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Stumme Poesie – 20 Jahre Ludwiggalerie Oberhausen

Foto: Ludwiggalerie
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Die Ludwiggalerie Oberhausen feiert ihren 20. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Kunstmuseum die Ausstellung „Die Geste“, in der zahlreiche Meisterwerke von der Antike bis heute zu sehen sind.

Mit einer simplen Geste ist es möglich, einen kurzweilige Hype in den sozialen Medien auszulösen, wie es zuletzt bei der #DeleAlliChallenge deutlich wurde. Der Fußballer Dele Alli, aktiv beim englischen Verein Tottenham Hotspur, feiert seine Tore, indem er sein rechtes Auge mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand umrahmt und die übrigen Finger eng an der Stirn legt. Ein Foto davon wurde auf Instagram gezeigt und Millionen Menschen wollten diese Geste nachahmen. Eine Abwechslung neben den Herzen, die aus Zeigefinger und Daumen gebildet werden und auf unzähligen Fotos zu sehen sind. Neben solchen digitalen Späßen sind Gesten in unserem Alltag fest verankert und kommunizieren beispielsweise Freude und Zustimmung, aber auch Ablehnung; sie können Intimität und Zuwendung erzeugen, oder beleidigend wirken und als Drohung ausgelegt werden. In der Politik gehören wohl überlegte Gesten zum festen Repertoire. Die sogenannte Merkel-Raute avancierte längst zu der bekanntesten Handgeste der Welt.

Verschiedene Zeiten und Weltreligionen

Den Gesten in der Kunst widmet sich die Ludwiggalerie Oberhausen in der Jubiläumsausstellung zum 20-jährigen Bestehen. Dazu sagt Direktorin und Kuratorin der Ausstellung Christine Vogt: „Die Geste in der Kunst ist ein absolut faszinierendes Thema. Und da man bei einem Jubiläum natürlich dankbar und begeistert zurückblickt, manchmal auch mit nachdenklichem Blick, fand ich es einen schönen Anlass, sich mit der Geste zu beschäftigen.“ Das gewählte Thema ermöglicht es, Werke aus unterschiedlichen Zeiten und Weltregionen miteinander in einen Dialog treten zu lassen – von der Antike bis heute, von präkolumbianischer Kunst bis zum europäischen Mittelalter. „Seit der Neukonzeption vor 20 Jahren zeigen wir regelmäßig große Themenausstellungen mit Meisterwerken aus der Sammlung Ludwig. So verstehen wir unsere Arbeit als Ludwiggalerie“, so Christine Vogt weiter. In den Räumen des Großen Schlosses ist ein mit einem Handmotiv besticktes Totentuch aus Peru ebenso zu begutachten wie die Figurengruppe „Der stürmische Liebhaber“ von Franz Anton Bustelli oder die Plastik „Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer. „Der Jahrhundertschritt“ aus dem Jahr 1984 gehört zu den bekanntesten Kunstwerken der DDR. Diese ‚Albtraumfigur‘ vereint die Gesten der nationalsozialistischen und kommunistischen Diktatur, Hitlergruß und Arbeiterfaust, und steht für die Zerrissenheit des 20. Jahrhunderts. Ein Schlüsselwerk für die Geste als Bedeutungsträger im politischen und gesellschaftlichen Kontext.
Die imposante Namensliste verzeichnet insgesamt 87 Künstlerinnen und Künstlern. Darunter Fotografinnen wie Ellen Auerbach und Germaine Krull, Renaissance-Künstler Albrecht Dürer, Expressionisten, Pop-Künstler, Modernisten oder zeitgenössische Maler wie David Hockney, Gerhard Richter oder Su Xinping. Ermöglicht wird diese Zusammenstellung durch die Sammlung Peter und Irene Ludwig und internationalen Leihgaben. Die Merkel-Raute darf natürlich auch nicht fehlen, ausgeführt auf dem Gemälde „Meister des Sinziger Kalvarienberges“ von 1475 vom Heiligen Johannes.

Die Geste – Kunst zwischen Jubel, Dank und Nachdenklichkeit bis 13.01.2019, Ludwiggalerie, Schloss Oberhausen

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