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Theater, Tanz, Oper in NRW: Das erwartet dich im Sommer

Foto: Nadine Merrikh

Du warst doch bestimmt schon lang nicht mehr im Theater oder in der Oper. Dabei sind Schauspiel-Tickets das perfekte Geschenk für Freundinnen, Freunde und Familie! Hier eine Liste unserer handverlesenen Favoriten in NRW im Umkreis Ruhrgebiet, Düsseldorf und Wuppertal.

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Theater, Tanz, Oper in Dortmund

Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte

Foto: Birgit Hupfeld

Satt, sinnlich, geradezu Barock, lokal: Ommas – mit Doppel M – kommen meist aus dem Ruhrgebiet. Hier in Essen-Rellinghausen steht oder stand dann auch das Freudenhaus, in dem die Omma aus Anna Baseners Roman residierte. Rückblickend wird erzählt aus dem Leben der Prostituierten und ihrer Umgebung: Deftig und heftig, zwischen Brutalität und Zärtlichkeit, von den ewigen Hoffnungen auf die große Liebe und über die Verzweiflung angesichts des steten Scheiterns. Von starken Frauen und vielen dummen Kerlen. Als Folie dient das heutige Berlin, wo die erzählende Enkelin Bianca schicke Seidenschlüpfer als prekäres Ein-Frau-Start-Up-Unternehmen schustert. Ruhrpott-Omma trifft Hipster-Berlin, ganz groß.
Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte: bis 29.6., Schauspielhaus Dortmund

Theater, Tanz, Oper in Hagen

Il Turco in Italia

Foto: Klaus Lefebvre

Rossinis Oper bewegt sich zwischen Realität und Fiktion: Der Dichter Prosdocimo schrieb inspiriert vom Eheleben seines Freundes Geronio eine komisch-dramatische Oper über kulturelle Missverständnisse, Temperament und Lebensfreude. Als Geronios Ehefrau von dem türkischen Fürsten Selim umworben wird und sie nicht abgeneigt reagiert, entwickelt sich ein spannendes Hin und Her voller Eifersucht, Hartnäckigkeit und Dramatik.
Il Turco in Italia: bis 30.6., Theater Hagen

Theater, Tanz, Oper in Düsseldorf

Das geheime Projekt

Foto: Oliver Look

„In den letzten Jahrzehnten hat sich unser Verhältnis zum Geheimnis stark gewandelt“, erzählen die Choreografen Kathrin Spaniol und Morgan Nardi. Stichwort: Transparenz. Die Performance „Das geheime Projekt“ beschäftigt sich genau mit dieser Entwicklung: „Auf den ersten Blick scheint es so, als wäre es heutzutage unmöglich, ein Geheimnis zu bewahren. Während unserer Recherche haben wir allerdings auch das Gegenteil festgestellt.“ Was auf der Bühne passiert, bleibt – natürlich – vorerst geheim. Sicher ist aber: „Die Zuschauer werden von Anfang an als Geheimnis-Bewahrer und Geheimnis-Suchende mit einbezogen.“ Immer an der Grenze zwischen Vertuschung und Offenbarung. Eine spannende Bewusstseinsreise, die Sinne und Körper mit einbezieht.
Das geheime Projekt: 27.-29.6., 20 Uhr, FFT Kammerspiele, Düsseldorf

Fight Club

Basierend auf dem Roman, nach dem auch die gleichnamige Verfilmung gedreht wurde, hat das neu inszenierte Stück im Central seine Uraufführung.
Der namenlose Protagonist mit erheblichen Schlafstörungen findet aufgrund der Eintönigkeit sowie Fremdbestimmtheit seines Lebens Freude an der Teilnahme an diversen Selbsthilfegruppen unter falscher Identität. Als er auf den charismatischen Tyler Durden trifft, begibt er sich in einen Strudel aus Gewalt, Machtfantasien und Kriminalität. Schnell verliert er den Überblick über Realität und Illusion.
Fight Club: bis 3.7., Central, Düsseldorf

Institut für unvorhergesehene Zusammenarbeit

Spontan-Performances im Pavillon | Foto: Kampnagel/Gintersdorfer/Klaßen

Ein Institut für unvorhergesehene Zusammenarbeit installieren Gintersdorfer/Klaßen Anfang Juli auf dem Worringer Platz. Performances zwischen Tanz und Bildender Kunst, Spontantheater und politischer Intervention. Als Austragungsort dient eine Rekonstruktion des Pavillons vom zweiten Bauhaus-Direktor Hannes Meyer, den er in Zusammenarbeit mit seiner Frau Lena Meyer-Bergner und dem Mexikanischen Grafiker-Kollektiv TGP im mexikanischen Exil gestaltet hatte. Der Pavillon ist zur Buchmesse 1942 in Mexiko-City zur Information über die Naziverbrechen entwickelt worden.
Institut für unvorhergesehene Zusammenarbeit: 3.-5.7., Worringer Platz, Düsseldorf

Theater, Tanz, Oper in Essen

Otello

Foto: Thilo Beu

Die Eifersucht brodelt im Kopf hoch und kocht am Ende in die Realität über: Fähnrich Jago setzt Otello die Saat in den Kopf, die durch dessen Zweifel an seiner Ehefrau und vermeintliche Indizien für ihre Untreue immer weiter wächst. Also plant er seine Rache an seinem Rivalen Cassio. Jago, der Otello aufgrund seiner höheren militärischen Stellung beneidet, macht gezielt intrigante Bemerkungen, die den Protagonisten vor Eifersucht und Schmerz fast um seinen Verstand bringen.
Verdis vorletzte Oper mit Shakespeare-Vorlage ist ein Drama mit leidenschaftlichen Gefühlen, Neid und der Tragweite von Gedanken.
Otello, bis 28.6., Aalto-Theater, Essen

Der Ring an einem Abend

Foto: Matthias Jung

Wagners Gesamtkunstwerk „Der Ring des Nibelungen“ ist spannend aber lang – sehr lang. Für alle, die das Werk in weniger als 15 Stunden ansehen wollen, ist Der Ring an einem Abend die richtige Programmauswahl. In nur drei Stunden beleben die Sprechtexte von Loriot das Stück mit ordentlich Ironie ganz neu. Mit seinen augenzwinkernden Kommentaren beschreibt er die Geschichte um Liebe, Neid, Machtkämpfe und Verrat. Nicht um den Stoff bloßzustellen, sondern um dem Meisterwerk zu huldigen. Das Musikalische kommt auch nicht zu kurz dank des Ensembles des Aalto-Theaters.
Der Ring an einem Abend: 5.7. (19.30 Uhr), Aalto Theater, Essen

Waschsalon

Herr Benedict auf dem Cyr-Rad | Foto: Frank Wilde

Der Waschsalon ist eine Welt für sich, kommen dort doch allerlei verschiedene Menschen zusammen, um – nun ja – schmutzige Wäsche zu waschen. Regisseur Ulrich Thon kann diesem Setting aber noch viel mehr abgewinnen, erkennt er zwischen Weichspüler und Münzautomat doch gar einen schicksalhaften, zutiefst romantischen Ort. Für die Dauer eines Waschgangs entführt er den Zuschauer des Essener GOP-Theater in diese Welt und stellt unterschiedliche Lebensentwürfe vor: Da ist der Künstler – ewig auf der Suche nach Kleingeld. Ein junges Paar auf Weltreise. Und die junge Studentin von nebenan. Im GOP-Waschsalon wird gestritten, getanzt, gelacht und geturnt – artistische Höchstleistungen im Schleudergang sozusagen.
Waschsalon: 19.7.-1.9., GOP, Essen

Theater, Tanz, Oper in Wuppertal

Im Schatten kalter Sterne

Foto: Yong Chuan

Der Softwareentwickler Dr. Wolfgang Anders wechselt von einem kleinen Start-Up zu der großen Rüstungsfirma Bimini und soll dort nun fortan vollautonome Mikrodrohnen entwickeln. Er lernt die Tänzerin Milena kennen, die beginnt ihm unangenehme Fragen zu seiner eigenen ethischen Verantwortung in seinem Beruf zu stellen. Das lässt ihn nicht mehr los und stürzt ihn in ein tiefes Dilemma, dass durch traumatische Erinnerungen an einen verunglückten Freund aus Jugendzeiten und vermehrte Terroranschläge zu einer Auseinandersetzung drängt.
Im Schatten kalter Sterne: bis 28.6., Opernhaus Wuppertal

Die tote Stadt

In Korngolds Oper macht das Publikum einen psychologischen Trip durch Liebe, Verlust und Ängste. Paul trauert um seine verstorbene Frau Marie und als er die Tänzerin Marietta kennenlernt, verwandelt sich seine anfängliche Faszination aufgrund ihrer starken Ähnlichkeit zu Marie, mit der Zeit in Hass. Ein Spagat zwischen Realität und Traum.
Die tote Stadt: bis 30.6., Opernhaus Wuppertal

Das Labyrinth

Foto: Abdul Azis

Inspiriert vom griechischen Mythos von Theseus, verknüpft mit aktueller Geflüchtetenpolitik und Seenotrettung, interpretiert Marie-Ève Signeyrole geschickt Altes mit Neuem. Der griechische Held soll dem Minotaurus geopfert werden, um das halb Stier, halb Mensch Ungeheuer friedlich zu stimmen. Doch Theseus hat andere Pläne, um das Biest unschädlich zu machen und Athen von dessen Tyrannei zu befreien.
Das Labyrinth: 5.7.-9.7., Opernhaus Wuppertal

Ichundich

Foto: Schauspiel Wuppertal

Wuppertal feiert in diesem Jahr den 150. Geburtstag der in Elberfeld geborenen Else Lasker-Schüler. Es wurden keine Mühen gescheut und Kosten im sechsstelligen Bereich durch Sponsoren gestemmt, um die berühmte Lyrikerin zu würdigen. Nun werden die Riedel-Hallen mit einem Theaterfestival der Wuppertaler Bühnen bespielt. Das dort gezeigte letzte Drama der Dichterin, „Ichundich“, ist nicht nur eine Überschreibung von Goethes Faust, es entstand in ihrem Exil in Jerusalem und spielt auch dort. Verantwortlich für die Mischung aus Schauspiel, Gesang, Tanz und Film zeichnet die israelische Regisseurin Dedi Baron. Du kannst dich auf eine riesige, interaktive Rauminstallation freuen. Ein Autorenprojekt, geleitet von John von Düffel, gibt es außerdem.
Ichundich: 6.-13.7., Riedel-Hallen, Wuppertal

Theater, Tanz, Oper in weiteren Städten

Neanderland Biennale | versch. Orte

Foto: Der weiße Knopf

Ab Ende Juni zelebriert das Theaterfestival Neanderland Biennale die Region und die Kultur unter dem Motto „Theater Hoch zehn“. Zehn Spielstätten der Region wurden ausgewählt, um für ein buntes Programm zu sorgen. Mit dabei ist etwa der Schauplatz Langenfeld, der einen Escape Room mit Live-Schauspiel des Looters e. V. vorbereitet hat. Übrigens bietet die Neanderland Biennale in diesem Jahr erstmalig ein großes Rahmenprogramm. Etwa mit einem WildWest Westernfest in der Musik- und Kunstschule Velbert, der Endstation des „Long John“-Busses. Von Vor- und Nachgesprächen über ein Kneipenquiz, bei dem Karten für die szenische Lesung „Der Untergang der Titanic“ von Andreas L. Maier im Gewinntopf sind. Bei allen Freiluftveranstaltungen der Biennale steht eine Regenalternative bereit. Außerdem praktisch für jede Geldbörse: die Regelung „Betaal, wat de häs“ gilt für viele der Veranstaltungen. Nach der jeweiligen Vorstellung darf der Zuschauer selbst wählen, welcher Betrag für ihn infrage kommt.
Neanderland Biennale: 29.6.-14.7., verschiedene Orte, Kreis Mettmann

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