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Die schönsten Kunst-Ausstellungen im Frühsommer 2020

Foto: Gilber Franco
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Corona vs. Kunst – im Moment liegt die Kunst vorne. Museen dürfen unter besonderen Bedingungen (siehe hier) die Türen öffnen und ihre Kunstausstellungen präsentieren. Welche Museen aktuell geöffnet haben und was für Ausstellungen sie zeigen, erfahrt ihr hier.

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Ausstellungen in Düsseldorf und Umgebung

I‘m Not A Nice Girl | Kunstsammlung NRW (K21) | Düsseldorf

Mierle Laderman Ukeles, Courtesy the artist and Ronald Feldman Gallery, New York | Foto: Kunstsammlung NRW

Unter dem Motto „I‘m Not A Nice Girl!“ steht eine der aktuellen Ausstellungen der Kunstsammlung NRW (K21) in Düsseldorf. Noch bis zum 17.5. werden dort die Werke der vier US-amerikanischen Konzeptkünstlerinnen Eleanor Antin, Lee Lozano, Adrian Piper und Mierle Laderman Ukeles gezeigt. Ihre Arbeiten befassen sich bis heute immer mit sozialpolitischen und feministischen Themen wie Institutionskritik, Rassismus, Identitäts- und Genderpolitiken, aber auch ökologisch aktivistischen Anliegen.
I‘m Not A Nice Girl: bis 28.6., Kunstsammlung NRW (K21), Düsseldorf

Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945 | K20 | Düsseldorf

Foto: Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019, Photographic;
Archives Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia

Für Pablo Picasso begann der Krieg schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Grauen des Spanischen Bürgerkriegs und vor allem die Bombardierung der baskischen Stadt Gernika durch eine deutsche Legion im Jahr 1937 erschütterten ihn zutiefst und veranlassten ihn zum berühmten monumentalen Wandbild „Guernica“. Einen Einblick in sein Schaffen in den folgenden Jahren ermöglicht bis zum 14. Juni die Ausstellung „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ im K20 der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf.
Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945: bis 14.6., K20, Düsseldorf

Peter Lindbergh – Untold Stories | Kunstpalast | Düsseldorf

Peter Lindbergh:Naomi Campbell, Karen Elson, Jayne Windsor, Shirley Mallmann, Missy Rayder, Shalom Harlow, Marie-Sophie Wilson, Kirsten Owen, Esther Cañadas, Rachel Roberts, Stella Tennant & Natalia Semanova, Paris, 1997

Im September 2019 verstarb Peter Lindbergh. Mit „Untold Stories“ (5.2.-1.6.) zeigt der Kunstpalast eine besondere Hinterlassenschaft, des 1944 geborenen und in Duisburg aufgewachsenen Fotografen. Die Ausstellung ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Mit seiner Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980ern bis heute wird ein eingehender Blick auf sein umfangreiches Œuvre ermöglicht. Die Schau ist zugleich ein persönliches Statement zur Modefotografie.
Peter Lindbergh – Untold Stories: bis 12.7., Kunstpalast, Düsseldorf

JSC on View | Julia Stoschek Collection | Düsseldorf

Die blutigen Spuren, die der Stacheldraht-Hula-Hoop-Reifen im Bauch der Protagonistin in Sigalit Landaus Videofilm „Barbed Hula“ (2000) hinterlässt, erinnern an Körpermarkierungen wie sie in religiösen Ritualen üblich sind, an Marina Abramovic oder die Body-Art der Wiener Aktionisten der 1960er und 70er Jahren. Zudem sind sie ein starkes Bild für die Repressionen, unter denen viele Menschen/Frauen auf der ganzen Welt leben müssen. Der Film ist derzeit in der famosen Gruppenausstellung ON VIEW in der Julia Stoschek Collection zu sehen. (Kunst)Film und Fotografie in ihrer Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen, das ist die Klammer, die die Werke der elf beteiligten Kunstschaffenden zusammenfasst. Ja, es ist richtig und wichtig, gerade heute auch an das politische Potential von Kunst zu erinnern.
JSC on View: bis 19.7., Julia Stoschek Collection, Düsseldorf

what do you make of this? did you make this up? | Sammlung Philara | Düsseldorf

Sprache als Kunst: Nach diesem Prinzip arbeitet Nora Turato. Tagtäglich prasseln Infos, Chatverläufe, News und Werbebotschaften auf uns ein. Die Kroatin entnimmt dieser Wortflut Satzfragmente und verarbeitet sie in ihren Videos, Installationen, Büchern, Wandgemälden oder Spoken Word Performances. Bis zum 26.7. sind ihre wortaffinen Werke in der Sammlung Philara unter dem Titel „what do you make of this? did you make this up?“ zu sehen.
what do you make of this? did you make this up?: bis 26.7., Sammlung Philara, Düsseldorf

Martin Schoeller | NRW-Forum | Düsseldorf

Jay Z, 2007 | © Martin Schoeller

Martin Schoeller hatte sie schon alle vor der Linse: Angelina Jolie, George Clooney und Angela Merkel. Doch keinesfalls ruht er sich darauf aus, ein Hochglanz-Promi-Fotograf zu sein. Seine Reihe „Drag Queens“ oder „Female Bodybuilders“ sind ebenso sehenswert. Dabei fällt auf, dass alle Porträtierten, egal, ob Berühmtheit oder freigesprochener Todeszelleninsasse, in strahlendem Licht und so respektvoll wie möglich, mal in Nahaufnahme, mal mit etwas mehr Abstand abgelichtet sind. Es entsteht eine Intimität, bei der die Menschen vor der Kamera durch kleine Gesten und mimische Veränderungen etwas über ihren Kern preisgeben. Zu sehen sind die vielfältig gut aussehenden Bilder bis zum 13.9. im Düsseldorfer NRW-Forum.
Martin Schoeller: bis 13.9, NRW-Forum, Düsseldorf

Aufbruch ins Land der Farben | Clemens Sels Museum | Neuss

A book of old songs. Newly arranged & with accompaniments by Theo Marzials; set to pictures by Walter Crane. Engraved & printed in colours by Edmund Evans“, 1883

Diese Ausstellung im Clemens Sels Museum in Neuss behandelt die Erfindung neuer Bilddruckverfahren im 19. Jahrhundert. Sie zeigt einen aufregenden Aufbruch in eine Welt neuer Farbigkeiten. Ausgestellt sind Wandbilder, Werbeplakate, Kinderbücher, Verpackungen und vieles mehr. Bei manchen Exponaten wird sogar die Lupe angesetzt, um die feinen Details sichtbar zu machen.
Aufbruch ins Land der Farben: bis 9.8., Clemens Sels Museum, Neuss

Minjung Kim und Park Seo-Bo | Langen Foundation | Neuss

Foto: White Cube (Ollie Hammick) Courtesy White Cube

Hanji-Papier wird aus den Trieben des Maulbeerbaumes gewonnen und spielt in der koreanischen Kultur eine vielseitige Rolle. Nicht nur für Dokumente wird es genutzt, auch als Material für Fenster, Türen und Wände oder in der Kleidungsindustrie kommt es zum Einsatz. Park Seo-Bo und Minjung Kim arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Papier und erstellen skulpturale Oberflächen oder Collagen. Nun kommen sie zum ersten Mal nach Deutschland und zeigen in der Langen Foundation ihre asiatische Kunst, die ein Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne sein soll. Insgesamt werden 70 Werke in jeweils zwei Einzelpräsentation gezeigt.
Minjung Kim und Park Seo-Bo: bis 2.8., Langen Foundation, Neuss

Ausstellungen in Wuppertal

Michael Sandle & Ian McKeever: Malerei und Skulpturen | Skulpturenpark Waldfrieden | Wuppertal

Im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal findet vom 8.2. bis zum 1.6. eine Doppelausstellung statt. Es werden ausgewählte Werke der beiden britischen Künstler Michael Sandle und Ian McKeever ausgestellt. Mc Keever ist einer der bedeutensten Maler seiner Generation und wird mit zehn Gemälden seiner HENGE-Reihe vertreten sein. Daneben werden sechs großformatige Skulpturen von Sandle präsentiert – er ist vor allem für seine kritischen Arbeiten bekannt.
Michael Sandle & Ian McKeever: Malerei und Skulpturen: bis 1.6., Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal

Die Wundermaschine | Gaskessel | Wuppertal

Foto: Lina Niermann

In Wuppertaler-Heckinghausen haben die Architekten Marcello Groß und Daniel Mai ein Haus in eine Coladose umgebaut. So lautete zumindest ihre Umschreibung für den Umbau des alten Gaskessels. Seit 2016 wurden Stück für Stück Beton-Einzelteile durch ein Loch in der Außenhülle geschoben, um sie im Innern, wie die Klötze eines Jengaturms, zu einem mehrstöckigen Gebäude aufeinanderzustapeln. Dieses beherbergt nun Restaurant, Fitnessstudio und eine 360-Grad-Leinwand im Obergeschoss. Gezeigt wird auf der Leinwand die Lichtshow „Die Wundermaschine“. Vom Kesseldach aus gibt es zudem einen Premiumblick über die gesamte Stadt. Zudem läuft aktuell eine 16-minütige Zusatzshow mit Thema Friedrich Engels.
Die Wundermaschine: bis 30.6., Gaskessel, Wuppertal

Zu Lande und zu Wasser | Von der Heydt-Museum | Wuppertal

Hannsjörg Voth, Himmelstreppe, 1987, Foto: Ingrid Amslinger © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Hannsjörg Voth macht mit monumentalen Skulpturen seit den 1970er Jahren von Menschen in Landschaften gemachte Eingriffe deutlich. Zeichnungen, Modelle und packende schwarz-weiß Fotografien von Ingrid Amslinger zeigen acht dieser Projekte im Von der Heydt-Museum. Darunter die „Reise ins Meer“ von einer verpackten Skulptur von Ludwigshafen bis Rotterdam, vorbei an Industrie und Natur (1978) und eine in Marokko erbaute steile „Himmelstreppe“ (1980-87). Surreale, poetische Zeichnungen, Aquarelle und Materialbilder, die während langer Aufenthalte in der Mahra-Ebene entstanden, verdeutlichen Voths zeitlos-existentielles, kritisches Konzept. Er sei, heißt es, vehementer Gegner des landschaftszerstörenden Offroad-Tourismus.
Zu Lande und zu Wasser: bis 13.9., Von der Heydt-Museum, Wuppertal

Ausstellungen in Köln und Umgebung

Liebes Ding – Object Love | Museum Morsbroich | Leverkusen

Furniture Bondage (Hanna), 2017 | Foto: Courtesy die Künstlerin und AKINCI; Melanie Bonajo

„Liebes Ding“ heißt die aktuelle Ausstellung des Museums Morsbroich in Leverkusen. Geleitet von Fragen zu Streben, Umgang, Bedeutung und den Konsequenzen unserer Liebe zu den Dingen sind zahlreiche Fotografien und Videos zeitgenössischer Kunstschaffender zu sehen. „Ich liebe die Dinge über alles“, beginnt der chilenische Schriftsteller Pablo Neruda seine „Ode an die Dinge“. Zweifelsohne könnten viele in dieses Loblied einsteigen, wenn sie ihr Verhältnis zu all dem beschreiben müssten, was sie umgibt: den neuen Pullover, die lang gesuchte Schallplatte, die alte Schreibtischlampe oder all die mehr und weniger nützlichen Dinge, die Schränke und Räume füllen. Dass dieses Konsumieren und Besitzen von Dingen nicht nur positive Assoziationen weckt, ist spätestens seit der ersten Konsumkritik bekannt: Die Warenwelt macht nicht glücklich. Das Museum Morsbroich greift mit der Ausstellung „Liebes Ding“ also ein altes und doch stets aktuelles Thema auf, in einer Zeit, in der viele Dinge verschwinden, Überfluss und der verschwenderische Umgang mit Ressourcen kritisiert wird, doch die Abhängigkeit zu anderen Dingen enorm steigt – man denke nur an das Smartphone.
Liebes Ding – Object Love: bis 1.6., Museum Morsbroich, Leverkusen

Amor ist ewig – Liebeslektüre zur Rubenszeit | Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corbound | Köln

Das ganze Jahr über zeigt das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corbound in Köln in seinem graphischen Kabinett eine Trilogie rund um das Thema Liebe. Der erste Teil steht unter dem Namen „Amor ist ewig – Liebeslektüre zur Rubenszeit“ und läuft ab dem Valentinstag (14.2.) bis zum 24.5. Der zweite und dritte Teil folgen dann jeweils Mitte Juni und Anfang November.
Amor ist ewig – Liebeslektüre zur Rubenszeit: bis 24.5., Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corbound, Köln

Wir Kapitalisten | Bundeskunsthalle | Bonn

Foto: Laurin Schmid, 2020 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Die Bundeskunsthalle widmet sich einem omnipräsenten Thema: Dem Kapitalismus! Rationalisierung, Individualisierung, Geld, Wachstum und schöpferische Krisen werden durch Alltagsobjekte und Kunstwerke betrachtet. Dazu wird ein digitales „Kapitalismus Game“ angeboten, bei dem Besucher der Kunstausstellung mit den Werken ins Gespräch kommen, Dinge in den Warenkorb werfen und am End erfahren, wie das eigene kapitalistische Ich tickt. Spannend!
Wir Kapitalisten: bis 30.8., Bundeskunsthalle, Bonn

Dürer – Karl V. – Drei Ausstellungen| Suermondt-Ludwig-Museum, Neues Stadtmuseum, Ludwig Forum für Internationale Kunst | Aachen

Fans von Albrecht Dürer dürfen sich bereits den 7. Oktober 2020 vormerken, denn dann werden exakt 500 Jahre nach der Ankunft Albrecht Dürers in Aachen drei Ausstellungen das historische Treffen von Künstler und König Karl V. behandeln, der damals im Dom zum König gekrönt werden sollte. Des Weiteren wird Dürers letzte Reise gewürdigt, die ihn über Aachen in die Niederlande geführt hat.
Dürer – Karl V. – Drei Ausstellungen: ab 7.10.2020, Suermondt-Ludwig-Museum, Neues Stadtmuseum, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen

Von der Rolle. Klopapiergeschichten | Papiermühle | Bergisch Gladbach

Im Jahr 2017 verbrauchte der Durchschnittsdeutsche 15 Kilogramm Toilettenpapier. Doch die angenehm weiche, immer griffbereite Papierrolle wird in Deutschland erst seit 1958 angeboten. Davor war Klopapier aus hartem Krepp und irgendwann davor gar nicht vorhanden – genauso wie eine eigene Toilette. Vom 1.3. bis zum 7.2.21 zeichnet die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach in der Sonderausstellung „Von der Rolle – Klopapiergeschichten“ den Weg des stillen Örtchens nach: Von der Benutzung des Misthaufens bis hin zur kunstvoll gestalteten Emaille.
Von der Rolle. Klopapiergeschichten: 1.3.20–7.2.21, LVR-Industriemuseum Papiermühle, Bergisch Gladbach

Ausstellungen in Dortmund und Umgebung

Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste | Dortmunder U | Dortmund

Foto: Buchwald_Scheigen_Clara_Mosch_c_VG_Bild_Kunst_Bonn_2019

Die Ausstellung „Artists & Agents“ widmet sich zahlreichen Arbeiten und Archivmaterialien der schwerwiegenden Unterwanderung der Kunstszene durch Geheimdienste in der DDR und weiteren ehemaligen Ostblock-Ländern. Dabei liegt der Fokus auf dem Umgang mit Performancekunst, die von den Geheimdiensten besonders gefürchtet wurde. Zu den Gründen sagt Ko-Kuratorin Sylvia Sasse: „Performancekunst galt deshalb als so gefährlich, weil die Geheimpolizei sie überhaupt nicht einordnen konnte. Sie produziert ja keine ‚Bilder‘ oder ‚Skulpturen‘. Sie konnte überall und jederzeit auftauchen – und wieder verschwinden.
Artists & Agents – Performancekunst und Geheimdienste: bis 1.6., HMKV im Dortmunder U, Dortmund

Robin Hood | MKK | Dortmund

Große und kleine Abenteurer können im MKK durch Sherwood Forest, Nottingham Castle und das Kloster St. Mary’s streifen. Dabei lernen sie jede Menge über den legendären Helden Robin Hood und seine Kumpanen. Mittelalterliche Fundstücke aus Dortmund ergänzen die Kunstausstellung. Die Bogenschießanlage steht zum Abschuss bereit, andere Anfasssachen wurden vorerst aus Hygienegründen entfernt. Dafür ist der Eintritt aktuell frei!
Robin Hood: bis 20.9., Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund

Revierfolklore | Zeche Zollern | Dortmund

Foto: Martin Holtappels / LWL

Zwischen Nostalgie und Kitsch, zwischen Erinnerungsstück und Kommerzware. Diese Kunstausstellung versammelt Ruhrpott-Devotionalien aller Arten, zum Schauen, Entdecken und Amüsieren. Von Seife in Brikett-Form, Quietscheenten mit Kumpelweste bis zu bepflanzten Loren im Garten.
Revierfolkore – Zwischen Heimatstolz und Kommerz: bis 25.10., LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Dortmund

Nach Norden | Haus Opherdicke | Holzwickede

Haus Opherdicke | Foto: Detlef Podehl

Ruhrgebietsbewohner können jetzt nach Osten fahren, um den Norden zu erkunden. „Nach Norden“ heißt die aktuelle Ausstellung im schönen Museums-Kleinod Haus Opherdicke in Holzwickede am östlichen Rand der Region. Die Schau zu deutschen Künstlern, die in der Nazi-Zeit ins Exil nach Skandinavien gingen, unterstreicht den hohen Anspruch des Hauses, das vor kurzem in den Kreis der Ruhrkunstmuseen aufgenommen wurde. Ein Schwerpunkt liegt auf Neuer Sachlichkeit und der Verschollenen Generation, also den Künstlern, die in der Weimarer Zeit bekannt wurden und später von den Nazis an ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung gehindert, oder sogar verfolgt und umgebracht wurden.
Nach Norden: bis 9.8., Haus Opherdicke, Holzwickede

Reshaped Reality. 50 Jahre Hyperrealistische Skulptur | Osthaus Museum | Hagen

Die Ausstellung „Reshaped Reality. 50 Jahre Hyperrealistische Skulptur“ im Osthaus Museum Hagen zeigt anhand von 30 Skulpturen von 26 internationalen richtungsweisenden Künstlern verschiedene Tendenzen in der Darstellungsweise von hyperrealistischen Skulpturen der letzten 50 Jahre. Hyperrealistische Kunst nutzt reale Vorbilder, um im künstlerischen Prozess zu losgelösten, neuen Realitäten zu gelangen.
Reshaped Reality. 50 Jahre Hyperrealistische Skulptur: 14.5.-18.10.2020, Hagen

Neon Delight | Zentrum für Internationale Lichtkunst | Unna

Maurizio Nannucci NEVER MOVE FAR FROM COLOR, 2017/18, Neon, Unikat, 269 x 212 cm / 106 x 83 1/2 x 2 1/3 in, ©the artist and Galerie Nikolaus Ruzicska, Foto: Florian Reittner

Wenn man nur ein Objekt mit dem Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna in Verbindung bringen müsste – es wäre die Neonröhre. Viele der im Keller der ehemaligen Lindenbrauerei ausgestellten Künstler nutzen sie äußerst kreativ für ihre Werke. Jetzt widmet das Museum ihr eine ganze Ausstellung: „Neon Delight“. Da entdeckt man grell leuchtende Schriftzüge, geometrische Lichtkunstwerke, poetische Abstraktionen, helle Spiegelungen und raumgreifende Lichtspiele.
Neon Delight: bis 16.8., Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna

Ausstellungen in Essen und Umgebung

Survivors. Faces of Life after the Holocaust | Kokerei Zollverein | Essen

„Survivors“ in der Kokerei Zollverein , Porträts von Martin Schoeller | Foto: Alexander Weilkes

Seit dem 22.01. ist die Ausstellung „Survivors. Faces of Life after the Holocaust” für die Öffentlichkeit geöffnet. Gezeigt werden 75 Porträts von Holocaust-Überlebenden, die der Fotograf Martin Schoeller in Israel besuchte. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen fast 5800 Häftlinge des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. 2020 jährt sich dieser Tag zum 75. Mal. 75 Porträts sind es auch, die der Fotograf Martin Schoeller von Überlebenden des Holocaust anfertigte, und die jetzt in der Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen zu sehen sind.
Survivors. Faces of Life after the Holocaust: bis 26.7., Kokerei Zollverein, Essen

Aenne Biermann – Vertrautheit mit den Dingen | Museum Folkwang | Essen

Aenne Biermann: Drei Eier, 1928 | Foto: Aenne Biermann

Das Ausstellungsjahr 2020 im Folkwang Museum Essen beginnt am 21.2. mit der Retrospektive „Aenne Biermann“. Das Museum Folkwang ist im Besitz zahlreicher fotografischer Werke Biermanns. Gemeinsam mit den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde und der Pinakothek der Moderne, München, wird das kurze aber produktive Schaffen der Autodidaktin und Wegweiserin der modernen Fotografie erfahrbar. Ein weiterer Grund im Februar ins Folkwang zu gehen, sind „Tänzer“. Das Museum hat das Gemälde von Max Pechstein für eine Million Euro aus einer Privatsammlung erworben und erweitert damit seine Expressionistensammlung. Das Museum widmet dem Bild einen eigenen Sammlungsraum zum Thema Tanz.
Aenne Biermann – Vertrautheit mit den Dingen: bis 1.6., Museum Folkwang, Essen

Secrets | Soul of Africa Museum | Essen

Foto: Markus Matzel / Soul of Africa Museum

Ritualgegenstände aus West- und Zentralafrika stehen im Zentrum der neuen Sonderausstellung „Secrets“ im Soul of Africa Museum in Essen. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Soul of Oku Museum in Kamerun. Die Dauerausstellung des Essener Museums geht während der Zeit auf Reisen und wird bis Mai 2020 als Leihgabe zum Thema Voodoo im Roemer und Pelizaeus Museum in Hildesheim zu sehen sein.
Secrets: bis 15.6., Soul of Africa Museum, Essen 

Keith Haring | Museum Folkwang | Essen

Keith Haring: Ignorance=Fear, 1989

Das Museum Folkwang widmet sich ab dem 29. Mai einer zentralen Künstlerpersönlichkeit der 80er: Keith Haring (1958-1990). In der großen Retrospektive werden frühe Zeichnungen und Experimente mit Video und Performance, großformatige Gemälde auf Papier, Leinwand und Vinyl versammelt, ergänzt durch noch nie gezeigtes Archivmaterial. Im Fokus steht, wie er originär künstlerische Interessen mit ästhetischen Phänomenen der Globalisierung und Digitalisierung verbindet. Zudem wird der Performance-Aspekt von Harings Arbeit beleuchtet.
Keith Haring: 29.5.-20.9.2020, Museum Folkwang, Essen

Ausstellungen in Bochum und Umgebung

Erich Reusch: grenzenlos. | Situation Kunst | Bochum

Werke 1951-2019 heißt die Ausstellung, die sich dem Künstler Erich Reusch widmet. Er selber konzipierte die Werkschau noch, verstarb jedoch am 29.12.2019. Zu sehen sind seine frühen Werke wie Reliefs bis hin zu seinen neuesten, farbkräftigen Bildern. Zentrales Thema ist oft die Auseinandersetzung mit Raum und Räumlichkeit, die er untersucht und neu definiert.
Erich Reusch: grenzenlos.: bis 23.8., Situation Kunst, Bochum

Zuhause. Vonovia Award 2019 | Kunstmuseum | Bochum

„Zuhause“ ist ein Begriff, bei dem jeder ein anderes Bild vor seinem geistigen Auge sieht. Er kann mit einem bestimmten Ort, mit einer bestimmten Person oder einfach einem Gefühl verbunden sein. Das Kunstmuseum Bochum widmete die erste Ausstellung in diesem Jahr den Preisträgern und Shortlist-Kandidaten des Vonovia Award für Fotografie 2019. Live waren die Arbeiten bis zum 15.3. zu sehen, aktuell stehen sie aber immer noch als multimediale Online-Ausstellung hier bereit.
Zuhause. Vonovia Award 2019: bis 15.3., Kunstmuseum, Bochum

Ausstellungen in Duisburg und Oberhausen

Ein ganzes Leben für die Kunst | Museum DKM | Duisburg

Erwin Wortelkamp schafft nicht Skulpturen für einen bestimmten Ort, sondern sucht besondere Orte für seine Skulpturen. Das Museum DKM in Duisburg zeigt bis zum 1.3. eine Retrospektive des Schülers des dänischen Eisenbildhauers Robert Jakobsen auf seiner gesamten Wechselausstellungsfläche. Unter dem Titel „Ein ganzes Leben für die Kunst“ werden Werke aus den letzten 40 Jahren zu sehen sein.
Ein ganzes Leben für die Kunst: bis 31.7., Museum DKM, Duisburg

Lynn Chadwick – Biester der Zeit | Lehmbruck Museum | Duisburg

Das Lehmbruck Museum Duisburg präsentiert mit „Lynn Chadwick – Biester der Zeit“ eine umfassende Retrospektive des wichtigsten britischen Bildhauers der Nachkriegszeit. Sein Markenzeichen: fantastisch anmutende Schöpfungen aus verschweißten Eisenteilen, die der Künstler aus Abstraktionen menschlicher, tierischer und architektonischer Elemente entwickelt hat. Die Schau beleuchtet das gesamte künstlerische Schaffen des Bildhauers von den frühen 1950er-Jahren bis Ende der 1990er-Jahre.
Lynn Chadwick – Biester der Zeit: 29.2.-26.7.2020, Lehmbruck Museum, Duisburg

Klaus Kinold. Architektur mit den Augen des Fotografen | DKM | Duisburg

Klaus Kinold, Carlo Scarpa und Giuseppe Brion – drei große Namen vereint das Museum DKM in Duisburg mit „Architektur mit den Augen des Fotografen“ noch bis zum 10.5. Dem aus dem Ruhrgebiet stammenden Münchener Architekten, Künstler und Fotografen Klaus Kinold widmet das Museum eine Ausstellungsreihe zu seiner Architekturfotografie. Der venezianische Architekt Carlo Scarpa schuf für die Unternehmerfamilie Brio ein Gesamtkunstwerk auf zweitausend Quadratmetern, das dem Tode huldigt. Kinolds Fotografien von „La Tomba Brion“ bilden das Zentrum der Ausstellung – flankiert werden sie von Panoramaaufnahmen, die auf Kinolds Reisen durch Scarpas Heimat entstanden sind.
Klaus Kinold. Architektur mit den Augen des Fotografen: bis 30.8., DKM, Duisburg

Jacques Tilly. Politik und Provokation – Karikaturen XXL | Kleines Schloss | Oberhausen

Tilly Team, Protestfigur zum G20 Gipfel in Hamburg, 2017 | Foto: Maria Feck / Greenpeace

Ob Putin, Erdogan oder Trump, die Despoten, Demagogen und Diktatoren dieser Welt werden von Jacques Tilly entlarvt und entzaubert. Die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen widmet dem Düsseldorfer Satiriker bis zum 14.6. eine Ausstellung unter dem Titel „Jaques Tilly – Karikaturen XXL“. Auch wenn seine Ideen auf Papier entstehen, ist seine einzige und wichtigste Bühne bislang der Düsseldorfer Karneval. Für den er seine Karikaturen in riesige Skulpturen umsetzt – und damit mittlerweile weltweit wahrgenommen wird.
Jacques Tilly. Politik und Provokation – Karikaturen XXL: bis 14.6., Kleines Schloss, Oberhausen

Laurenz Berges. 4100 Duisburg. Das letzte Jahrhundert | Josef Albers Museum Quadrat | Bottrop

Laurenz Berges, Herr Scholz, 2017 | Foto: Laurenz Berges / VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Das Quadrat Bottrop präsentiert noch bis Ende Juni 75 großformatige Prints von Laurenz Berges. Er zeigt eine abgewandte Seite Duisburgs, die auf Vergangenheit und Gegenwart gleichermaßen verweist. Dafür ist Berges im VW-Bulli samt sperriger Großformatkamera durch Duisburg gefahren und hat die eigenwillige Schönheit zwischen Ruinen und Industrie eingefangen. Die Ergebnisse sind beeindruckend.
Laurenz Berges. 4100 Duisburg. Das letzte Jahrhundert: bis 28.6., Josef Albers Museum Quadrat, Bottrop

Ausstellungen in Münster und Umgebung

Ludwig lebt! Beethoven im Pop | rock’n’pop Museum | Gronau

Das rock’n’pop museum in Gronau widmet sich Ludwig van Beethoven. Die Ausstellung „Ludwig lebt! Beethoven im Pop“ beleuchtet offensichtliche und überraschende Spuren von Beethoven im Pop – von Musik, Film und Comic über Literatur bis hin zu Pop-Art. Präsentiert werden soll ein Beethoven-Referenzraum, der so umfassend noch nie aufgearbeitet wurde.
Ludwig lebt! Beethoven im Pop: 17.5.-25.10.2020, rock’n’pop Museum, Gronau

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