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Pamela Falcon: letzte „New York Night“ in Bochum

Foto: Falcon Music

Es funkelt, als Pamela Falcon die Räume der Düsseldorfer Redaktion betritt. An ihrer Glitzer-Mütze liegt es nicht. Die Amerikanerin erhellt allein mit ihrer fröhlich-mitreißenden Art die Schreibstube. Kein Wunder, dass ihre Show „New York Nights“ seit 19 Jahren erfolgreich im Bochumer riff läuft. Im Januar findet die 1000. und letzte Ausgabe statt. Was die Sängerin danach plant und welches ihr Lied fürs Leben ist, haben sie und ihr Manager Al Falcon im Interview verraten.

„Bei der 500. Show habe ich gedacht, wow! Und dann habe ich gedacht: Noch 500 mehr, das ist mein Ziel“, erklärt Pamela. Das hat sie nun am 30. Januar erreicht. Angefangen habe alles mit 50 Prozent Coversongs und 50 Prozent eigenen Stücken, erinnert sich Al, mit dem Pamela 20 Jahre lang verheiratet war: „Aber es hat sich zur Party entwickelt. Die Leute haben gefeiert und getanzt und natürlich ist es einfacher, wenn die Leute alle Lieder sofort kennen. Neues und Altes, Soul, Funk, Blues.“ Ziel der Veranstaltungsreihe, die wegen der jahrzehntelangen Spiellänge eventuell sogar Chancen aufs Guiness Buch der Rekorde hat, war es, den Vibe New Yorks nach Bochum zu holen. Als Al von einer Szene in New York erzählt, bei der Prince spontan nach einem Gig in einer Bar jammte, stimmt Pamela prompt markerschütternd „Purple Rain“ an.

Der Falcon’sche Stimmglanz hat längst seine Kreise gezogen. In Düsseldorf arbeitet die große Frau als Vocal Coach der New York Voice Academy. Neulich erst, erzählt sie, trat eine ihrer Schülerinnen erfolgreich beim RTL-Format „Supertalent“ auf. In der Landeshauptstadt und in Essen gibt sie regelmäßig Gesangs-Workshops. Außerdem begeisterte sie 2011 in der Show „The Voice of Germany“ mit ihren Auftritten.

Die besten Jahre von meinem Leben

Die Show im riff aber war stets etwas Besonderes für die Musikerin, die beim Rückblick ins Schwärmen gerät: „Was für schöne Jahre. Das waren die besten Jahre von meinem Leben. Die Shows waren immer in meinem Kopf und meinem Herzen“, sagt die Wahl-Düsseldorferin in breitem Denglisch. Der Sprachmix machte die „New York Nights“ übrigens nicht nur für die Bochumer, sondern auch für Zuhörer aus Mexiko, Brasilien oder Amerika zur Anlaufstelle. Und mehr noch: Krankenschwestern karrten ihre Patienten im Rollstuhl ins riff, Studenten reisten in Bussen an. Ganz zu schweigen von den Musikern und Prominenten, die sich mittwochs zur hochkarätigen vierköpfigen Band samt Sängerin gesellten. Julia Neigel, Stefanie Heinzmann, Uwe Ochsenknecht und Reinhold Beckmann beispielsweise waren dabei. Aber auch ganz normale, überraschend gut oder schlecht singende Hausfrauen oder mal der Gitarrist von Sting. Und wen man noch nicht kannte, lernte man im riff kennen. Über zehn spätere Ehepaare, erzählt die Sängerin, seien sich während der Show das erste Mal begegnet. Selbstredend fuhr die Sängerin im Anschluss quer durchs Land, um den Brautleuten ein Ständchen zu bringen.

“Respect” trällert sie am liebsten. | Foto: Falcon Music

Im riff performten die Musiker in den letzten 19 Jahren rund 600 Songs, schätzt Al, der für Tontechnik, Management und Geschäftsführung zuständig ist. Wenn man Pamela fragt, welcher Song ihr liebster ist, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Respect. Das hat mich in meinem Leben wirklich oft gerettet.“ Dann schildert sie in ihrer erfrischend selbstironischen Art, wie sie als Kind am Bus Stop von Kindern gemobbt und vom Bus ausgeschlossen wurde, weil sie so groß war. Wie sie sich dann auf die Terrasse stellte und trotz ihrer Schüchternheit Aretha Franklins „Respect“ schmetterte. „Und dann haben sie gesagt, ‚Wow, komm on the bus.‘ Dieser Song hat mein Leben gerettet. Wenn irgendein Problem ist, just sing ‚Respect‘, jeden time“, rät die Sängerin, die postwendend ihre beeindruckende Version des Songs zum Besten gibt. Und setzt noch einen drauf: „This song goes down my history books. When I’m on the Südfriedhof, I want „Respect“ on my grave-stone.“

Was nach den unzähligen Abenden im riff kommt? „Trips to America“ selbstredend, da in den vergangenen 19 Jahren immer nur Kurzreisen in die amerikanische Heimat möglich waren. Und nicht nur Freunde und Familie möchte die Sängerin besuchen, auch „music connections da drüben“ ausbauen. Songwriting steht ebenfalls auf dem Plan. Vor allem aber das Vocal Coaching. Eine berühmte Schülerin ist beispielsweise Julia Engelmann. Von ihren vielen namhaften Weggefährten werden zur Abschiedssause ganz sicher viele im riff aufschlagen. Vielleicht sei dort ein Wiedersehen mit ein paar „Original Shows“ und eigenen Liedern in einiger Zeit denkbar, erzählt sie. Nun aber konzentriere sie sich vor allem aufs Unterrichten. Auf der Bühne steht dann „die neue Generation.“ Die Sängerin lacht: „Aber ich bin forever young.“

The Final Countdown – New York Nights: 30.1., 20 Uhr, riff, Bochum

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