Räuber: 16.3., 5.4., Theater Hagen

Tristan und Isolde

Wagners berühmteste Oper erfährt eine neue Inszenierung durch Generalmusikdirektor Joseph Trafton und Regisseur Jochen Biganzoli. Die beiden Protagonisten fallen unter den Zauber eines Liebestranks und Tristan bricht damit die Verpflichtungen zu seinem König, der ihn als Brautwerber zu Isolde gesandt hatte. Liebe und Tod – kurzlebig und intensiv.
Tristan und Isolde: 7.4.-10.6., Theater Hagen

Theater, Tanz, Oper in Duisburg

Duisburger Akzente

Die Welt im Rücken | Foto: Reinhard Maximilian Werner

Die Duisburger Akzente haben sich unter Programm-Manager Clemens Richert im Jubiläumsjahr „Utopien“ als Motto gesetzt. In der 40. Festivalauflage geschehen unter diesem Begriff so unterschiedliche Dinge wie Gregor Gysis Lesung aus seiner Autobiografie, Puppentheater-Szenen aus dem Altersheim von Neville Tranter oder der erste Schritt zur Realisierung des Traums vom ersten soziokulturellen Zentrum in der Stadt. Im Kern steht jedoch ein Theatertreffen der Extraklasse: Zum Beispiel Joachim Meyerhoffs grandiose Darstellung von Thomas Melles Roman „Die Welt im Rücken“ oder Luk Percevals Adaption von Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ sind zu sehen.
Duisburger Akzente: 16.3.-17.4. verschiedene Orte

Ballett am Rhein b.38

Fotos: Gert Weigelt

Die Tanzaufführung setzt sich aus drei vollkommen gegensätzlichen Stücken zusammen: Mal geht es um Innovation und Revolution, dann bekommt alles einen realistischeren, nachdenklicheren Zug und auf einmal taucht der freche und verspielte Charakter Ulenspiegels auf. Eine größere Bandbreite ist kaum vorstellbar.
Ballett am Rhein b.38: bis 21.6., Theater Duisburg

Ringzyklus

Das Rheingold Fotos: Hans Jörg Michel
Die Walküre
Siegfried
Götterdämmerung

Der Ringzyklus ist die Sammlung Wagners Opern über die Nibelungensage und ist in vier Stücke an vier verschiedenen Spieltagen unterteilt.
Rund um Herrschaft und Liebe in der Welt der Götter entfaltet sich die Handlung in Form von Intrigen, Machtkämpfen und Flüchen mit schweren Konsequenzen für die Unsterblichkeit der Götter und ihren Umzug nach Walhall.
Die Inszenierung reist durch verschiedene Theater. Hier die kompletten Daten für die Spielzeiten im Theater Duisburg:
1. Das Rheingold: 23.5., Theater Duisburg
2. Die Walküre: 26.5., Theater Duisburg
3. Siegfried: bis 30.5., Theater Duisburg
4. Götterdämmerung: 2.6., Theater Duisburg

Theater, Tanz, Oper in Oberhausen

Schaffen

Das Performance-Kollektiv Technocandy erzählt eine Geschichte über Transformation, Metamorphose und ertanzt einen ungewöhnlichen Blick auf das Individuum in unserer Gesellschaft. Das Konzept beleuchtet die Themen Feminismus, Beziehung und Gemeinschaft und will Verständnis sowie Identifikation bei den Zuschauern hervorrufen.
Den drei Künstlerinnen sind gesellschaftliche Themen nicht fremd, denn sie äußern sich bewusst gegen Rassismus und Sexismus. Ihre Auftritte sind eine Fusion aus Ästhetik sowie politischem Anspruch, der zum Nachdenken anregt.
Schaffen: 17.3., Theater Oberhausen

Salome

Salome ist leidenschaftlich, grausam, voller Lust und Erotik. Jochanaan verwehrt ihr einen Kuss und treibt sie zu einem Pakt mit Herodes: Wenn sie für ihn tanzt, erfüllt er ihr jeden Wunsch. Sie wünscht sich den Kopf Jochanaans, erhält ihn ohne Körper und küsst ihn ganz beglückt.
Morbide und düster ist die einzige Tragödie Oscar Wildes, die im Theater Oberhausen mit den Kompositionen Tom Liwas aus Duisburg aufgeführt wird.
Salome: bis 24.3., Theater Oberhausen

Theater, Tanz, Oper in Düsseldorf

Abiball

Foto: Thomas Rabsch

Großereignis Abiball – das letzte gemeinsame Fest nach der Schulzeit ist eine Zäsur, nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Eltern. Da kochen Emotionen hoch und die Entgleisung der Party ist vorprogrammiert.
Mit dem Schulabschluss wird zugleich der Eintritt ins Erwachsenenleben gefeiert.
So lernst du Lucy kennen, Beste ihres Jahrgangs, angehende Medizinstudentin und verknallt in Benno, dessen Mutter keine Ahnung hat, was aus dem Jungen einmal werden soll. Da ist Jonas, der Streber, der keiner sein will, aber von seinem besserwisserischen Vater gnadenlos auf Karriere getrimmt wird. Und eigentlich nichts auf der Feier zu suchen hat Malina, die wegen Kiffens auf dem Schulhof vom Gymnasium geflogen ist.
Am Düsseldorfer Schauspielhaus lässt sich das Geschehen hautnah mitverfolgen. Gespielt wird es im Bühnenraum des Theaters, wo auch die Zuschauer Platz nehmen und somit als Ballgäste involviert sind.
Abiball: bis 1.4., Schauspielhaus Düsseldorf

Hundeherz

Foto: Thomas Rabsch

Vom Hund zum Proletarier: Nicht immer zeigt es die erwünschten Ergebnisse, wenn der Mensch sich anmaßt, in die Schöpfung einzugreifen. „Hundeherz“ beruht auf der gleichnamigen Novelle von Michail Bulgakow, einem der größten Satiriker der russischen Literatur.
Im Moskau der 20er Jahre plant der genialische Professor Filipp Filippowitsch Preobraschenski, Spezialist für Verjüngungen, ein ungeheuerliches Experiment: Den Hund Lumpi will er zum Menschen umoperieren. Die Sensation gelingt. Das Tier überlebt den Eingriff und die Welt der Wissenschaft berauscht sich am Erfolg.
Leider hat die Sache einen Haken, denn schon bald nimmt der Hund immer mehr menschliche Züge an. Überdies hat Lumpi die unschönen Eigenschaften seines Organspenders geerbt: sein Vokabular ist übelster Gossenjargon, er trinkt, hurt, stiehlt und entpuppt sich als aufmüpfiger Zeitgenosse, der seinem Schöpfer das Leben zur Hölle macht.
Hundeherz: bis 10.4., Schauspielhaus Düsseldorf

Ein Blick von der Brücke

Foto: Thomas Rabsch

Mitten im sozialen Brennpunkt des Manhattaner Hafenviertels Red Hook wohnt der Einwanderer Eddie, der seine verwaiste Nichte Catherine wie seine eigene Tochter großzieht. Seine Liebe zu ihr, die über die Zeit besitzergreifende und ungesunde Züge angenommen hat, gesteht er sich nicht ein. Als zwei Cousins seiner Frau aus Italien in die USA fliehen und sich der jüngere der beiden, Rodolpho, in Catherine verliebt, greift Eddie zu fraghaften Mitteln um den unerwünschten Verehrer von ihr fernzuhalten.
Ein Blick von der Brücke ist eben dies: Ein Einblick von der Manhattaner Brücke aus in das Leben von Menschen im sozialen Auf- und Abstieg, ihren existenziellen Ängsten und ihrer Identität als Eingewanderte.
Ein Blick von der Brücke: 7.3.-5.5., Central, Düsseldorf

Hamlet

Foto: Sandra Then

Eines der bekanntesten Werke Shakespeares findet mit nun auch den Weg in das Düsseldorfer Schauspielhaus. Mit eigens für diese Inszenierung komponierter Musik bekommt der Klassiker neue Facetten.
Der Prinz Hamlet, Sohn des Königs von Dänemark, findet sich in einem Leben voller Unsicherheiten und Krisen wieder: Sein Vater ist verstorben, sein Onkel ist an dessen Stelle gerückt und seine geliebte Ophelia arbeitet im Dienste seiner Gegner. Es kommt hart auf hart. Hamlet beschließt den Tod seines Vaters zu rächen und setzt damit eine tragische Kettenreaktion in Gang, die die Grenze zwischen Richtig und Falsch, Gut und Böse verschwimmen lässt.
Hamlet: bis 5.5., Schauspielhaus Düsseldorf

Fight Club

Basierend auf dem Roman, nach dem auch die gleichnamige Verfilmung gedreht wurde, hat das neu inszenierte Stück im Central seine Uraufführung.
Der namenlose Protagonist mit erheblichen Schlafstörungen findet aufgrund der Eintönigkeit sowie Fremdbestimmtheit seines Lebens Freude an der Teilnahme an diversen Selbsthilfegruppen unter falscher Identität. Als er auf den charismatischen Tyler Durden trifft, begibt er sich in einen Strudel aus Gewalt, Machtfantasien und Kriminalität. Schnell verliert er den Überblick über Realität und Illusion.
Fight Club: Premiere 18.5., Central, Düsseldorf

Mann ist Mann

Fotos: Sandra Then

Der gutmütige und einfach gestrickte Packer Galy Gay möchte eigentlich nur Fisch kaufen und trifft dabei auf drei Soldaten mit schlechten Intentionen: Sie haben ihren vierten Mann bei einem Einbruch in eine Pagode zurückgelassen. Die Ganoven suchen nun einen entsprechenden Ersatz und möchten den Packer in eine Kampfmaschine verwandeln.
Bertolt Brechts Theaterstück beleuchtet interessante Fragen nach Identität, Selbstbestimmung und Moral.
Mann ist Mann: bis 29.3., Central, Düsseldorf

Der gute Mensch von Sezuan

Diese Parabel ist ebenfalls ein Werk Brechts und handelt von der jungen Prostituierten Shen Te aus der chinesischen Provinz Sezuan. Sie behandelt die Waage im Leben zwischen Moral und gesellschaftlichem Erfolg, aber auch die Beziehungsformen zu männlichen und weiblichen Machtpersonen.
Drei Götter suchen in Sezuan eine Unterkunft und Shen Te nimmt sie bei sich auf. Als Dank entlohnen die Götter sie finanziell mit der Bedingung, dass sie sich weiterhin in guten Taten übt. Sie eröffnet einen kleinen Tabakladen und lebt daraufhin in bescheidenem Wohlstand, wobei sie weiterhin ihren Mitmenschen hilft, wo sie kann. Doch diese fordern mit der Zeit immer mehr und Shen Te bleibt nichts anderes übrig als ihre eigenen Werte zurückzustellen und als ihr erdachtes Alter Ego, Vetter Shui Ta, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.
Der gute Mensch von Sezuan: Premiere April, Central, Düsseldorf

Theater, Tanz, Oper in Essen

Ein großer Aufbruch

Foto: Matthias Jung

Holm, zweifacher Familienvater, Lebemann der 68er-Generation und ehemaliger Entwicklungshelfer hat die gesamte Familie zum Abendessen eingeladen. Holm verkündet, dass es etwas zu feiern gibt: Seinen Abschied vom Leben. Er ist unheilbar krank und plant seinen Freitod in der Schweiz. Holm findet es schön, bei seinem eigenen „Leichenschmaus“ dabei zu sein. Allerdings bleibt er mit dieser Meinung alleine. Die Hoffnung auf den letzten großen Applaus für sein gelungenes Leben zerplatzt unsanft.
Das eindringliche Kammerspiel in der Regie von Gustav Rueb entwickelt sich zu einer schonungslosen Abrechnung mit Vergangenem, nebenher werden auch weitere Geheimnisse in der illustren Runde aufgedeckt. Und so werden aus Funken bald Flammen, zwischen Klößchen und Sorbet gibt’s Weinkrämpfe, Erstickungsanfälle und Waffengewalt.
Voller bissiger Dialoge, böser Ironie und entlarvender Ehrlichkeit.
Ein großer Aufbruch: bis 23.3., Grillo-Theater Essen

Otello

Foto: Thilo Beu

Die Eifersucht brodelt im Kopf hoch und kocht am Ende in die Realität über: Fähnrich Jago setzt Otello die Saat in den Kopf, die durch dessen Zweifel an seiner Ehefrau und vermeintliche Indizien für ihre Untreue immer weiter wächst. Also plant er seine Rache an seinem Rivalen Cassio. Jago, der Otello aufgrund seiner höheren militärischen Stellung beneidet, macht gezielt intrigante Bemerkungen, die den Protagonisten vor Eifersucht und Schmerz fast um seinen Verstand bringen.
Verdis vorletzte Oper mit Shakespeare-Vorlage ist ein Drama mit leidenschaftlichen Gefühlen, Neid und der Tragweite von Gedanken.
Otello, bis 28.6., Aalto-Theater, Essen

TUP-Festtage 2019

Regisseure Sascha Krohn und Marijke Malitius | Foto: TUP

Seit 2016 schließen sich in Essen alljährlich die fünf Sparten von Theater und Philharmonie zusammen, um zehn Tage lang die TUP-Festtage Kunst hoch 5 auszurichten. Novum in diesem Jahr ist das spartenübergreifende Projekt „Schließ deine Augen – Rien ne va plus!“, das am 27.3. in der Casa des Schauspiels Premiere feiert. Dafür haben Künstler des Aalto-Musiktheaters, der Ballett-Compagnie und des Schauspiels zusammengearbeitet. Im Stück gehen die Regisseure Marijke Malitius und Sascha Krohn den Fragen nach: Was passiert, wenn wir ewig Kind bleiben? Wenn wir uns eine Welt erträumen, in der unsere eigenen Regeln herrschen? Und ist diese Utopie, die im ersten Moment herrlich klingt, wirklich erstrebenswert?
TUP-Festtage 2019: 22.-31.3., Theater und Philharmonie Essen

Am Boden

Die Anonymität des Tötens begann schon mit dem Aufkommen von Feuerwaffen, als es keinen größeren körperlichen Aufwand mehr bedurfte, einen Menschen seines Lebens zu berauben. Diese fortschreitende Entwicklung findet sich auch in der modernen Luftwaffe wieder, in der Kampfflieger mit Drohnenfliegern ersetzt werden.
Das Stück Am Boden von George Brant behandelt besagte Entfremdung. Eine junge Kampffliegerin, die sich neben ihren männlichen Kollegen behauptet und auch ihre private Unabhängigkeit genießt, findet sich plötzlich im kleinbürgerlichen Familienglück wieder. Als sie zu ihrer Arbeit zurückkehrt, wird sie als Drohnenfliegerin eingesetzt und tötet nun Terroristen virtuell über einen Bildschirm. Die zunehmende Belastung dadurch verfolgt sie auch bis in ihr Zuhause und lässt Privat- und Arbeitsleben verschwimmen.
Am Boden: bis 22.3., Box im Grillo-Theater, Essen

Der Ring an einem Abend

Eine kurzgefasste Alternative zur Nibelungensage mit Texten von Loriot ist Der Ring an einem Abend. Entsprechend humoristisch ist die komprimierte Vorführung und gibt dem oftmals steifen Image der Wagner-Oper eine neue Leichtigkeit ohne sie ihrer Qualität und Außergewöhnlichkeit zu berauben.
Typischer Loriot-Humor: freche Kommentare mit Augenzwinkern, Spielereien mit Klischees, Situationskomik und Überzeichnungen, aber stets mit Niveau.
Der Ring an einem Abend: bis 5.7., Aalto-Theater, Essen

Theater, Tanz, Oper in Bochum

O, Augenblick

O, Augenblick, wieso bist du nur so vergänglich?
Vergangenes als vollkommene Kopie wiederzubeleben ist unmöglich. Deshalb ist das Ziel keine authentische Reproduktion, sondern eine äußerliche Betrachtung von 100 Jahren Theater in Bochum. Der Abend gestaltet sich als ein Liederabend, der querbeet durch alle musikalischen Epochen und Genres führt. Ein Museum der Theatergeschichte!
O, Augenblick: bis 30.3., Schauspielhaus Bochum

New Joy

Cyber-Musical trifft futuristische Kunst. Datenfetzen, Verschlüsseltes und Unverschlüsseltes, künstliche Intelligenz: Unsere Beziehung zu Informationen und technischem Fortschritt ist in rasantem Wandel und bedarf neuer Auslegungen. Die Welt stellt neue Erwartungen an die Menschheit und will neu verstanden werden in einem Chaos aus Einsen und Nullen.
New Joy ist dein Bootcamp für die Zukunft.
New Joy: bis 8.3., Schauspielhaus Bochum

Theater, Tanz, Oper in Wuppertal

Im Schatten kalter Sterne

Foto: Yong Chuan

Der Softwareentwickler Dr. Wolfgang Anders wechselt von einem kleinen Start-Up zu der großen Rüstungsfirma Bimini und soll dort nun fortan vollautonome Mikrodrohnen entwickeln. Er lernt die Tänzerin Milena kennen, die beginnt ihm unangenehme Fragen zu seiner eigenen ethischen Verantwortung in seinem Beruf zu stellen. Das lässt ihn nicht mehr los und stürzt ihn in ein tiefes Dilemma, dass durch traumatische Erinnerungen an einen verunglückten Freund aus Jugendzeiten und vermehrte Terroranschläge zu einer Auseinandersetzung drängt.
Im Schatten kalter Sterne: bis 28.6., Opernhaus Wuppertal

Richard III

Richard Gloster geht über viele Leichen, um an die Krone zu kommen und macht daraus auch keinen Hehl. Dementsprechend ist seine Herrschaft geprägt – Angstpolitik in seiner reinsten Form. Doch auch er selbst bleibt nicht davon verschont. Geplagt von Paranoia und schlaflosen Nächten gerät er unter Druck, während die Opposition seinen Sturz plant.
Richard III: 11.5.-30.5., Theater im Engelsgarten, Wuppertal

Die tote Stadt

In Korngolds Oper macht das Publikum einen psychologischen Trip durch Liebe, Verlust und Ängste. Paul trauert um seine verstorbene Frau Marie und als er die Tänzerin Marietta kennenlernt, verwandelt sich seine anfängliche Faszination aufgrund ihrer starken Ähnlichkeit zu Marie, mit der Zeit in Hass. Ein Spagat zwischen Realität und Traum.
Die tote Stadt: 16.6.-30.6., Opernhaus Wuppertal

Das Labyrinth

Foto: Abdul Azis

Inspiriert vom griechischen Mythos von Theseus, verknüpft mit aktueller Geflüchtetenpolitik und Seenotrettung, interpretiert Marie-Ève Signeyrole geschickt Altes mit Neuem. Der griechische Held soll dem Minotaurus geopfert werden, um das halb Stier, halb Mensch Ungeheuer friedlich zu stimmen. Doch Theseus hat andere Pläne, um das Biest unschädlich zu machen und Athen von dessen Tyrannei zu befreien.
Das Labyrinth: 5.7.-9.7., Opernhaus Wuppertal

Theater, Tanz, Oper in Moers

Kabale und Liebe

Foto: Jakob Studnar

Luise Miller ist der Mittelpunkt in Schillers herzzerreißenden, zeitlosen Drama. Geboren in eine bürgerliche Familie kämpft sie gegen fundamentalistische Ideale, revolutioniert die klassenlose Liebe und überwindet, trotz Lügen und Intrigen, den Abgrund zwischen ihr und ihrem adeligen Geliebten Ferdinand. Der Klassiker eröffnet mit unserer zeitlichen Distanz auf die Handlung neue Blickwinkel, die sich durchaus auf die Liebe in der Postmoderne beziehen lassen.
Kabale und Liebe: bis 31.3., Schlosstheater Moers

Illuminatics

Foto: Christian Nielinger

“Ein Mindfuck-Workout in 23 Stufen” lautet der Untertitel dieses mehr als unkonventionellen Stücks.
Eine exzentrische Familie, die die Welt online über Ungeheuerliches und Verschworenes aufklären möchte, inmitten von Inhalten über süße Kätzchen in kleinen Overalls oder von dramatisierten Blogs über das Leben mittelmäßig interessanter Internet-Celebrities.
Esoterisch, aber auch ernst, paranoid und besorgt, Hirngespinste mit wahrem Kern.
Illuminatics: 12.4.-27.4., Schlosstheater Moers

Theater, Tanz, Oper in Gelsenkirchen

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Foto: MiR

Nichts als schöner, goldener Schein ist die Stadt Mahagonny, findet der Holzfäller Paul Ackermann und wehrt sich gegen ihren Frieden und ihre Ordnung. Ein schweres Unwetter wird angekündigt und Paul propagiert, dass nun alles erlaubt sei. Die Stadt bleibt unberührt von dem Sturm, doch die katastrophalen Folgen der anarchischen Zustände lassen eine verwüstete und gefallene Stadt zurück.
Brecht und Weill verpacken Weltuntergang in jazzy Tanzmusik mit Ohrwurmpotential.
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny: bis 4.5., Musiktheater im Revier

 

Beitrag: Su-Jin Zieroth

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