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Die schönsten Kunst-Ausstellungen im Frühjahr 2019

Foto: Joy Tyson

Endlich zeigt sich der Frühling von seiner schönen Seite. Mit dem frischen Wind ist auch gleich die Stimmung aufgehellt – perfekt, um sich neuen schönen und auch herausfordernden Kunstausstellungen zu widmen – ob Malerei, Skulpturen, Requisiten oder PopArt. Wo das in der Region am besten geht, haben wir für dich zusammengetragen!

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Ausstellungen in Düsseldorf und Umgebung

Julia Stoschek Collection Düsseldorf: New Metallurgists

Foto: Courtesy the artist

Die neue Ausstellung in der Julia Stoschek Collection widmet sich einer jungen Generation chinesischer Gegenwartskünstler. Unter dem Titel „New Metallurgists“ sollen die künstlerischen Beiträge die zunehmende Komplexität der modernen chinesischen Gesellschaft in den Fokus rücken. Titel und Konzept der Ausstellung sind dabei angelehnt an die Ausführungen zur „Metallurgie“ bzw. Metallverarbeitung, die in dem Mammutwerk „Tausend Plateaus“ von Gilles Deleuze und Felix Guattari vorkommen, womit ein materieller Variantenreichtum und Vitalismus veranschaulicht werden soll. Folglich orientieren sich die 16 gezeigten Werke der neuen Metallurgen nicht nur an unterschiedlichen Materialen und deren Bearbeitung, sondern es werden verschiedenste zeitgenössische Themen in den Werken miteinander verschmolzen.
New Metallurgists: bis 28.4., Julia Stoschek Collection, Düsseldorf

Kunstsammlung NRW – K20 / K21: Ai Weiwei

BU: Portrait Ai Weiwei, © Ai Weiwei Studio | Foto: © Kunstsammlung NRW

Ja richtig, eine Ausstellung in gleich zwei Gebäuden, dem K20 und K21 der Kunstsammlung NRW. Das kündigt Großes an. Und wahrhaftig, Arbeiten des weltweit bekannten Gegenwartskünstlers Ai Weiwei werden in der Landeshauptstadt in der bisher größten Ausstellung Europas zu sehen sein – Leitmotiv: “Alles ist Kunst, alles ist Politik”. Dabei zeigen raumfüllende Arbeiten als dichte, begehbare Installationen die enge Verklammerung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit in seinen Werken auf.
Ai Weiwei: 18.5.-1.9., Kunstsammlung NRW – K20 / K21, Düsseldorf 

Kunsthalle Düsseldorf: Megan Rooney. Fire On The Mountain

Megan Rooney, The Lament, 2018, Incurva Residency, Sizilien

Der Sommer in der Düsseldorfer Kunsthalle gehört unter anderem der aufstrebenden Künstlerin Megan Rooney, wenn mit „Fire On The Mountain“ ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland zu sehen ist. Dabei stellt sie medienübergreifend Gesamtinszenierungen in den Mittelpunkt. Genutzt werden Malerei, Installationen, Performances und Sprache, um raumgreifende Arrangements zu inszenieren. Entrückte, teils groteske Alltagserfahrungen sowie humorvolle Beobachtungen aus dem Alltag schmücken ihr Sujet – das wiederkehrende Element dabei: der menschliche Körper.
Megan Rooney. Fire on the Mountain: 18.5.-11.8., Kunsthalle, Düsseldorf

wildpalms: Deaf Bats Blind Shepherds by Lauriston Avery

Foto: Achim Kukulies

Die Düsseldorfer Galerie wildpalms zeigt die erste eigene Ausstellung des amerikanischen Künstlers Lauriston Avery. Seine Werke sind von Manipulation der Materialien geprägt. Dies gelingt dem Künstler durch den dynamischen Prozess vom Auftragen und Abnehmen des Materials, sodass reichhaltige Leinwände zwischen Malerei und Skulptur entstehen. Die monochromen Arbeiten zeigen urbane Landschaften oder auch mal Formen vom menschlichen Körper, aber sieh selbst!
Deaf Bats Blind Shepherds by Lauriston Avery: bis 4.6., wildpalms, Düsseldorf

Kunstpalast Düsseldorf: Fotografinnen an der Front.

Kunstpalast © picture alliance/ Ap images

Eine Vorstellung von Krieg, dessen Gräueltaten und Konsequenzen kann der Besucher im Kunstpalast Düsseldorf ab dem 8. März bekommen. Die Ausstellung ist ein Beispiel dafür, dass die Kriegsfotografie ein nicht von Männern dominiertes Berufsfeld ist, sondern auch Fotografinnen an der Front auf eine lange Tradition in Krisengebieten zurückblicken. Gezeigt werden intime Einblicke in den Kriegsalltag, eingefangen von acht Frauen aus den letzten 80 Jahren, die unser Bild von Krieg maßgeblich mitgeprägt haben.
Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus: bis 10.6., Kunstpalast, Düsseldorf

NRW-Forum: Two Rivers

Alec Soth. Harbor Marina, Memphis, Tennessee © Alec Soth / Magnum Photos

Zwei Fotografen, zwei Flüsse. Das NRW-Forum Düsseldorf vereint in dieser Ausstellung Werke aus insgesamt zehn Serien der Künstler Joachim Brohm und Alec Soth – eine Weltpremiere. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf Alec Soth’ Serie „Sleeping by the Missisippi“ und Joachim Brohms Serie „Ruhr“ gelegt, die jeweils Menschen an der Peripherie des Flusses porträtieren. Beide zeigen hierbei ihren künstlerischen Blick, der sie als sensible Dokumentaristen ihres sozialen Umfeldes ausweist.
Two Rivers: Joachim Brohm / Alec Soth: bis 7.7., NRW-Forum, Düsseldorf

MAKK Köln: Andy Warhol – Pop goes Art

Foto: RBA Köln | Marion Mennicken

Coverdesign ist eine Kunst, die zu verschwinden droht. In Zeiten von Spotify und iTunes verlieren großformatige Abbildungen und Illustrationen ihre Wirkung. Dabei gehören Plattencover zu den bekanntesten Werken moderner Kultur. Das verdeutlicht aktuell eine Ausstellung über Andy Warhol im Museum für angewandte Künste Köln (MAKK). Der Pop-Künstler schuf im Laufe seines Lebens zahlreiche Cover für kleine Jazzbands und Soul-Künstler bis hin zu den Rolling Stones. Das MAKK in Köln stellt sämtliche Gestaltungen bis zum April 2019 aus, ermöglicht durch die private Sammlung von Ulrich Reininghaus. Der Unternehmer verliebte sich direkt in diesen Teil von Warhols Schaffen, seit er eine der LPs in einer Ausstellung eines befreundeten Galeristen sah. Die Ausstellung zeigt jedoch nicht nur die Plattenkunst, sondern auch die Entwicklung Warhols auf. Zudem kann man im MAKK nicht nur die Cover betrachten, sondern die Inhalte jeder ausgestellten Platte auch hören – egal ob das Rolling-Stones-Album oder die Interviews auf „Giant Size 1,57$“.
Andy Warhol – Pop goes Art: bis 24.4., Makk, Köln

Wallraf-Richartz-Museum: Lifestyle im Barock

Die Sammlungspräsentation „Sonntag des Lebens“ lädt Besucher ein, in die schillernde Welt des Barocks einzutauchen. Pompöse Roben, vornehme Kulissen, exotische Früchte und mehr zieren die Porträts und Stillleben der Barockzeit, doch dahinter verbergen sich abenteuerliche Schicksale und Geschichten – ein intimer Blick auf den 400 Jahre alten Lifestyle mit verblüffendem Spiegel der heutigen Selfie-Kultur.
Lifestyle im Barock: bis 18.8., Wallraf-Richartz-Museum, Köln

Museum Morsbroich: Next Generations

Sebastian Riemer: Coastscape, 2013 | Foto: Courtesy Setareh Gallery / VG Bild-Kunst, Bonn

Ausgewählte Positionen von ehemaligen Studierenden der Düsseldorfer Kunstakademie und des Studienschwerpunkts „Künstlerische Fotografie“ der Kunsthochschule für Medien Köln sind in der Schau „Next Generations – Aktuelle Fotografie im Rheinland“ vereint. Im Gegensatz zu ihren Vorreitern arbeiten die 18 Künstler – in den 1970er- und 1980er Jahren geboren – jedoch in einem Umfeld, in dem das Medium Fotografie im Zeitalter der Digitalität einen radikalen Wandel erfahren hat. Die tägliche Hervorbringung von millionenfachen neuen Bildern stellt dabei mit den bedeutendsten Umstand dar.
Next Generations – Aktuelle Fotografie im Rheinland: bis 5.5., Museum Morsbroich, Leverkusen

Neanderthal-Museum: Forscherlabor Archäologie – Bodenschätze enträtseln

Foto: Ziegenhagen, Belm

Das größte Museum der Welt ist kein Gebäude, sondern der Erdboden. Zahlreiche Schätze sind in ihm verborgen: alte Ruinen, Skelette, Werkzeuge, Münzen … Doch leider gibt er sie selten freiwillig preis. Im Mettmanner Neanderthal Museum lernen kleine Entdecker und Entdeckerinnen, wie man Zeugnisse der Vergangenheit an die Oberfläche holt. Noch bis zum 5.5. läuft die Sonderausstellung „Forscherlabor Archäologie – Bodenschätze enträtseln“, bei der mit Profi-Methoden gebuddelt, geforscht und experimentiert wird. Nicht minder spannend ist das Begleitprogramm, etwa der Familien-Aktionstag Bodenschätze (31.3.).
Forscherlabor Archäologie – Bodenschätze enträtseln: bis 5.5., Neanderthal-Museum, Mettmann

Kunstraum Gewerbepark-Süd: Fremde Welten

Noch vor der Hängung: Nuhr-Werke in Hilden | Foto: Nadine Beneke

Bekannt ist Dieter Nuhr als Kabarettist. Dass er ursprünglich Bildende Kunst studierte und seine Fotos beeindruckende Werke aus aller Welt sind, ist längst kein Geheimnis mehr. Im März eröffnete er die Ausstellung „Fremde Welten“ in Hilden. Eindrücke dafür hat er viele gesammelt. So war er etwa auf Reisen in Indien und Nepal, hat Leichenverbrennungen gesehen und war am Everest. Nebenbei tourt Nuhr übrigens fleißig weiter.
Fremde Welten: bis 5.5., Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hilden

Kai 10: Body in Pieces

In der Ausstellung „Body in Pieces“ widmen sich sieben internationale Künstler grundlegenden Fragen: Was ist der Mensch? Unter welchen Bedingungen wird Menschsein definiert? Als Ausgangspunkt der Untersuchung dient ihnen der menschliche Körper – biologisches Fundament unseres Daseins, das permanent sozialen, technologischen und ökonomischen Ansprüchen ausgesetzt ist.
Body in Pieces: bis 12.5., Kai 10, Düsseldorf

Kunstsammlung NRW – K21: Ed Atkins. Ye Olde Food

Installationsansicht „Ed Atkins. Ye Olde Food“ im K21 | Foto: Achim Kukulies © Kunstsammlung NRW

Der britische Künstler Ed Atkins zählt zu den Pionieren in der Arbeit mit High-Definition-Bildtechnologien, die er zur Auseinandersetzung mit den radikalen Veränderungen unserer Lebenswirklichkeit nutzt. Bis Mitte Juni widmet sich die K21 der Werkgruppe „Ye Olde Food“. Da triefen schon mal Augen in einigen Räumen der Bel Etage des K21: Es sind die gelartigen, hyperrealen Tränen, die einem animierten Riesenbaby, Produkt der 3-D-Computergrafik und Motion-Capture-Technologie, langsam über das qualvoll wirkende Gesicht laufen und schließlich am Kinn baumeln. Etwas Rotz kommt auch noch hinzu. Warum es weint und wo es sich befindet, dieses Riesending auf einem zentralen Flachbildschirm der Ausstellung, bleibt dem Besucher verborgen. Keiner Emotion ist zu trauen. Es ist alles nur „Wirklichkeitsabzocke“. Der Mensch wird zum gefühligen Versuchsobjekt und ist den quietschenden Avataren, die in ein Loch ohne Boden fallen, ganz nah.
Ed Atkins. Ye Olde Food: bis 16.6., K21, Düsseldorf

Ludwig Forum Aachen: Lust der Täuschung – Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality

10 Toast VR (Richard Eastes, Toni Eastes, Daniel Todorov) Richie’s Plank Experience | Foto: © Toast VR

Das Ludwig Forum Aachen hat rund 100 Werke aus Malerei, Skulptur, Fotografie, Video, Design sowie raumgreifende Medien-Installationen zusammengestellt, die einen unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion ergeben. Mit “Lust der Täuschung – Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality” soll daher auch an aktuelle Diskurse rund um Fake News oder alternativen Realitäten angeknüpft werden. Die Ausstellung, die bereits in München erfolgreich gezeigt wurde, fokussiert in Aachen die Kunst der Gegenwart und wird durch zahlreiche Arbeiten aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig erweitert.
Lust der Täuschung – Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality: bis 30.6., Ludwig Forum, Aachen

Von der Heydt-Museum: Peter Schenck

Das Von der Heydt-Museum rückt in Wuppertal einen in Vergessenheit geratenen Künstler ins Rampenlicht: Peter Schenck, der ca. 1660 in (Wuppertal-)Elberfeld geborenen wurde und der bis zu seinem Tod 1718 beachtliche kommerzielle Erfolge als Druckgrafiker, Verleger und Hofgraveur von König August dem Starken von Sachsen-Polen erzielte. Für die Sonderschau schöpft das Museum aus seinen Bestand druckgrafischer Werke von Schenck, die erstmalig gezeigt werden. Diese treten in Dialog mit Werken seiner Zeitgenossen.
Peter Schenck: 14.4.-25.8., Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Grafschafter Museum: Wählen & Wühlen

Mit der Sonderausstellung „Wählen & Wühlen. Frauen und Demokratiebewegung am Niederrhein vor 100 Jahren“ werden im Grafschafter Museum Vertreterinnen der damaligen proletarischen Frauenbewegung beleuchtet. Wie standen die Frauen am Niederrhein zur Frauenwahlrechtsfrage und wie gingen sie mit dem neu erworbenen Recht um? Antworten darauf gibt es im Moerser Schloss. Im Rahmenprogramm finden Kinoabende, feministische Lesereihen, Konzertabende, ein Open Air Poetry Slam und vieles mehr statt.
Wählen & Wühlen. Frauen und Demokratiebewegung am Niederrhein vor 100 Jahren: bis 13.10., Grafschafter Museum, Moers

Keramion-Keramikmuseum: Zarte Flügel, dicke Brummer

Regine Bruhn, Hummel, 2012, Porzellan, 30x16x30 cm | Foto: Keramion-Keramikmuseum

Das Keramion-Keramikmuseum in Frechen bei Köln stimmt mit der Ausstellung “Zarte Flügel, dicke Brummer – Insekten und sonstiges Getier in der Keramik” in den aktuellen Diskurs um die Frage nach dem Verlust der Biodiversität ein und hinterfragt die Bedeutung von Bienen, Schmetterlingen, Käfern und Co. in der Keramik. Vielfältige, historische und gegenwärtige Insektendarstellungen werden präsentiert. Zu sehen sein werden eine bedeutende Prunkschale aus Meißener Porzellan des Kurfürsten und Erzbischof von Köln Clemens August aus dem frühen 18. Jahrhundert oder virtuose Stillleben des italienischen Künstlerduos Bertozzi und Casoni. Design-Geschirr von Andy Warhol, Paloma Picasso oder dem Label Versace werden ebenso in die Schau integriert wie keramische Blumendarstellungen von Maria ten Kortenaar.
Zarte Flügel, dicke Brummer – Insekten und sonstiges Getier in der Keramik: bis 11.8., Keramion-Keramikmuseum, Frechen

Museum Krefeld: „Anders Wohnen“ – Entwürfe für das Haus Lange und Haus Esters

Mit der Ausstellungsreihe „Anders Wohnen“ – Entwürfe für das Haus Lange und Haus Esters stellt das Museum Krefeld seit Mitte März Fragen zum Wohnen und Zusammenleben von gestern, heute und morgen. Dazu werden die beiden von Ludwig Mies van der Rohe erbauten Häuser zu experimentellen Ausstellungs- und Diskussionsplattformen sowie zu Denk- und Fabrikationslaboren verwandelt. Rund 20 internationale Künstler, Architekten und Designer wurden eingeladen, für die Häuser sowie den Gartenbereich Wohn- und Lebenskonzepte zu realisieren, die sich an den Themen Utopie, Mobilität und Dystopie orientieren. Die unterschiedlichen Ausstellungen werden über ein Jahr hinweg präsentiert.
„Anders Wohnen“ – Entwürfe für das Haus Lange und Haus Esters: bis 26.1.2020, Haus Esters, Haus Lange, Krefeld

Puppen- und Spielzeugmuseum: Busy Girl. Barbie macht Karriere

Nein, als Vorreiterin des Feminismus gilt die Barbie-Puppe gemeinhin nicht. Dass die Spielzeugfigur aber weit mehr zu bieten hat als Wespentaille und langes Haar, wissen Bettina Dorfmann und Karin Schrey. Die beiden Journalistinnen, Sammlerinnen und Freundinnen haben in Ratingen eine Ausstellung kuratiert, die die Karrierefrau Barbie in den Fokus rückt. „Busy Girl. Barbie macht Karriere“ ist im Puppen- und Spielzeugmuseum im Trinsenturm, Ratingen zu sehen.
Busy Girl. Barbie macht Karriere: bis 1.3.2020, Puppen- und Spielzeugmuseum im Trinsenturm, Ratingen

Ausstellungen im Ruhrgebiet

Hartware MedienKunstVerein (HMKV) im Dortmunder U: Der Alt-Right-Komplex

Jonas Staal, „Steve Bannon: A Propaganda Retrospective, Study“, 2018 | Foto:©Remco van Bladel and Jonas Staal

„Der Alt-Right-Komplex“ versammelt Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die sich mit Facetten des Rechtspopulismus im Netz auseinandersetzen. Der umstrittene Begriff „Alt-Right“ (alternative Rechte) ist seit 2016 insbesondere in den USA ein Schlagwort für Ideologien am äußersten Rand der politischen Rechten geworden. Weiter steht Alt-Right für eine Strategie: Denn die Verbreitung der rechtsextremen Weltanschauung findet vornehmlich im Internet statt – mittels Hashtags, Memes, Netzwerk-Aktivismus oder Nachrichten-Websites. Und diese Strategie begrenzt sich nicht nur auf die USA. Daher die Absicht der Ausstellung: Medienkompetenz vermitteln.
Der Alt-Right-Komplex – Über Rechtspopulismus im Netz: bis 22.9., Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U

Schauraum: comic + cartoon: Ente süß sauer. Carl Barks und die Folgen

Ab 1942 hat Carl Barks Comics mit Donald Duck gezeichnet und schuf damit im Verlauf Entenhausen. Zu Donald Duck und seinen drei Neffen kamen so in insgesamt 24 Jahren etwa Onkel Dagobert, die Panzerknacker sowie Daniel Düsentrieb oder Gundel Gaukeley. Am Ende hat er 6700 Seiten produziert –  ein Schaffen, das weltweit die Popkultur des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Weitere Zeichner ergänzten die Erzählungen um die Ente. Die Ausstellung zeigt neben vielen Erstausgaben vor allem die Originalseiten der Zeichner, angefangen bei Carl Barks.
Ente süß sauer. Carl Barks und die Folgen: bis 22.9., schauraum: comic + cartoon, Dortmund

Museum Unter Tage Bochum: scheinbar: nichts

Foto: Qiu Shihua / Situation Kunst

Die Gemälde des chinesischen Meisters Qiu Shihua zu betrachten ist schlicht faszinierend, atemberaubend. Erst wenn vor ihnen verweilt, der Blick in sie versenkt wird, offenbaren sie auf einmal Landschaften, Lichtstimmungen, Atmosphären – und der Betrachter weiß nicht: Hat er sie selbst geschaffen oder der Maler? Die Ausstellung im Bochumer Museum unter Tage heißt folgerichtig: „scheinbar: nichts.“ Auf den ersten Blick wirken Shihuas meist großformatige Bilder fast monochrom weiß, der flüchtige Blick erkennt möglicherweise ein paar Schatten oder hellere Stellen, die das Licht stärker reflektieren. Schenkt man ihnen Zeit, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit – dann offenbaren sie erstaunliche Welten.
Scheinbar: nichts: bis 22.4., Museum unter Tage, Bochum

Unesco-Welterbe Zollverein: Bauhaus-Festival

Foto: Elsa Wehmeier

Im Bauhaus-Jubiliäumsjahr stellt die Folkwang-Uni das Festival „Try again, fail again, fail better – Impuls Bauhaus“ auf die Beine. In Kooperation mit dem Ruhr Museum, der Stiftung Zollverein sowie dem Museum Folkwang und der Klassik Stiftung Weimar werden zwischen April 2019 und Februar 2020 vier Festival-Einheiten zu den Themen Licht, Körper, Funktionalität und Raum realisiert. Auf dem Programm stehen Installationen, Vorträge, Performances und Konzerte. Die erste Einheit „Licht“ startet mit Gastkünstler Robert Henke, der ab dem 12.4. eine begehbare Licht- und Klanginstallation im Sanaa-Gebäude zeigen wird. Geplant sind für Teil 1 außerdem eine Festivalwoche (ab 27.4.) und eine Elektro-Club-Nacht (4.5.).
Bauhaus-Festival, 1. Einheit „Licht“: 12.4.-5.5., Unesco-Welterbe Zollverein, Essen

Ludwiggalerie Oberhausen: British Pop Art

Peter Blake und Jann Haworth: Plattencover The Beatles zu Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, 1967 | Foto: Apple Corps. Ltd.

Die Independent Group wird sowohl mit der Genese des Begriffs als auch mit den ersten Pop-Art-Werken in Verbindung gebracht. Doch bevor die Pop Art mit künstlerischen Arbeiten gleichgesetzt wurde, stand der Ausdruck für die arbeitsteilig und massenhaft hergestellten, flüchtig-modischen Produkte der modernen Medien und Werbung. Und diese Objekte waren jung, sexy, glänzend, imagestark und technisch virtuos, womit bis heute gültige Bestimmungen des Pop-Begriffs erstellt werden. Diese Eigenschaften fanden sich in den Wohlstandsdingen der Nachkriegsgesellschaft wie Autos, Fernsehen, Stars, Mode und Musik wieder, die zu Themen für Künstler wie Richard Hamilton oder David A.J. Miller wurden. Sie werden in Oberhausen zusammen mit weiteren Pop-Art-Pionieren wie Eduardo Paolozzi, wichtigen Vertretern der mittleren und jüngeren Generation wie Derek Boshier sowie den Sonderpositionen von David Hockney oder den fotorealistischen Schrottwagen von John Salt gezeigt. Eine besondere Rolle wird in der Ausstellung der Musik zugeschrieben.
British Pop Art: bis 12.5., Ludwiggalerie, Oberhausen

Gasometer Oberhausen: Der Berg ruft

Foto: Massimo Colombo / Getty Images

Was will der Gasometer eigentlich noch? Die höchste Ausstellungshalle des Kontinents ist er schon, doch greifen die Hände noch höher. Bis zum Dach der Welt: Die neue Ausstellung „Der Berg ruft“ versammelt schwindelerregende Ansichten von den höchsten Gipfeln der Welt, haarsträubenden Abenteuergeschichten von Bergsteigern und auch so manche schockierende Erkenntnis über die Höhepunkte des Globus. Dazu: Eine gigantische Matterhornskulptur, die von der Decke hängt. Schon schwindelig?
Der Berg ruft: bis 27.10. verlängert, Gasometer, Oberhausen

Kulturhistorisches Museum Hattingen: Catwalk – Von Katzen, Hexen und Helden

Foto: Philipp/Winkler

Holz steht bis zum 16. Juni im Kulturhistorischen Museum Haus Kemnade in Hattingen im Fokus. Genauer gesagt: Japanische Farbholzschnitte des 19. Jahrhunderts. Kurator Gerhard Philipp hat farbenprächtige Bilder ausgewählt und gibt so einen Einblick in die Mythologie und Kultur Japans – ein Land, das zu der Zeit durch seine Öffnung eine rasante Umwälzung erfährt.
Catwalk – Von Katzen, Hexen und Helden: bis 16.6., Kulturhistorisches Museum Haus Kemnade, Hattingen

Museum Folkwang: Ich weiss leider nicht, wie ich all das erklären soll.

Foto: Ulrich Gebert 2018

Beim Künstler Tobias Spichtig werden Malerei, Skulptur und Performance zu einem Werk. Seine Motive spiegeln seinen Background aus der Kunst-, Musik und Fashionwelt wieder, allerdings lassen sie sich inhaltlich oder medial nicht zuordnen. Er kreiert ein Theater des Materials, indem er den Bezug seiner Werke zu Alltag, Kommunikation, Öffentlichkeit und Intimität durch Überhöhung und Überdimensionierung modifiziert. Der Besucher kann so in die Präsenz des Materials eintauchen.
Ich weiss leider nicht, wie ich all das erklären soll.: bis 14.4., Museum Folkwang, Essen

Museum Folkwang: Bauhaus am Folkwang – Lyonel Feiniger

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Das Bauhaus schaut dieses Jahr auf eine hundertjährige Geschichte zurück, und aktuell können die Besucher des Museums Folkwang einen Einblick auf dessen eigene Bestände bekommen. Lyonel Feiniger wurde als erster Künstler von Gropius im Mai 1919 als Meister ans Bauhaus gerufen und zu seinen gezeigten Werken gehören Gemälde, eine Spielzeugstadt und zahlreiche grafische Arbeiten von ihm. Lyonel Feinigers Werkschau ist die erste Präsentation der Ausstellungsreihe zum Bauhaus im Museum, zwei weitere werden folgen.
Bauhaus am Folkwand – Lyonel Feiniger: bis 14.4., Museum Folkwang, Essen

Zeche Zollern: Alles nur geklaut?

Grafik: baier+wellach/Golasch

Die Ausstellung „Alles nur geklaut“ geht kleinen und großen Schummeleien, auch in der Geschichte, auf den Grund. So stahl Prometheus schon den Göttern das Feuer und Friedrich Harkort guckte sich in England die Technik für seine Dampfmaschine ab – alles nicht ganz legal aber natürlich zum Wohle der Menschheit. Was nun Original ist oder Nachahmung, können Besucher der Ausstellung im Sachverständigenlabor prüfen. Es ist nur eines von vielen Mitmach-Angeboten der Ausstellung. Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit Selfies in eine Cloud zu schicken, die über den Köpfen der Besucher schwebt. Das Herzstück sind allerdings die sechs Escaperooms.
Alles nur geklaut?: bis 13.10., Zeche Zollern, Dortmund

Ausstellung Lichtkunstmuseum: Bernardí Roig “Excess”

Bernardi Roig: An Illuminated head for Blinky P. (the gun), 2010 | Foto: Frank Vinken

Das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna ist definitiv das merkwürdigste Museum weit und breit. Nachdem die Besucher ihr Ticket gekauft haben, warten sie erstmal im tristen Zweckbau-Charme des Flurs zwischen Volkshochschule und Stadtbücherei. Die einzigartigen Ausstellungsräume im Keller der ehemaligen Lindenbrauerei darf man in der Regel nur mit einer Museumsführung betreten. Die gibt dann vor, wie viel Zeit für die aktuelle Wechselausstellung mit spannenden Arbeiten Bernardí Roigs ist.
Bernardí Roig „Excess“: bis 14.4., Internationales Zentrum für Lichtkunst, Unna

Glaselefant – Maximilianpark: SIRÈNE … von Sirenen und wilden Kerlen

Sirène im Glaselefanten, Hamm | Foto: Tanja S. Prill

Mystisch anmutende Sirenen schmücken das Innere des Glaselefanten im Maxipark Hamm. Unter dem Titel „SIRÈNE … von Sirenen und wilden Kerlen“ stellt die Hammer Künstlerin Tanja S. Prill nicht nur Arbeiten zu weiblichen Fabelwesen, sondern auch zu kleinen und großen Männern aus. Dabei ließ sich Prill nicht nur vom Licht- und Farbenspiel im Glaselefanten inspirieren sondern auch von den Parkanlagen.
SIRÈNE … von Sirenen und wilden Kerlen: bis 28.4., Glaselefant – Maximilianpark, Hamm

Kunstmuseum Gelsenkirchen: Welt zum Gegenstand

22 Studierende der Klasse von Prof. Klaus Weber an der Kunstakademie Münster zeigen ihre Arbeiten zum Thema „Die Welt zum Gegenstand“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen. Im Zentrum der Ausstellung steht die Korrektur des Alltagsgegenstandes und die Veränderung es Blickwinkels, wodurch ein neuer Gegenstand entsteht.
Welt zum Gegenstand: bis 28.4., Kunstmuseum, Gelsenkirchen

Museum Folkwang: Diamonds Against Stones

Marge Monko: Videostill aus „WoW (Women of the World)“ | Foto: Folkwang / Marge Monko

Das Museum Folkwang präsentiert die erste Einzelausstellung von Marge Monko in Deutschland. Die estnische Künstlerin legt in ihren fotografischen und installativen Werken die Beziehungen zwischen Kunst und Design offen und umkreist die sozialen Rollenbilder von Mann und Frau. Sie bespielt den Museumsraum mit rund 30 Arbeiten unter dem Titel Diamonds Against Stones. Gleichzeitig realisiert die Künstlerin anlässlich der Ausstellung eine großformatige Fotoarbeit am Berliner Platz in Essen.
Diamonds Against Stones: bis 5.5., Museum Folkwang, Essen

Museum Küppersmühle: Klaus Rinke. Die Vierte Kraft

Klaus Rinke, (v.l.) Der Schrei nach Akzeptanz, Die Neugierige, Kopflastig, Atelieransicht 2019 | Foto: Christian Schepe

Das MKM stellt Zeichnungen des Universalkünstlers Klaus Rinke, zentrale Figur der Düsseldorfer Kunstszene um Joseph Beuys, in ihrer vollen Bandbreite aus. Mehrere Meter umfassen seine Grafitbilder – riesige Formate, die im Museum Küppersmühle einen passenden Ort gefunden haben. Daneben stehen aber auch kleinformatige Studien aus sechs Jahrzehnten! Es gibt also viel zu entdecken.
Klaus Rinke. Die Vierte Kraft: bis 23.6., MKM Museum Küppersmühle, Duisburg

Lehmbruck-Museum Duisburg : Schönheit. Lehmbruck & Rodin – Meister der Moderne

Wilhelm Lehmbruck: Betende,1918 | Foto: Dejan Saric

Anlass der Schau ist der 100. Todestag des berühmten Duisburger Bildhauers Wilhelm Lehmbruck. In der Ausstellung treffen mit Werken von Auguste Rodin und Wilhelm Lehmbruck die Arbeiten zweier Meister der Moderne aufeinander. Die Schau erzählt vom Paradigmenwechsel der künstlerischen Avantgarde der Moderne, deren Schönheitsideal und dem veränderten Menschenbild im Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert. Mit mehr als hundert Werken und Leihgaben aus nationalen und internationalen Museen wie dem Musée Rodin oder dem Centre Pompidou in Paris präsentiert die Ausstellung hochkarätige Arbeiten, die in dieser Zusammenstellung erstmals zu sehen sind.
Schönheit. Lehmbruck & Rodin – Meister der Moderne: bis 18.8., Lehmbruck-Museum, Duisburg

FBZ: Psyche, Kunst und Gesundheit

Das Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit schreibt nun zum zweiten Mal einen mit 10 000 dotierten Kunstpreis im Kontext „Psyche, Kunst und Gesundheit“ aus. Bewerbungsschluss ist am 15.2. die Finalisten stellen ihre Arbeiten ab dem 23.5. für zwei Monate im FBZ aus, das Werk des Preisträgers geht in die Sammlung des FBZ über. Verliehen wir der Preis am 6.6.
Psyche, Kunst und Gesundheit: ab 23.5., FBZ, Bochum

Josef Albers Museum Quadrat: Michael Wolf. Bottrop-Ebel 76

Foto: ©MichaelWolf/FotoarchivRuhrMuseum,Essen

Der mehrfach ausgezeichnete (World Press Photo Award) deutsch-amerikanische Fotograf Michael Wolf kehrt mit der Ausstellung „Bottrop-Ebel 76“ zu den Anfängen seiner Laufbahn zurück. Diese begann, neben einem Studium an der Universität von Kalifornien in Berkeley, an der Folkwangschule in Essen, wo er beim bedeutenden Fotografen Otto Steinert gelernt hat. Bekannt ist Wolf vor allem für Arbeiten, die das Leben in Metropolen in den Fokus rücken. Seine Abschlussarbeit Ende der 70er: „Die Lebensbedingungen einer Bergmannssiedlung am Beispiel von Bottrop-Ebel“. Seine Fotos stellt er in den Kontext anonymen Fotomaterials aus dem Bottroper Stadtteil zwischen den 30er und 50er Jahren – eine soziologisch-dokumentarische Ausstellung.
Michael Wolf. Bottrop-Ebel 76: bis 19.5., Josef Albers Museum Quadrat, Bottrop

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