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Mountainbiken im Ruhrpott: Szene in permanenter Entwicklung

Foto: RVR Thomas Berns
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Mit dem Zweirad wagemutig und rasant über steile Hügel und schroffes Gelände brettern ist ein Sport, der immer mehr Menschen fasziniert. Auch im Ruhrgebiet wächst die Mountainbike-Szene stetig. Kein Wunder, wie Ulrich Carow vom Regionalverband Ruhr findet, gibt es hier doch einzigartige Strecken und abwechslungsreiches Terrain auf engstem Raum. Aber auch Probleme, die er mit seiner Projektgruppe „Mountainbiken im Ruhrgebiet“ lösen will.

Ulrich Carow | Foto: Volker Wiciok

Herr Carow, Sie beschäftigen sich seit einigen Jahren mit der Mountainbikeszene im Ruhrgebiet. Wie hat sie sich in den letzten Jahren entwickelt?
Die Szene wächst stetig. Das Mountainbiken ist offensichtlich eine Sportart, die in der Metropole Ruhr „gut unterwegs“ ist. Das liegt einerseits an den vielen Halden – da funktioniert das Downhill besonders gut. Andererseits aber auch an dem weit verzweigten Wegenetz in den Wäldern des Ruhrgebiets und den guten Verbindungen: Viele Standorte sind etwa durch ehemalige Bahntrassen verbunden, die sich bestens mit dem Rad abfahren lassen.

Wie erklären Sie sich denn die wachsende Beliebtheit des Mountainbikens – vor allem auch hier im Ruhrgebiet?
Zum einen will nicht jeder für seinen Sport ins Sauerland fahren. Zum anderen befindet sich die gesamte Region in einer permanenten Entwicklung und daraus entstehen immer mehr spannende Möglichkeiten, die Wert haben – und das eben auch für Mountainbiker. Dass das Mountainbiken generell beliebter wird, liegt sicher daran, dass einfach mehr Menschen diesen Sport ausprobieren und auch die verschiedenen Disziplinen wie Tourenfahren, All Mountain, Enduro oder Downhill entdecken und merken: Hier verbindet sich Sport mit Vergnügen, man hat Abenteuer, kann aber auch „Strecke machen“ und dabei Natur erleben.

Wie ist der Regionalverband Ruhr bei der Weiterentwicklung der Mountainbikeszene im Pott involviert?
Wir haben die Projektgruppe „Mountainbiken im Ruhrgebiet“ eingerichtet, um die Vereine,aber auch die Fahrer aus der freien Szene, kennenzulernen und gemeinsam Strukturen zu entwickeln und das Mountainbike-Netz auszubauen. Wir wollen gemeinsam Zielvereinbarungen treffen – das heißt, wir als Verband verpflichten uns, etwas für den Ausbau zu tun und die Vereine erhalten die Fürsorge und Kontrolle über die Strecken. Dabei müssen auch einige Rechtsgrundlagen gewahrt werden.

Kann man nicht einfach auf jeder Halde fahren?
Nein, eben nicht. Das Fahren ist auf vielen Halden nicht genehmigt. Dem RVR gehören 34 Halden und es gibt nochmal so viele, die uns nicht gehören. Aber nicht jede unserer Halden eignet sich zum Mountainbiken. So vorbildlichen Strukturen wie im Landschaftspark Hoheward und der gleichnamigen Halde oder auf Halde Hoppenbruch erwecken Erwartungen, die wir aber einfach nicht überall so umsetzen können. Es wird viel auf illegalen Wegen beziehungsweise ohne Genehmigung gefahren, was Gefahren im Hinblick auf die Verkehrssicherung birgt. Die Halde Haniel etwa steht unter Bergaufsicht, dort ist Fahren offiziell nicht erlaubt. Und nur weil es eine Halde ist, ist dies kein öffentlich nutzbarer Raum – das muss man wissen und sich vorher informieren, ob man eventuell private Flächen betritt.

Welche Probleme gibt es noch?
Wenn jemand meint, er könnte auf Halden einfach Hindernisse aufbauen, die dann unsicher sind und andere Fahrer verletzen sich – das ist ein Problem, das wir verhindern müssten, aber nicht immer die Möglichkeit dazu haben. „Wildes Mountainbiken“ kann auch das Gelände beschädigen, es können etwa Erosionsrinnen entstehen oder es werden Zäune zerschnitten und so weiter… Wir wollen ein gutes Miteinander. Das heißt auch, auf die Umwelt und andere Haldenbesucher zu achten!

Gibt es wichtige Neuerungen für 2017?
Wir arbeiten im Moment intensiv an einer Strecke auf der Schurenbachhalde in Essen. Auch auf der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn soll es demnächst eine offizielle und frei zugängliche Strecke geben. Die wollen wir ganz bewusst einrichten, um die benachbarte Halde Rheinpreußen zu entlasten – da sollen keine Mountainbiker fahren. Auch in Dinslaken gibt es Überlegungen, der Kontakt ist schon vorhanden. Die Halde Großes Holz bei Bergkamen hingegen ist immer noch ein Problem, da kriegen wir die freie Szene noch nicht zusammen – aber wir sind dran! Es gibt noch ein paar Standorte, wo die Gespräche so weit sind, dass gemeinsame Ziele formuliert wurden. Es tauchen allerdings auch immer neue Hürden auf, die Rechtslage rund um den Streckenausbau generell schwammig ist. Wir brauchen jedoch immer eine vertragliche Grundlage, um praktikable Beispiele und Strukturen mit der und insbesondere für die Szene schaffen!

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