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Künstlerkollektiv knowbotiq beleuchtet Verteilerzentren

Foto: knowbotiq

Die Arbeitswelt wandelt sich. Automatisierung und Digitalisierung bestimmen immer mehr Arbeitsabläufe. Welchen Platz nimmt der Mensch ein? Spielt er bald nur noch eine kleine Rolle neben Algorithmen und selbstständig agierenden Maschinen? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich das Zürcher Künstlerkollektiv knowbotiq im Rahmen des Programms „Uncommon Ground“ von Interkultur.Ruhr.

Das Ruhrgebiet mit seiner zentralen Lage in Europa ist beliebter Standort für die digital organisierte Logistikindustrie. An vielen Orten sind bereits Distributionszentren entstanden. Auf dem Gelände der Dortmunder Westfalenhütte wurde im April ein Amazon-Logistikzentrum eröffnet. Es ist kein normales Versandzentrum, sondern „ein Mega-Verteiler, der an andere Verteiler in ganz Europa liefert. Ein einziges riesiges Monstrum“, sagt Guido Meincke, Pressesprecher der Interkultur.Ruhr.

Arbeits-Algorithmus

Ein Monstrum, in dem nicht mehr die Mitarbeiter, sondern Computerprogramme, Bots und Algorithmen die Arbeitsweise bestimmen. „Der Mensch ist nur noch ein kleines Zahnrad in einer großen Maschinerie“, so Meincke . Doch ganz so schwarz muss man die digital selbstorganisierte Wirtschaftswelt nicht malen, liefern die Verteilzentren doch auch viele Arbeitsplätze – gerade für Geringqualifizierte – und Arbeitserleichterungen, indem unangenehme Jobs zum Beispiel Robotern überlassen werden können.

Körper und Maschine

Schreckgespenst oder Chance? Was automatisierte Verteilzentren für die moderne Arbeitswelt bedeuten, beleuchtet das Künstlerkollektiv knowbotiq, unter anderem mit der begehbaren Installation „Amazonian Flesh“. „Der künstlerische Titel soll die neu entstehende einheitliche Substanz von Körpern und Maschinen verdeutlichen“, erklärt Meincke den Titel der Installation. Neue Formen des Arbeitskampfes 4.0, Solidarität mit mechanischen Kollegen und Menschen als logistische Körper werden ebenso betrachtet wie neue Freiheiten und Lebensweisen. Zusäzlich zur Installation bietet das Kollektiv eine Führung durch den Logistikpark Westfalenhütte an, an der ebenfalls Gewerkschaftsvertreter und Experten teilnehmen. Sie erklären vor Ort Hintergründe und Abläufe, die in den riesigen Datenzentren, genannt „Black Boxes“, Tag für Tag stattfinden. Im Schauspielhaus flimmert außerdem der Film „Goldene Zukunft, vollautomatisiert und schwarz-weiß gemalt“ über die Leinwand, ein Film der negative und positive Aspekte der automatisierten Arbeitsverhältnisse versammelt.

von Dustin Basse

Installation „Amazonian Flesh“: 23.–25.11., the black frame, Hoher Wall 15, Dortmund
Rundgang „Black Box Plattform“: 24.11. (13 Uhr), Treffpunkt: Haltestelle Westfalenhütte, Dortmund
Film „Goldene Zukunft“: 24.11. (19 Uhr), Schauspielhaus, Dortmund
interkultur.ruhr

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