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Aller guten Dinge sind drei: Sophie Hunger in Köln

Foto: Marikel Lahana
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Im Jahr 1983 kommt die Chanson-Sängerin in Bern auf die Welt. Ihr Vater ist Diplomat – und so wächst Sophie Hunger gemeinsam mit zwei älteren Geschwistern nacheinander in London, Bonn, Bern und Zürich auf. Im September kommt sie auf Tour und gastiert gleich dreimal hintereinander in Köln.

Sophie Hunger hat ein Händchen dafür, sich stetig neu zu erfinden und nicht auf der Stelle zu treten. „Mein Zuhause ist meine Arbeit“, sagt sie. Das wirkt nicht wie ein auswendig gelernter Satz, der gut klingen soll. Nein, das nimmt man ihr direkt und ganz persönlich ab. Durch ihre Mehrsprachigkeit, denn Sophie spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch, sieht sie sich als überzeugte Europäerin. Ein Thema, über das sie sich sehr ereifern kann, ist der drohende Brexit: „Ich finde das ist ein Betriebsunfall, das hätte eigentlich nie passieren dürfen. Es ist alles falsch daran. Aber ich denke, dass man das jetzt auch nicht mehr zurücknehmen kann. Vielleicht läuft es darauf hinaus, dass Großbritannien einen ähnlichen Status erhält, wie die Schweiz.“ Sophie wohnt seit mehreren Jahren in Berlin, unterstreicht aber, dass eine glasklare Nationalität für sie nicht elementar wichtig ist: „Ich habe ja auch eine Wohnung in Paris, ich bin zwar Europäerin – aber ich bin da jetzt nicht so festgelegt. Auch wenn mein schweizerischer Hintergrund schon irgendwie erkennbar ist.“

Hunger-Festspiele

Im September spielt Sophie 14 Konzerte in vier deutschen Städten, neben Köln sind das Berlin, Hamburg und München. Das Besondere daran ist, dass sie jeden Tag in einem anderen Club spielt – in Köln beispielsweise im Gebäude 9, in der Live Music Hall und in der Kantine. „Ich hatte das Glück, dass unser Booker mich bei diesem Unterfangen unterstützt hat, denn eigentlich war das schon irgendwie eine Schnapsidee.“ Mit neu zusammengestellter Band wird sie dann übrigens von Club zu Club tingeln: „Ich habe viel zu viel Berufsstolz – und würde jetzt niemals Playback spielen. Wir haben eine Band, aber das ist eine kleine Besetzung: Mit mir zusammen sind wir insgesamt vier Musiker. Es gibt zwei Synthesizer-Stationen, aber die beiden können auch Bariton-Saxophon und Flügelhorn spielen. Der Schlagzeuger kann zudem noch Gitarre spielen – und singen können alle vier. Also da kommen ganz viele Sachen zusammen, jeder muss mehrere Sachen auf einmal spielen. Das ist ein bisschen schwer, aber es funktioniert.“ Überhaupt unterscheidet sich ihr neues Album „Molecules“ mit vielen Alleinstellungsmerkmalen vor den fünf Vorgängern.

Sophie erklärt: „Mir ist wichtig, dass mir das Endprodukt gefällt. Ich probiere dann so lange daran rumzukneten, bis es endlich stimmig ist.“ Zum einen singt sie fast komplett nur auf Englisch, zum anderen sind alle Kompositionen am Synthesizer komponiert worden. „Ich habe mich diesmal extra eingeschränkt: nur eine Sprache und nur vier musikalische Elemente – Synthesizer, programmierte Beats, akustische Gitarre und Gesang. Ich durfte nicht davon abweichen, ich habe mich absichtlich eingeschränkt. Ich dachte, dass es mir vielleicht nicht gelingt, wenn ich alles zur Verfügung habe.“ Diesmal ist das wirklich hinreißend gelungen, das Album klingt aus einem Guss und die Stimme von Sophie weiß, wie man den Zuhörer entführt.
Peter Hesse

Sophie Hunger spielt dreimal in Köln:
24.9., Gebäude 9; 25.9., Live Music Hall; 26.9., Kantine

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