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Musik von hier: Hip Hop für Schalke

Foto: Sebastian Ritscher
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Muetze heißt eigentlich Markus Herzog, ist 31 Jahre alt und Rapper aus Leidenschaft – aber nur im Nebenberuf. „Musik ist ein guter Ausgleich“, sagt er. Das war sie schon immer. Deswegen macht Muetze bereits seit 16 Jahren Musik. Die Musik hat ihn begleitet, durch gute und schlechte Zeiten. Mittlerweile studiert Muetze Soziale Arbeit in Bochum, arbeitet an zwei Tagen in der Woche in einem Jugendzentrum in Gelsenkirchen. In der Schule war dieser Werdegang noch nicht absehbar. „Ich bin nach der neunten Klasse ohne Abschluss von der Schule gegangen.“ Er passte einfach nicht ins Schulsystem, wie er sagt. Über das Arbeitsamt bekam er die Chance auf eine Tischler-Ausbildung, mit deren Abschluss er einen Hauptschulabschluss erreichte. Anschließend holte Muetze noch einen Realschulabschluss und das Fachabi nach. Und immer hat er Musik gemacht. Deutschen Hip Hop.
„Ich habe schon immer Hip-Hop gehört. Zuerst Zeug von Wu-Tang, später deutschen Hip-Hop“, sagt Muetze. Deswegen setzt er auch bei seinem Schalke-Album auf Hip-Hop. Schlager gibt es nicht. „Aber ich habe natürlich ein paar melodische Hooklines drin, die catchen.“
Dass der Gelsenkirchener Rapper mal ein ganzes Album rund um seinen Lieblings-Verein raushaut, war gar nicht geplant. „Eigentlich rappe ich über alles, Fun, Alltag, aber auch Sozialkritisches“, sagt Muetze. „Zwischendurch waren da auch mal ein oder zwei Schalke-Songs bei. Deswegen war eigentlich eine EP angedacht. Ich wollte dann so fünf, sechs Lieder machen“, so Muetze. Die hat er dann bei Facebook veröffentlicht. „Dann hat mich einer von dem Label angeschrieben, mit dem ich jetzt die Platte gemacht habe.“ Ob er nicht Lust auf ein Album hätte? Hatte er! Es passte einfach alles zusammen. „Derjenige, der das von Seiten des Labels alles in die Wege geleitet hat, geht selbst zu jedem Heimspiel.“
Aber Muetzes Fußballbegeisterung hat Grenzen. „Jetzt gibt es erstmal nichts mehr mit Schalke.“ Dass es mal ein paar Lieder über die Knappen geben wird, will Muetze nicht ausschließen, ein zweites Schalke-Album allerdings schon. Auch auf dem aktuellen Album war es ihm wichtig, dass nicht alles blau-weiß gefärbt ist. „In den Songs geht es zu 80 Prozent um Schalke, aber zu 20 Prozent auch um Persönliches“, sagt Muetze. Wie im Song Lichterketten. Der ist gestorbenen Schalke-Spielern und -Fans gewidmet. „Aber mit dem Lied kann sich jeder identifizieren, weil jeder jemanden kennt, der gestorben ist.“
Für jeden aus der Region ist auch „Mein Ruhrgebiet 2“ – eine Liebesbekundung an den Pott. Aus Gründen. „Die Leute hier sind straight, die Leute sind ehrlich“, sagt Muetze. Und anpacken können sie auch. „Aus der Industriekultur haben die hier richtig viel gemacht.“ Natürlich gibt es auch schäbige Ecken, aber nicht nur. „Das Ruhrgebiet ist einfach etwas sehr Nettes“, sagt Muetze. Und es gibt einen weiteren entscheidenden Grund für die Ruhrgebietsliebe. „Hier im Ruhrgebiet leben wir Fußball ganz anders.“

facebook.com/Muetze45

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