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7 Musikdokus, die die Wartezeit zum nächsten Konzert verkürzen

Wie ein Fremder erzählt die Geschichte von Roland Meyer de Voltaire | Foto: Mindjazz Pictures
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Live-Konzerte haben sich im November nicht nur in NRW erstmal erledigt.  Für alle die bereits die ersten Entzugserscheinungen beim Thema Musik haben, haben wir sieben tolle Streaming-Tipps für Musikdokus. Die Wartezeit zum nächsten Vor-der-Bühne-abrocken verkürze unter anderem Nick Cave, Bausa und Judy Garland.

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Auf der Couch mit Nick Cave

Was hat Nick Cave eigentlich am 20 000sten Tag seines Lebens gemacht? Wer sich diese bedeutsame Frage schon einmal gestellt hat, findet Antworten im Werk „20.000 Days on earth“, das irgendwo zwischen Doku und Fiktion umher schwebt. Wir begleiten den Kultmusiker vom ersten Weckerklingeln an durch den Tag. Wir sitzen bei gemeinsamen Autofahrten mit Kylie Minogue auf dem Rücksitz und hocken gar bei Caves Psychoanalytiker neben der Couch. Immer aber erlebt der Rezipient einen Künstler, der dem Alltag ein wenig Poesie abgewinnt. Für „20.000 Days on earth“ erhielt das Regie-Duo Iain Forsyth und Jane Pollard beim 2014er-Sundance Film Festival zwei Awards. Kritiker erkannten die „intensive und innovative Studie eines bahnbrechenden Rock-Poeten.“

20.000 Days on earth (2014): 98 Min, Amazon Prime Video

Bigflo & Oli: Hip-Hop-Wahnsinn

„La vraie vie“, das „wahre Leben“, thematisierte das französische Hip-Hop-Duo Bigflo & Oli einst auf seinem zweiten Langspieler. Überhaupt zeichnet es die beiden Brüder Florian und Olivio Ordoñez aus, tiefgehende, eindrucksvolle Textzeilen mit teils leichten Rhythmen zu kombinieren. Die beiden Jungs aus Toulouse berichten in ihren Stücken vom algerischen Vater, von verpassten Chancen, von Alltagsgedanken. Storytelling par excellence! Diesen ganz normalen „Hip-Hop-Wahnsinn“ bebildert nun eine eindrucksvolle Musikdokumentation, die den Zuschauer mit auf Tournee nimmt und Backstage-Eindrücke gewehrt. Bigflo & Oli werden bei der Arbeit an neuen Songs gezeigt. In Frankreich füllt das Brüderpaar mittlerweile riesige Arenen, etwa das heimische Stadium de Toulouse. Die Doku fängt das Konzertfeeling ein.

Bigflo & Oli: Hip-Hop-Wahnsinn (2020): 100 Min, Netflix

Reeperbahn Festival 2020

Wie so Vieles dieses Jahr, war auch das Reeperbahn Festival 2020 anders, kleiner und speziell. Aber sicher nicht schlechter als sonst! Schon während des Konzertmarathons im vergangenen September war es Teil des pandemiegerechten Konzepts, dass die Shows aus dem Molotow, dem Knust oder dem Nochtspeicher live auf dem Hamburger Heiligengeistfeld übertragen wurden. Und jetzt gibt es das Kiez-Feeling auch für zu Hause: ARTE Concert bietet einen umfangreichen Rückblick auf das viertägige Festival, das als „Gradmesser für die Musik von morgen“ gilt.

Gigs von unter anderem Drangsal, Bukahara, Tina Dico, Die Sterne (Foto), Alex Mayr, Niels Fervert, Sofia Portanet und Tom Gregory stehen in voller Länge zum Streamen bereit. Progressive Popkultur fürs Wohnzimmer!

Reeperbahn Festival 2020, arte.tv

Popkultur grübelt

Broilers im Interview | Foto: ZDF Rainer Kitz

30 Jahre nach der Wiedervereinigung fällt der Blick auf ganz verschiedene Bereiche des Zusammenlebens: Wo machen wir bis heute Unterschiede zwischen Ost und West aus? Wo entdecken wir Gemeinsamkeiten? Die ZDF-Dokumentation „Pop.Nation.Deutschland“ richtet den Fokus auf acht Künstlerinnen und Künstler, die sich Gedanken zur Lage machen. Denn Popmusik, so verkünden es die Macher der vierteiligen Serie, ist nicht nur reine Unterhaltung, sondern eben auch ein Spiegel der Gesellschaft. Wie also hat sich das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Land und ihrer Sprache gewandelt? In Zweierpaaren machen sich Frank Spilker (Die Sterne) und Sarah Lesch, Zugezogen Maskulin und Elif, Mal Élevé und Sammy Amara (Broilers, Foto) sowie Samy Deluxe und Wolfgang Niedecken auf die Suche nach Antworten …

Pop.Nation.Deutschland, www.zdf.de/kultur

Judy Garland

In diesem Biopic von Regisseur Rupert Goold schlüpft Renée Zellweger in die Rolle der Filmschauspielerin und Sängerin Judy Garland (Oscar „Beste Hauptdarstellerin“). Bereits im Alter von 16 Jahren blickte Judy Garland auf 13 Film-Produktionen zurück, unter anderem wurde sie für ihre Rolle in „Der Zauberer von Oz“ gefeiert. Der Film setzt allerdings 30 Jahre später ein: Judy Garland ist mittlerweile pleite, ohne Engagements, alkohol- und tablettenabhängig. Auch der Streit um das Sorgerecht für ihre Kinder setzt dem einstigen Star zu. Da kommt die verlockende, wenn auch kräftezehrende Chance, fünf Wochen am Stück in einem Londoner Club aufzutreten, wie gerufen. Gelingt das Comeback? „Zellweger singt und spielt sich ins Herz des Publikums“ (Gilde deutscher Filmkunsttheater).

Judy (2019): 117 Min, Netflix

Bruce Springsteen

Springsteen plaudert, Springsteen scherzt, Springsteen spielt beinahe im Vorbeigehen ein paar seiner größten Hits. Mal sind es private Anekdoten, die der Weltstar hier zum Besten gibt, mal sind es Einblicke in seine über 50 Jahre andauernde Karriere als Rockmusiker. Die Ein-Mann-Show „Springsteen on Broadway“ bewegt sich irgendwo zwischen (gefühltem) Privat-Konzert, Biografie und Musical. Der Mann, der Hits wie „Born to Run“, „Dancing in the Dark“ oder „The River“ für gewöhnlich im ausverkauften Stadionrund raus haut, steht hier in Jeans und T-Shirt vor einer Ziegelwand im New Yorker Walter Kerr Theatre. Von dort aus berichtet er den 950 Zuschauern von seiner Kindheit in New Jersey, von seiner fröhlichen Mutter und dem cholerischen Vater. Über zwei Stunden „The Boss“ pur!

Springsteen on Broadway (2018): 153 Min, Netflix

Wo geht’s nach oben?

Vor rund 15 Jahren galt der Musiker Roland Meyer de Voltaire als „das nächste große Ding“ in der deutschsprachigen Pop-Landschaft und fie mit seinem Nachnamen betitelte Band Voltaire setzte zum Höhenflug an. Aber sie schaffte nie den Durchbruch. Vielmehr noch: Der Künstler stand schon bald vor finanziellen Schwierigkeiten und fiel in ein Loch. Dank der Entscheidung, die eigene Wohnung aufzugeben und einfach loszuziehen, schaffte Meyer de Voltaire den Turnaround: Mit neuem Künstlernamen (Schwarz) und neuem Elan kehrte die Kreativität zurück. Der Filmemacher Aljoscha Pause begleitete den Musiker sechs Jahre lang und skizziert nun in der sehenswerten Doku „Wie ein Fremder“ Aufstieg, Fall und Wiedergeburt des Sängers Roland Meyer de Voltaire sowie die harte Welt des Musikbusiness.

Wie ein Fremder (2020): Staffel 1 (5 Folgen), Netflix

 

 

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