Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

“The Future Was Us”: 90er Jahre Kult im FFT

Foto: Foto: Montserrat Gardó Castillo

Grunge war die letzte große Revolution der Rockgeschichte und eine verlorene Schlacht: gescheitert an der Kommerzialisierung durch jenes System, gegen das er sich auflehnte. Eine Performance im FFT erforscht den Seattle-Sound und stellt ihn in den Kontext zur aktuellen Musikkultur.

Mit Holzfällerhemden, zerrissenen Jeans und Anti-Frisuren setzte die Grunge-Bewegung Anfang der 90er ein Zeichen wider den Mainstream und das gefällige Bling-Bling in Gesellschaft und Popkultur. Im Grunge brach sich die Wut einer orientierungslosen Generation Bahn, die gegen die Kapitalismus- und Konsumhörigkeit ihrer Eltern rebellierte.

Ein paar Jahrzehnte und eine digitale Revolution später ist der Trap die Stimme der Auflehnung gegen Entfremdung, Desillusionierung und Chancenlosigkeit. Die um 1980 Geborenen ziehen ein ernüchterndes Fazit: Das Versprechen der globalisierten Welt an die Jugend, sie sei die Zukunft, wurde nicht eingelöst.

Die Tänzerin und Performerin Montserrat Gardó Castillo aus Barcelona und ihr tschechischer Kollege Petr Hastik haben diesem Lebensgefühl ein Stück gewidmet. „The Future Was Us“ (Premiere am 28.11. im FFT) spannt den Bogen von Grunge zu Trap. „Wir stellen eine direkte Verbindung her“, sagt Montse Gardó, „zwischen Kurt Cobain und Sad Boys, zwischen Seattle und der aktuellen spanischen Musikszene, in der Trap und andere urbane Sounds eine neue musikalische Revolution erzeugen.“ Wie Grunge gebe auch der Trap jenen Unterpriviligierten (gemeint ist die Arbeiterklasse) eine Stimme, die zu oft ungehört blieben.

„The Future Was Us“ basiert auf Nirvanas MTV-Unplugged-Konzert in New York aus dem Jahre 1993. „Dieses Ereignis nahm vieles vorweg“, so die Künstlerin: „Den Tod Kurt Cobains, das Ende des Grunge und des Prä-Internet-Zeitalters sowie das Scheitern von Alternativen in der Kultur und im Sozialen.“

Angelegt ist das Stück – mit dem Musiker Tim Roller als drittem Akteur – als wildes Performance-Konzert mit Livemusik. Es nimmt Bezug auf die Jugend-Idole, untersucht globale Einflüsse von einst und heute, feiert das Konzept des Verlierens als befreiende Kraft und generiert eine kollektive Erfahrung zwischen Darstellern und Publikum: „Here we are now, entertain us“ (Kurt Cobain).

The Future Was Us: 28.+29.11., 1.12., FFT Kammerspiele, Düsseldorf

Anzeige
Anzeige

Beste Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region