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Musik von hier: A Thousand Suns

Foto: Pierre Schröder
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„A Thousand Suns“, das sind Rene Brauer, Daniel Martin, Kevin Wiese, Dominik Brunki und Marius Mücke, deren Wohnsitze überall im Ruhrgebiet verstreut liegen, deren Treffpunkt aber Castrop-Rauxel ist. Warum gerade dieses unbescholtene Fleckchen Ruhrpott? „Ganz einfach. Da liegt unser Proberaum!“, verrät Sänger Rene. Angefangen hat alles mit dem modernen Klassiker, der Internetanzeige. Die schaltete Rene gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen und Schlagzeuger Daniel. Antworten ließen nicht lange auf sich warten, man probierte, formatierte sich neu, spielte ein bisschen Besetzungswechsel, bis schließlich im November 2015 eine bombenfeste Konstellation aus der Sache wurde.
Einige Songs flattern schon durchs Netz, im April soll eine EP erscheinen, beim S-Clubraum-Contest in Castrop spielte die junge Truppe sich bis auf den zweiten Platz. Zu Gehör bringen sie dabei eine harte Mischung aus Metalcore, Technocore und Post-Hardcore, in die – wie beim neusten Song „The Fall Of Bricks“ – nostalgische Videospielklänge gestreut werden. Die stammen aus diversen Spielen mit Super Mario, dem rotbemützten und schnurrbärtigen Klempner, der nebenberuflich als Gallionsfigur des Videospielgiganten Nintendo auftritt. Drum definiert Sänger Rene das vierte Genre seiner Band auch lachend als „Nintendocore“. Das musikalische Spiel mit den Retrogame-Geräuschen soll nämlich das große Thema der musikalischen Linie von „A Thousand Suns“ werden. Vorher probierte man sich auch an Popkulturfundgruben wie amerikanischen Promnights oder David-Guetta-Covern.
Aber passen Popkultur und harte Musik überhaupt zusammen? „Ich finde gerade die Gegensätze dabei so interessant“, erklärt Rene. „Das hat Charme und Witz, wenn in ‘nem harten Lied plötzlich so Nintendo-Geräusche von früher auftauchen. Das zaubert den Leuten ein Schmunzeln aufs Gesicht. Und das wollen wir ja auch: Nicht so ernst sein, Spaß muss rüberkommen.“
Zum Schmunzeln ist auch die Geschichte, die der Song „The Fall Of Bricks“ erzählt. Darin führt die Band ihren Superhelden Mario ad absurdum und entlarvt den Wahnsinn, den der arme Mario beim Blöckespringen und Schildkrötentreten erleben muss. Es ist ja auch etwas verdächtig, dass der Gute sich Pilze en masse einwirft und dann von einem Horrortrip in den nächsten stolpert… Mit diesem bissigen Humor will die Band alsbald auch andere Videospielklassiker wie etwa „The Legend of Zelda“ bearbeiten. Renes heimlicher Liebling ist dabei allerdings gar kein Nintendo-Charakter. „Ich bin ein Segakind“, gibt der Sänger lachend zu. „Ich bin mit Sonic groß geworden. Nintendo hatten immer die anderen.“ Vielleicht taucht also auch der blaue Rennigel bald umringt von krachenden Gitarren und grölenden Stimmen auf.
Dabei findet Rene gar nicht, dass Hart und Retro sich ausschließen müssen. „Irgendwie scheinen diese beiden Sachen sogar verwandt. Auf Partys für diese Musikrichtung stehen zum Beispiel Retrogaming-Ecken mit Nintendo64-Konsolen. Und die Leute fahren voll drauf ab. Der Retrohype greift definitiv auch in dieser Szene!“ Das ist nur auf den ersten Blick überraschend, schließlich verstecken sich unter tätowierten Armen, Ohrläppchen mit Tunneln und schwarzen Bandshirts oft die gutmütigsten Herzen. Diese Dichotomie liegt übrigens auch im Bandnamen verborgen. „A Thousand Suns“ ist eine Anspielung auf Atombomben. „Zuerst klingt der Name positiv und fröhlich, aber er hat etwas Ernstes in sich, das man erst verstehen muss.“ Bezeichnend, schließlich birgt auch die auf den ersten Blick witzige Version von Super Marios crazy Alltag auf Pilzen in „The Fall of Bricks“ die harte Wahrheit über Marios endloses und hoffnungsloses Bestreben nach Prinzessinnenrettung, dass letztendlich eine gnadenlos zermürbende Sisyphos-Arbeit ist.

facebook.com/athousandsunsofficial

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