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Inspiration Alltag: Rüdiger Hoffmann in Dortmund

Foto: Nadine Dilly

„Ja, hallo erst mal! Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten, aber…“ zu Beginn seiner Bühnenkarriere wollte Rüdiger Hoffmann mit der Begrüßung das Publikum irritieren – nun begleitet ihn der Satz seit fast 30 Jahren auf die Bühne. Wir sprachen mit dem Comedian über die Rolling Stones, Siri und RTL Samstag Nacht.

Wie geht’s Birte, Malte und Olaf? Wie alt sind denn die jetzt?
Das kann ich jetzt gar nicht so sagen… Die Drei waren dank Oli Welke als geistigem Vater lange mit dabei. In den neueren Programmen habe ich nun Monika und Hans-Peter im Gepäck. Er ist Sachbearbeiter, sie Pädagogin. Kinder haben sie nicht, aber die Rolle übernimmt Hans-Peter und Monika hat ihn mit Belohnungsstempel und stiller Treppe fest im Griff. Aber in meinem Best-of-Programm gibt es natürlich ein Wiedersehen mit Birte, Malte und Olaf.

Auf Ihrer Homepage konnte das Publikum entscheiden, wer zur großen Best-of-Party ins Spiegelzelt nach Dortmund eingeladen wird. Wer wird dabei sein?
In meinem Best-of-Programm gibt es die besten Nummern der letzten 33 Jahre, die Lieblingsgeschichten des Publikums. Da ist natürlich „Der Mitbewohner“ mit von der Partie, die „acht Kostbarkeiten“ oder „die Dicke“, aber auch ganz viele andere.

Ihr neues reguläres Programm heißt „Ich hab’s doch nur gut gemeint“. Irgendwie scheint das auch auf Politiker zu passen, oder?
In erster Linie beschreibt der titelgebende Spruch sehr schön eine Rolle. Nämlich die, die ich in meinem Programm darstelle. Da spiele ich einen Typen, der sich nach außen hin positiv präsentiert, damit hintenrum aber ganz andere Interessen verbindet; seine eigenen nämlich.

Gibt es Zeiten, in denen Sie das Gefühl haben, dass Ihr Programm politischer sein muss, als sonst?
In meinem regulären Programm spielen natürlich auch aktuelle Fragen zu Politik und Gesellschaft eine Rolle. So sind Fremdenangst und Rassismus beispielsweise auch Themen meiner neuen Nummern.

Sie sind 1995 im Vorprogramm der Rolling Stones aufgetreten. Hat es Sie als Musiker da nicht in den Fingern gejuckt, mit den Rocklegenden zu spielen?
Wer hätte denn dann das Vorprogramm gemacht? (lacht) Aber mal im Ernst, das war der Kracher. Ich im Vorprogramm der Stones – vor 80.000 Zuschauern! Die sind voll ausgerastet. Seitdem weiß ich, was „Satisfaction“ bedeutet.

Wenn in diesem Augenblick eine Band Sie für ihr Vorprogramm anfragen würde, bei welcher würden Sie spontan ja sagen?
Sind die Stones dabei (lacht)?

Zu der Zeit waren Sie auch noch öfter Gast in der Comedy-Show „RTL Samstag Nacht“. Hätten Sketche wie „Kentucky schreit ficken“ heute noch eine Chance bei den Zuschauern?
Mit RTL Samstag Nacht wurde in Deutschland die Stand Up Comedy geboren. Bisher kannte man in Deutschland nur Kabarett. Die Auftritte dort haben damals einen richtigen Comedy-Boom ins Rollen gebracht. Heute gibt es viel mehr Comedians als früher. Allerdings kann ich nur über wenige lachen, wenn ich ehrlich bin. Vieles ist eher platt und laut. Viele haben nur ein oder zwei gute Nummern, statt eines ausgereiften Programms, mit dem sie auf einer Bühne bestehen könnten. Die sind dann auch meistens schnell wieder weg. Auch, weil sie sich nicht entwickeln konnten.

In einem Interview haben Sie kürzlich verraten, dass Sie Ideen auf ihr Smartphone sprechen. Würde ein Handydieb mit den Notizen etwas anfangen können?
Das tue ich wirklich. Nee…da könnte ein Dieb jetzt aber so nichts mit anfangen. Ich notiere mir ja keine fertige Geschichte. Manchmal sind es nur einzelne Wörter, die ich abspeichere, manchmal ganze Sätze. Den Zusammenhang und die Idee dahinter verstehe aber nur ich. Die Ausarbeitung ist richtig Arbeit, die Idee findet sich oft ganz einfach. Da lasse ich mich vom Alltag inspirieren. Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, kommt die Inspiration oft von selbst.

„Ja, hallo erst mal! Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten, aber…“ – wäre das nicht auch ein wunderbarer Begrüßungssatz für Siri?
Bis Siri damit fertig ist, hat der Nutzer seine Frage schon wieder vergessen (lacht).

Rüdiger Hoffmann 26.+27.9., 20 Uhr; RuhrHochDeutsch im Spiegelzelt an den Westfalenhallen, Dortmund

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