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Neue Spielzeit an Rhein und Ruhr: Das gibt es zu sehen

Foto: Mark Thompson
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Keine Frage: Die Spielzeit 20/21 dürfte ebenso im Zeichen der Pandemie stehen wie das Ende der vorangegangenen. Aber: Es wird gespielt – und zwar vor Publikum! Wir werfen einen Blick auf die Spielpläne der größeren und kleineren Theater an Rhein und Ruhr.

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Überblick der Spielzeit

In Dortmund dürfen sich die Theatergänger nach der zehnjährigen Intendanz von Kay Voges in der kommenden Spielzeit auf frischen Wind durch Neu-Intendantin Julia Wissert freuen. Als freie Regisseurin inszenierte sie bereits Stücke unter anderem am Maxim-Gorki-Theater in Berlin oder auch am Schauspielhaus Bochum. Sie selbst inszeniert in Dortmund gleich zwei Stücke. Zum einen den Dortmunder Stadtrundgang „2170 – Was wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden?“ mit Texten von fünf Autorinnen und Autoren, zum anderen die Bühnenadaption von Annie Ernauxs „Der Platz“.

Schauspielhaus Bochum | Foto: Hans Juergen Landes

In Bochum hingegen hält weiterhin Johann Simons das Heft fest in seiner Hand. In seiner dritten Spielzeit als Intendant des Schauspielhauses inszeniert der Niederländer Shakespeares „King Lear“ sowie Sophokles‘ „Ödipus Tyrann“. Echte Fans des Ruhrgebiets dürfen sich auf das aus der letzten Spielzeit verschobene „Herbert“ von Herbert Fritsch und mit Musik von Herbert Grönemeyer freuen – auch wenn ein konkreter Termin noch nicht feststeht. Ebenfalls spannend in Bochum: Henrik Ibsens „Peer Gynt“ in einer Inszenierung von Dušan David Parízek oder Yasmina Rezas „Drei Mal Leben“ inszeniert von Martina Eitner-Acheampong.

Klassiker mit frischem Wind

Am Düsseldorfer Schauspielhaus steht einiges an klassischem Stoff auf dem Spielplan – oder zumindest klassisch inspiriert. So wird in „Volksfeind for Future“ von Lothar Kittstein der Stoff von Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“ kurzerhand auf die aktuelle, vor allem durch die junge Generation getragene Protestbewegung „Fridays for Future“ projiziert. Statt einem Streit ums öffentliche Bad im südlichen Norwegen geht es in der Inszenierung von Volker Kösch um ein neues E-Auto-Werk in der NRW-Landeshauptstadt. Ebenfalls auf dem Plan: „Gott“ von Ferdinand von Schirach sowie Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ in einer Inszenierung von Sebastian Baumgarten.

Schauspiel Düsseldorf | Foto: Sebastian Hoppe

Klassisch geht es ebenfalls am Grillo-Theater in Essen zu. Heinrich von Kleists „Die Marquise von O…“ (Regie: Christopher Fromm), Oscar Wildes „Bunbury – Ernst ist das Leben“ (Regie: Susanne Lietzow) oder Samuel Becketts „Endspiel“ (Regie: Gustav Rueb). Wesentlich zeitgenössischer ist da schon die Bühnenadaption von Jonathan Safran Foers „Extrem laut und unglaublich nah“ in einer Inszenierung von Thomas Ludwig und Vera Ring, die allerdings erst im April 2021 Premiere feiert.

Pop und Adaption

In Duisburg wiederum sind in der Spielzeit 2020/21 gleich zwei Stücke des Theaterensembles Familie Flöz zu sehen: „Dr Nest“ in einer Inszenierung von Hajo Schüler sowie „Infinita“, ebenfalls inszeniert von Schüler in Zusammenarbeit mit Michael Vogel. Popliteratur kommt in Form einer Adaption von Benjamin von Stuckrad-Barres Quasi-Autobiografie „Panikherz“ auf die Bühne (Regie: Oliver Reese). Mehr oder weniger direkt nebenan in Mülheim inszeniert Philipp Preuss zum einen sein eigenes Stück „Voyage“, zum anderen die Bühnenadaption von Lars von Triers „Europa“.

Eine absolut tagesaktuelle Bühnenadaption gibt es in der Spielzeit im Theater Oberhausen zu sehen: „Herkunft“ von Saša Stanišic – der dafür unter anderem den Deutschen Buchpreis 2019 gewonnen hat – in einer Inszenierung von Sascha Hawemann. Man darf gespannt sein, wie die verschiedenen und nie ganz geradlinig verlaufenden Handlungsstränge des Buches auf der Bühne funktionieren.

Es steht also eine spannende und vielschichte Spielzeit bevor. Es ist schön zu sehen, dass sich die Ensembles vom zwischenzeitlichen Spielstopp durch die Pandemie nicht haben ins Bockshorn jagen lassen, sondern fleißig und voller Zuversicht vielversprechende Spielpläne auf die Beine gestellt haben. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die neue Spielzeit, auch wenn sie sicher anders wird als gewohnt.

Premieren im Herbst

Bochum

10.9.: King Lear (Regie: Johan Simons)

25.9.: Last Minutes Before Mars (Regie: Darren O’Donnell)

2.10.: Drei Mal Leben (Regie: Martin Eitner-Acheampong)

Dortmund

25.9. : 2170 – Was wird die Stadt gewesen sein, in der wir leben werden? (Regie: Julia Wissert)

7.10.: Lust for Life (Regie: Selen Kara)

31.10.: Faust I (Regie: Mizgin Bilmen)

Duisburg

6.9.: Event (Regie: Michael Steindl)

13.9.: Dr Nest (Regie: Hajo Schüler)

23.9.: Keller (Regie: Sebastian Kautz)

1.10.: Iphigenia (Regie: Ariana Kareev)

7.10.: Antigone (Regie: Kathrin Sievers)

17.10.: Panikherz (Regie: Oliver Reese)

Düsseldorf

3.9.: Hyperreal (Regie: Constanza Macras)

5.9.: Lieber ein lebendiger Hund als ein toter Löwe! (Regie: Jan Philipp Gloger)

10.9.: Gott (Regie: Robert Gerolff)

11.9.: Volksfeind for Future (R: Volker Lösch)

12.9.: O Fortuna! #1: You’ll never walk alone (Regie: Felix Krakau)

8.10.: Mutter Courage und ihre Kinder (Regie: Sebastian Baumgarten)

Essen

19.9.: Die Marquise von O (Christopher Fromm)

9.10.: Wer hat Angst vor Virginia Woolf (Regie: Karsten Dahlem)

10.10.: Gift. Eine Ehegeschichte (Regie: Sophie Östrovsky)

Hagen

24.9.: Willkommen bei den Hartmanns

26.9.: Nathan

Mülheim

3.9.: Antigone – Ein Requiem (R: Simone Thoma)

Voyage (Regie: Philipp Preuss), 11.9.

25.9.: Judas (Regie: Markus Sascha Schlappig)

Oberhausen

2.10.: Herkunft (Regie: Sascha Hawemann)

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