Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen

Ad
Ad
Ad

Rosa oder Weiß: Rüttenscheider Kirschbäume blühen „falsch“

Foto: Peter Prengel
Ad

Die rund 120 Kirschbäume auf der Rüttenscheider Straße sollen laut Plänen der Stadt in einheitlicher Farbe blühen. Dass die Kirschbäume auf der „Rü“ teilweise umgepflanzt oder ersetzt werden sollen, hatte in den vergangenen Wochen für Diskussionen in sozialen Netzwerken gesorgt. Ein Gutachten der Stadt hat dennoch entschieden: Die Kirschblüte soll einheitlich werden.

Viele Bürger finden es schade, dass man die Vielfalt der Blüte vereinheitlichen will und sehen keinen Sinn hinter der Vereinheitlichung der Bäume. Facebook-User äußerten sich in Kommentaren überwiegend verständnislos über das Vorhaben der Stadt: „Natur ist vielfältig. Es ist doch schöner wenn alles abwechslungsreicher ist. Rosa und weiß, alles blüht zu verschiedenen Zeiten.“ Einige sprechen sogar von „Baumrassismus“ und wünschen sich von der Grünen Hauptstadt Europas, dass rosafarbene und weiße Blüten friedlich nebeneinander existieren dürfen: „Das ist Rassismus! Die armen Bäume können nichts für die Farbe! Die Stadt sollte sich schämen! Bäume sind auch Lebewesen. Unglaublich.“ Viele Facebook-User reagieren besonders deshalb wütend, da sie die Probleme der Stadt an ganz anderer Stelle sehen: „Die Stadt sollte sich lieber die Schulen unserer Kinder anschauen, die teils dringend neuen Anstrich brauchen oder gar Renovierungsbedürftig sind! Da sollte mal was investiert werden. Wir haben wirklich andere Probleme als die Bäumchen der Rü“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Ein Gutachten im Auftrag der Stadt Essen hat dennoch ergeben, dass die Kirschblüte auf der Rüttenscheider Straße nicht der gewünschten Einheit entspricht. Natürlich absterbende Bäume sollen deshalb in Zukunft nach neuem Pflanzplan ersetzt werden. Laut Grün und Gruga, dem zuständigen Amt für Pflege, Entwicklung und Planung der kommunalen Grünanlagen, sollen jährlich zwischen drei und zehn Bäume ersetzt werden. Einen Kirschbaum trifft es schon jetzt: Er sei noch jung genug, um eine Umpflanzung ohne Probleme zu überstehen.
Professor Hans-Jürgen Geyer hielt in dem Gutachten fest, welche Sorten Kirschbäume in Rüttenscheid vorhanden sind und wie sich die Sorten in ihren Blühzeitpunkten, Blühfarben und Wuchsformen unterscheiden. Das Gutachten wurde von der Stadt Essen in Auftrag gegeben, da die Kirschbäume in Essen-Rüttenscheid anders blühten, als man erwartet hatte. Scheinbar wurden andere Baumsorten gepflanzt, die nun nicht in der gewünschten (einheitlichen) farblichen Blüte erschienen. Die Stadt wolle garantieren, dass das Blühergebnis im Stadtteil Rüttenscheid erhalten bleibt, indem nur eine bestimmte Sorte Kirschbaum oder zumindest ähnliche Sorten gepflanzt werden sollen. Das Problem liegt laut der Stadt Essen allerdings nicht nur an der Farbe der Blüte: Einige Bäume würden bereits im November blühen, was dem sogenannten „Pflanzplan“ der Stadt nicht entspricht. Nun wolle man den Bürgern eine einheitliche Blüte gewährleisten.

Ad

Beste Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region