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POTTpeople: Die neue Idee vom Ruhrgebiet

Foto: Christian Ripkens / whitecap creations

Unter dem Label POTTpeople  verbindet ein engagiertes Team Musik, Kultur und Mode – aus dem  Ruhrgebiet für das Ruhrgebiet. Lukas Vering sprach mit Carsten Wrede und Shari Yeboah in der Labelzentrale in Oberhausen über POTTpeople, Leidenschaft am Mischpult und wie man Identität im Ruhrgebiet definiert.

Draußen brennt die Sonne, weil ausnahmsweise mal Sommer ist. Zum Glück ist es in den Räumen der TRESOHR STUDIOS, der Heimat von POTTpeople, zwischen großen Mischpulten und Kleiderstangen voller Shirts und Hoodies angenehm kühl. Hier kommen kreative Ideen aus unterschiedlichen Richtungen zusammen. „Wir sind eine Audioproduktionsfirma und Kreativagentur“, erklärt Carsten Wrede, der zusammen mit seinen Partnern Marcus Kötter und Christian Kundschaft im Jahr 2004 die TRESOHR STUDIOS gründete. Ein Jahr später folgte die Gründung des Labels POTTpeople. Musikalisch arbeitet man hier in den TRESOHR STUDIOS, zwei Räume mit wuchtigen Audio-Mischpulten und viel Ausrüstung, dazu eine Kammer zur Aufnahme von Gesang und ein großer Raum für Bandaufnahmen, der sogar genug Platz für Live-Sessions bietet. Davon Gebrauch machen u.a. Musiker wie Captain Disko, Nerd School, Groovesuckers, Lauschkern oder The Almost Three.
Die Mode entsteht erst in den Köpfen, dann am PC und schließlich im Druckraum. Für die neuste Kollektion wurde die Produktion aber nach außen abgegeben. „Das mit der Mode ist eigentlich eher zufällig passiert. Am Anfang haben wir das aus Jux und Dollerei gemacht, aber plötzlich gab es eine Nachfrage. Dann wurde langsam aus Merch Mode“, erklärt Carsten. Shari, die für Strategie und Konzeption zuständig ist, ergänzt: „Das ist zu unserem Aushängeschild geworden, die Leute identifizieren sich damit. Aus allen Ecken der Welt erreichen uns Bilder von Menschen, die unsere Klamotten tragen.“ Die Shirts und Hoodies kommen in kräftigen, satten Farben, der signifikanten Aufschrift „POTTpeople“ und Fair-Trade-Qualität daher. Nach Ruhrgebiet schreit das im ersten Moment nicht. „Wir definieren uns oder das Ruhrgebiet nicht über typische Landmarken“, erklärt Shari das moderne Verständnis der Region. „Wir überlassen den Leuten selber, womit sie sich im Ruhrgebiet identifizieren wollen. Das ist ja auch das Schöne am Pott: Es gibt unzählige Möglichkeiten.“

Ähnlich offen und vielschichtig sieht Carsten die Musikszene im Ruhrgebiet. „Es gibt nicht den einen Sound des Ruhrgebietes. Hier gibt’s nicht sowas wie die Hamburger Schule oder Berliner Techno. Solche Konzepte würden der Region auch gar nicht gerecht werden.“ Carsten spricht von vielen kleinen Szenen, betont aber, dass sich auch globale Strömungen in der Musiklandschaft an der Ruhr niederschlagen. „In den 80ern haben Nena und Co. aus Hagen die Neue Deutsche Welle mitgeprägt, in den 90ern wurde hier viel Techno produziert. Scatman’s World etwa wurde in Bottrop in der Sterkrader Straße zusammengemischt. Aber die Identität des Ruhrgebietes macht das noch lange nicht aus… Hier rennt ja auch keiner mit ner Grubenlampe aufm Kopf herum und nennt das Mode! Wir wollen da eher gegenwartsorientiert sein, anstatt ständig auf die Vergangenheit zu schauen. …“ Ein Fundament, auf dem die Mentalität im Pott basiert, erkennt Carsten dennoch. „Klar, die Herzlichkeit und Verlässlichkeit und dass man sich umeinander kümmert, das hängt schon mit der Bergbaugeschichte zusammen.“
Diese Werte vertritt man auch in der Arbeit im Label. „Hier fährt keiner ein Einzelrennen. Wir sind ein Team und machen, was wir tun, aus Leidenschaft. Da kann man auch schon mal statt einen gleich drei Tage in etwas investieren. Klar, kaufmännisch gesehen ist das oft nicht so sinnvoll, wenn man viel zu lange an einer Sache bastelt… aber wir wollen Qualität und Wertigkeit! Darauf kommt es doch an.“ Diese Freiheit in der Arbeit als Label stemmt man durch Aufträge an die TRESOHR STUDIOS in der Audio- und Werbeproduktion. „Deswegen können wir uns in den anderen Bereichen viel erlauben, was andere nicht können.“
Die neue POTTpeople-Kollektion kann schon jetzt in ausgewählten Läden in Oberhausen erworben werden (Gretel – im In Hostel Veritas, suthoff – grünes und schönes, KIEZ), derzeit arbeiten u.a. Captain Disko, The Almost Three, Martin Praetorius und Nerd School bei POTTpeople an neuem Material.

pottpeople.ruhr

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